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Kaarst: Multikulti auf dem Rathausplatz

„Fest der Kulturen“ in Kaarst : Multikulti auf dem Rathausplatz

Nach 2018 wurde am Sonntag wieder das „Fest der Kulturen“ in Kaarst gefeiert, bei dem ein buntes Programm geboten wurde. Die Resonanz war gut.

Der Rathausplatz wurde am Sonntag zum Multikulti-Hotspot. Das Fest der Kulturen „Viele Nationen – eine Stadt“ hatte zuletzt 2018 stattgefunden. Die Resonanz war recht ordentlich. Viele Besucher kamen erst nach der Mittagszeit. Eigentlich hätten sie schon früher kommen können, denn es gab wieder jede Menge kulinarische Köstlichkeiten an den verschiedenen Ständen.

Dass das Fest wieder gut besucht war, überrascht eigentlich nicht: Das Thema „Flüchtlinge“ ist so aktuell wie nie zuvor. Der Flüchtlingsstrom aus der Ukraine hat der Stadt Kaarst Menschen beschert wie Nataliia Vetrova – sie saß am Sonntag zur Mittagszeit auf der Bühne am Klavier, war hinter den Noten kaum zu sehen, dafür umso besser zu hören. Die Besucher saßen an Biertischgarnituren, genossen die Sonne und den erfrischenden Wind, aßen portugiesische Sardinen und andere Köstlichkeiten – und genossen die Musik. Khaled Younis aus Syrien sang Lieder voller Schwermut. Der tamilische Traditionstanz musste ausfallen, weil Mitglieder der Gruppe an Corona erkrankt sind. Neu war die afrikanische Modenschau.

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Andreas Vollmert führte durch das Programm. „Die Todesstrafe stoppen – jetzt!“ Dieser Appell war am Stand vom Amnesty International zu lesen. Rena Wertheim, stellvertretende Vorsitzende des 2015 gegründeten Vereins „Kaarster helfen“, war schon ein bisschen stolz auf das Erreichte: „Die meisten Syrer und Afghanen haben mittlerweile eine Wohnung.“ Geschäftsführer Leo Erdtmann erzählte, dass der Verein zwei Laptops anschaffen werde, damit Flüchtlinge Formulare online versenden können. Ute Walter ist eine feste Größe im Arbeitskreis Asyl, wenn es um die Betreuung von Flüchtlingen geht. Aber sie machte noch auf ein anderes Angebot aufmerksam – es heißt Geh-Spräche. Diese entspannten Spaziergänge sind eine Möglichkeit, andere Menschen kennenzulernen. Das nächste „Geh-Spräch“ findet am 1. Juni statt, Treffpunkt ist um 14 Uhr mit dem Kinderbauernhof am Nixhütter Weg in Neuss ausnahmsweise ein Ort außerhalb von Kaarst.

Elvira Schwerdtfeger von der VHS Kaarst-Korschenbroich freute sich, dass Teilnehmerinnen der Deutschkurse landestypische Speisen zubereitet hatten. Ein Afghanischer Bäcker, der in Kaarst lebt und in seinem Beruf arbeitet, verkaufte seine Backwaren für den guten Zweck: Das Geld soll an Mütter fließen, die wegen der Taliban nicht mehr arbeiten dürfen. Es waren also durchaus düstere Themen, mit denen sich Besucher  von „Viele Nationen – eine Stadt“ konfrontiert wurden. Trotzdem ließ man sich die gute Laune nicht vermiesen. „Liebe für alle – Hass für keinen“, stand auf dem Pavillon eines Kulturvereins, gegründet von Männern aus Pakistan.