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Kaarst: Grüne lassen Elfmeter liegen

Kommentar : Grüne lassen Elfmeter liegen

Die Kaarster Grünen erklären am Freitagmorgen, keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl 2020 aufstellen zu wollen. Wenige Stunden später wirft der frühere CDU-Ortsverbandsvorsitzende Thorsten Schmitter seinem Fraktionsvorsitzenden Lars Christoph im Streben nach dem Bürgermeisteramt Egoismus vor.

Bereits ein Jahr vor den Kommunalwahlen geht es in Kaarst auf politischer Ebene zur Sache.

Die Schlacht um den Chefsessel im Rathaus hat begonnen – zumindest bei der CDU. Die Christdemokraten zerfleischen sich, und die Grünen schaffen es nicht, einen geeigneten Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters aufzustellen. In Fußballersprache heißt das: Elfmeter verschossen!

Vermutich waren die Chancen auf einen Grünen-Verwaltungschef im Rhein-Kreis nie höher als im kommenden Jahr in Kaarst. Schon bei der Kommunalwahl 2014 verpasste Christian Gaumitz – damals als gemeinsamer Kandidat der Fünferbündnisses bestehend als Grüne, SPD, FDP, UWG und Zentrum angetreten – wegen mickriger sieben Prozentpunkte das Bürgermeisteramt an Ulrike Nienhaus. Die derzeitigen Umfragewerte in Deutschland sprechen dafür, dass die Grünen auch auf kommunaler Ebene 2020 zulegen können. Bei der Europawahl holten sie in Kaarst satte 23,74 Prozent. Die Klimadebatte spielt ihnen voll in die Karten.

Doch anstatt die Schwäche der anderen auszunutzen wollen die Kaarster Grünen nur „mitgestalten“, anstatt selbst den Bürgermeister zu stellen. Christian Gaumitz tritt lieber in einem aussichtslos scheinenden Landrats-Wahlkampf gegen Hans-Jürgen Petrauschke (CDU) an, statt es noch einmal mit noch besseren Chancen in Kaarst zu versuchen. Vielleicht werden Historiker einmal sagen: Da wurde eine historische Chance verpasst.

Der Kommentar bezieht sich auf den Artikel „Thorsten Schmitter: CDU soll mit Nienhaus antreten“.