Kleve: Unsere Woche zu Fridays for future und zur Kommunalwahl 2020

Unsere Woche : FFF und die Kommunalwahl 2020

Das Sensationsergebnis der Grünen bei der Europawahl wirft die Frage auf, wie nachhaltig die Bewegung „Fridays for Future“ und damit die Begeisterung der Jugend sein wird. Denn im Herbst 2020 werden die Räte und Bürgermeister der 16 Kommunen gewählt.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel, sagte der auch für seine unsterblichen Sprüche berühmte Fußball-Weise Sepp Herberger vor langer, langer Zeit. Was für der Deutschen liebstes Kind namens Fußball gilt, das gilt allemale auch für die Politik. Da muss man nur das Wörtchen Spiel durch Wahl ersetzen.

Eine solche ist gerade spektakulär zu Ende gegangen, die sogenannte Europawahl, die in Wahrheit in nahezu allen Ländern eher national, also sozusagen lokal, ausfiel. Womit wir beim Stichwort wären, denn der nächste Urnengang, der hierzulande ansteht, ist die Kommunalwahl 2020, wenn der Souverän namens Bürger über die Zusammensetzung der kommunalen Räte und über die Galionsfigur Bürgermeister entscheidet. Was die Analysten der Parteien auch vor Ort nun umtreibt, ist die Antwort auf die Frage, ob zum Beispiel das Sensationsergebnis der Grünen nachhaltig sein könnte, denn immerhin haben die Grünen in 15 von 16 Kommunen des Kreises (bis auf Emmerich) die frühere Volkspartei SPD hinter sich gelassen und ihr Gesamtergebnis um nahezu 150 Prozent von 8,7 auf 21,7 Prozent gesteigert. Dafür mussten die Grünen eigentlich selbst gar nicht viel tun: Der Einfluss von Youtube-Stars und vor allem der Bewegung „Fridays for Future“ (FFF) hat junge Nicht-Wähler in Scharen in die Wahllokale getrieben mit dem Ziel, das Kreuzchen bei Grün zu setzen.

Politiker wie professionelle Polit-Beobachter zweifeln derzeit an der Nachhaltigkeit dieser gänzlich neuen Form von Jugend-Bewegung. Sprich, vor allem die Altparteien hoffen, dass die einfarbige Begeisterung abklingt – und dass nach jahrelang vergeblichen Bemühungen, die Jugend zu mobilisieren. Eins steht jedenfalls heute schon fest: Falls „FFF“ keine Eintagsfliege sein sollte, dann werden die Ratsmehrheiten (und Bürgermeister?) der Kreis Klever Kommunen sich drastisch verändern. Ausnahme: Kleve, denn dort regiert Schwarz-Grün bekanntlich schon seit 2004. Das sieht anderswo freilich gänzlich anders aus.

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