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Kaarst: Thorsten Schmitter - CDU soll mit Nienhaus antreten

Zerreißprobe für Kaarster CDU : Thorsten Schmitter: CDU soll mit Nienhaus antreten

In einem offenen Brief kritisiert Thorsten Schmitter das Verhalten von Lars Christoph. Der Fraktionsvorsitzende stelle sich aus purem Selbstzweck zur internen Wahl gegen Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus und schade damit der Partei.

Es sind deutliche Worte, die Thorsten Schmitter in einem offenen Brief an die Kaarster CDU-Mitglieder richtet. „Gelten Worte, Taten, Engagement, Erfolge alles nichts mehr? Nur weil ein Nachwuchs-Politiker mit Politik Geld verdienen will?“, fragt der ehemalige Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Kaarst. Seine Zielscheibe ist Lars Christoph, der sich parteiintern mit Amtsinhaberin Ulrike Nienhaus um die Bürgermeister-Kandidatur der CDU duelliert. Für Christoph sei es die letzte Chance, mit Politik Geld zu verdienen, meint Schmitter. Christoph hatte sich in der Vergangenheit bereits vergeblich um eines der vier bezahlten Parteiämter beworben – damals unterlag er bei der Wahl zum Kandidaten für den Bundestag Ansgar Heveling.

Lars Christoph kandidiere aus Egoismus. Bei der „Abwerbung“ von Ulrike Nienhaus von der Bezirksregierung vor fünf Jahren sei er als Parteivorsitzender dabei gewesen, und schon damals habe Nienhaus erklärt, für zwei Wahlperioden zur Verfügung zu stehen. Das bestätige Nienhaus immer wieder. Sie sei beliebt, glaubwürdig und gehe laut Schmitter keiner Konfrontation aus dem Weg. Innerhalb der Partei gebe es keine Anzeichen für eine Wechselstimmung. Schmitter hält Christoph für einen fleißigen Politiker, äußert aber derbe Zweifel an dem Verfahren. „Das Prozedere zerreißt ohne Not gerade die Partei. Ich mache mir große Sorgen“, sagt der Jurist. Er hat den Weg des offenen Briefes nun gewählt, weil er von verschiedenen Mitgliedern quer durch die Ortsverbände angesprochen worden sei, ob er Lars Christoph nicht irgendwie stoppen könne. Das versucht er nun offenbar.

Lars Christoph reagiert gelassen auf die Vorwürfe. „In einer Demokratie ist es ausdrücklich gewünscht, dass es einen Wettstreit verschiedener Ideen und Ansichten gibt. Dies gilt auch für Personalentscheidungen und ausdrücklich auch für die Frage, wen unsere Partei als Bürgermeisterkandidat aufstellen soll. Deswegen respektiere ich die persönliche Sichtweise von Herrn Schmitter zu dieser Frage“, erklärt Christoph. Es sei vorgesehen, dass innerhalb der Mitglieder des Ortsverbandes Kaarst diese Diskussion auf einer Versammlung am Montag geführt werde. „Dass Herr Schmitter drei Tage vor dieser Versammlung den Weg an die Öffentlichkeit sucht, spricht für sich“, kritisiert Christoph.

Zu dem Vorwurf, er würde nur kandidieren, um Geld zu verdienen, sagt er: „Seit 20 Jahren bin ich ehrenamtlich kommunalpolitisch tätig, elf Jahre davon neben meinem Beruf als Rechtsanwalt in einer Kölner Kanzlei, in der ich hervorragende berufliche Perspektiven habe. Dass ich mich dennoch entschieden haben, mich um die Bürgermeisterkandidatur zu bewerben, hat schlicht den Grund, dass die kommunalpolitische Gestaltung für mich eine Herzensangelegenheit ist und ich unserer Stadt sehr gerne eine inhaltliche Perspektive ins Jahr 2030 aufzeigen würde.“

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