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Kaarst: Auch Schwarzenegger fährt Hummer

Kaarst : Auch Schwarzenegger fährt Hummer

Als sich Patrick Schappert vor sechs Jahren seinen ersten H2 zulegte, war er der Hingucker auf der Straße. Heute sind die übergroßen Geländewagen vor allem aus dem Fernsehen bekannt. Auch Mode-Millionär Robert Geiss fährt einen.

Arnold Schwarzenegger war die erste Privatperson, die einen Hummer besitzen durfte. Der H1 war ein speziell für das US-Militär entwickelter Geländewagen. Mit dem H2 wurde die Marke ab dem Jahr 2003 gesellschaftsfähig. Als sich Patrick Schappert vor sechs Jahren seinen ersten Hummer zulegte, war er hierzulande noch nicht allzu bekannt. Dementsprechend war er ein echter Hingucker.

"Viele Leute haben den Hummer damals das erste Mal live gesehen. Überraschenderweise haben mich vor allem Frauen auf ihn angesprochen", erinnert er sich. Das Design des Autos polarisiert. Die Karosse ist nicht stromlinienförmig, die Fenster schmal, die Schnauze klein. Die Trittstufen an den Türen sind kein optisches Beiwerk, sondern notwendig, um überhaupt ins Fahrzeug einsteigen zu können. Dann allerdings haben Fahrer und Beifahrer eine große Übersicht über das Geschehen vor ihnen.

"Man kann sehr vorausschauend fahren, was weniger anstrengend ist", sagt Schappert. Noch höher zu sitzen ginge kaum, meint er. Interessierte sich der Kaarster vorher nicht sonderlich für Autos, so kam mit dem Hummer die Leidenschaft dafür auf. Zu Pfingsten trifft er sich stets mit rund 60 weiteren Fans aus Deutschland, Schweiz und Österreich, um durchs Gelände zu fahren. "Eine sympathische und wilde Truppe", sagt er. Und wenn der Konvoi über die Autobahn rollt, mag es fast furchteinflößend wirken. "Im Kino fahren immer die Bösen den Hummer", sagt Schappert. So auch in einer Folge der deutschen Actionserie "Alarm für Cobra 11", für die der Kaarster seinen Wagen für eine Verfolgungsjagd zur Verfügung stellte. Geht es nicht über Stock und Stein, durch Dreck und Matsch, dann eignet sich der Hummer auch gut als "Cruiser". Abgeriegelt, bei einer Spitzengeschwindigkeit von 160 km/h, sorgt er für ein entspanntes Fahren auf der Autobahn.

Bis in den Süden nach Montenegro ist Schappert mit seinem H2 bereits gereist, auch durch die engen Gassen Mallorcas lenkte er den 2,25 Meter breiten und drei Tonnen schweren Bolliden. "Als ich mit meiner Familie in Polen Urlaub gemacht habe, sind wir eigentlich mit dem Flugzeug angereist. Als ich dort die schlechten Straßen mit ihren Schlaglöchern gesehen hab, bin ich alleine wieder nach Hause geflogen, hab den Wagen geholt und bin die 1100 Kilometer wieder nach Polen gefahren", erzählt Schappert. Inzwischen besitzt er seinen zweiten Hummer, den er direkt auf Gas umrüsten ließ. Neben dem 120 Liter-Tank für Benzin, den er nur fürs Starten braucht, fasst der Gas-Tank 100 Liter. Damit kommt er bis zu 500 Kilometer weit. Mit dem kleineren Modell H3 wurde die Produktion des Hummers im Jahr 2010 eingestellt. Um einige Ersatzteile auf Lager zu haben, kaufte Schappert gemeinsam mit einem Freund einen Unfallwagen auf — und zwar von dem bekannten Mode-Millionär Robert Geiss. In der Fernsehserie über die Geissens erfuhr der Kaarster vom Unfall. Kurzerhand ließ er einige Beziehungen spielen und kaufte ihnen den Wagen ab, um ihn dann auszuschlachten.

(NGZ)