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Kaarst: Crash Eagles zahlen für Hallenschäden

Kaarst : Crash Eagles zahlen für Hallenschäden

Der Rat hat sein Okay für einen Gestattungsvertrag mit dem Skaterhockey-Club gegeben. Der Verein verpflichtet sich, 25 Prozent der Kosten zur Erneuerung des Prallschutzes beizusteuern. Die Abmachung soll Pilot-Charakter haben.

Für die Stadt Kaarst ist es das erste Mal — das erste Mal, dass die Verwaltung mit einem Sportverein eine schriftliche und damit rechtlich verbindliche Vereinbarung über die Nutzung und Abnutzung einer Sporthalle abschließt. Der Rat hat jetzt sein Okay für den leicht überarbeiteten Gestattungsvertrag mit dem Skaterhockey-Club "Crash Eagles Kaarst", den Spiel- und Trainingsbetrieb in der Stadtparkhalle betreffend, gegeben.

Der Vertrag ist auf zehn Jahre angelegt, weil davon ausgegangen wird, dass nach dieser Zeit ein vollständiger Austausch des Prallschutzes nötig ist. Dafür kalkuliert die Stadt derzeit Gesamtkosten von 30 000 Euro, die Crash Eagles würden sich mit 25 Prozent, also 7500 Euro, daran beteiligen. Die Abmachung soll Pilot-Charakter haben. Das heißt: Grundsätzlich sollen gleichlautende Verträge künftig auch mit anderen Nutzern und Sportvereinen abgeschlossen werden können. Darin werden unter anderem die Verkehrssicherungspflicht der Nutzer und eine (teilweise) Haftungsfreistellung der Stadt geregelt.

Mit der Vereinbarung setzen Verwaltung, Politik und Crash Eagles einen vorläufigen Schlussstrich unter die Diskussion um Schäden in der im Juni 2012 eröffneten und sowohl für den Schul- und Vereinssport als auch für das materialintensive "Hockeyspiel auf Rollen" ausgestatteten Halle. Entsprechend groß scheint die Erleichterung. CDU-Fraktionschefin Dorothea Zillmer spricht von einem "fairen Zeichen des Miteinanders", SPD-Fraktionsvorsitzende Elke Beyer vom "Ende zahlreicher Angriffe und Unklarheiten" und Günter Kopp (FDP) von einer "Beteiligung im Sinne einer Nutzungsgebühr".

Nötig und von der Stadt eingefordert wurde diese, weil die nagelneu Halle bereits kurz nach der Eröffnung erste Abnutzungserscheinungen und Schäden, vornehmlich an den Hallenwände — am Prallschutz, an den Fußleisten, den Türen und der ausfahrbaren Tribüne — aufwies. 2012 seien zehn Schadensmeldungen bei der Stadt eingegangen, sagt der Erste Beigeordnete und Sportdezernent Heinz Dieter Vogt. Acht davon betrafen den Prallschutz. 2013 wurden bis jetzt 34 verzeichnet. In Gespräche mit den Crash Eagles über das Nutzerverhalten sei unter anderem einvernehmlich festgestellt worden, dass die Schäden überwiegend durch den Einsatz der Skaterhockeyschläger und -schuhe aus dem Spiel heraus verursacht wurden, sagt Vogt. "Diesem Sport wohnt es nun mal inne, dass ständig jemand gegen den Prallschutz knallt. Wenn man das nicht möchte, dann darf dort kein Skater-Hockey gespielt werden. Dennoch ist eines sicher: Wir werden jeden Schaden verfolgen."

Die Grünen hatten Ende vergangenen Jahres beantragt, den Spiel- und Trainingsbetrieb der Crash Eagles komplett ins "robustere" Sportforum Büttgen zu verlagern. Die Höhe der Zahlungen hält Fraktionschef Christian Gaumitz, genauso wie UWG-Fraktionschefin Anja Rüdiger, im Verhältnis zu den Schäden nach wie vor für zu gering. Der Vertrag sei nicht genau genug, die Abgrenzung zwischen Schäden und Abnutzung zu ungenau, sagt Gaumitz.

(NGZ)