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Kaarst: Moormann bleibt mindestens bis 2015

Kaarst : Moormann bleibt mindestens bis 2015

Mit einem Antrag an den Rat wollten die Grünen den Bürgermeister bewegen, seine Amtszeit um ein Jahr zu verkürzen.

Er hört nicht auf — jedenfalls nicht vor dem 20. Oktober 2015. Dann endet die Amtszeit von Bürgermeister Franz-Josef Moormann (61) regulär. Wie es danach weitergeht? Ob Moormann, der 1999 aus dem Landesumweltministerium ins Kaarster Rathaus kam, eine vierte "Runde" als Verwaltungschef anstrebt oder ob er jemand anderem den Job überlässt? Die Antwort auf diese Fragen kennt derzeit noch nicht einmal Moormanns eigene Partei, die CDU. Die Kaarster Grünen wollten sie jetzt trotzdem erzwingen — mit mäßigem Erfolg.

Seit 1999 ist Franz-Josef Moormann Bürgermeister der Stadt Kaarst. Davor war er Referatsleiter im Landesumweltministerium. Foto: Lothar Berns

Auf die als Antrag an der Stadtrat vorgetragene Bitte an den Bürgermeister, seine Amtszeit um ein Jahr zu verkürzen, damit im Jahr 2014 eine gemeinsame Wahl von Bürgermeister und Stadtrat stattfinden kann — oder doch zumindest zu erklären, ob nach 2015 eine weitere Amtszeit folgen soll —, sagte Moormann jetzt: "Ich sehe meine Wahl aus dem Jahr 2009 für die Dauer von sechs Jahren auch als Auftrag an, den ich nach Kräften gut erfüllen möchte, und zwar vollständig in inhaltlicher und zeitlicher Hinsicht. Ich beabsichtige nicht, einen Antrag auf vorzeitige Entlassung bereits 2014 zu stellen." Für die Politik ist das — jedenfalls schon mal eine — wichtige Information.

Seit 1999 ist Franz-Josef Moormann Bürgermeister der Stadt Kaarst. Davor war er Referatsleiter im Landesumweltministerium. Foto: Lothar Berns

Fakt ist: Franz-Josef Moormann ist ein belieber Bürgermeister. 2009 wählten ihn die Kaarster mit rund 60 Prozent aller Stimmen in die dritte Amtszeit. Die CDU erreichte 47 Prozent. Moormanns Anhänger sind also nicht ausschließlich "schwarz".

Der Antrag, den Grünen-Fraktionschef Christian Gaumitz im Rat sowohl mit finanziellen Aspekten als auch mit einer aus Grünen-Sicht nicht vorhandenen Akzeptanz einer entkoppelten Stadtrats- und Bürgermeisterwahl begründete, kam denn auch bei fast allen übrigen Fraktionen denkbar schlecht an. Dorothea Zillmer (CDU) sprach von Stillosigkeit, Elke Beyer (SPD) und Hanno Wilsch (FDP) stießen ins selbe Horn. Allein Michael Koesling (Familienpartei) erklärte, er fasse den Antrag vielmehr als Einladung an den Bürgermeister auf, sich 2014 noch einmal zur Wahl zu stellen und bestätigen zu lassen.

Ein erneutes zur Wahl Stellen Moormanns würde auch die CDU begrüßen. "Wir haben einen tollen Bürgermeister, der hochengagiert und erfolgreich sein Amt ausübt. Ich persönlich wünsche mir, dass er seine Arbeit auch über das Jahr 2015 hinaus fortsetzt", sagt Parteichef Lars Christoph. "Das sieht die CDU insgesamt und ich denke auch weite Teile der Bevölkerung genauso."

Der Bürgermeister werde zu gegebener Zeit erklären, ob er für eine erneute Kandidatur zur Verfügung steht. "Als Parteivorsitzender stehe ich hierzu mit dem Bürgermeister in einem sehr vertrauensvollen Austausch. Durch die Erklärung, die volle Wahlperiode im Amt bleiben zu wollen, ist klar, dass es bis zur Neuwahl im Oktober 2015 noch mehr als zwei Jahre sind. Damit steht die Frage der Bürgermeisterkandidatur derzeit nicht auf der Tagesordnung." In den kommenden Wochen und Monaten, so Christoph, werde die CDU vielmehr ihr inhaltliches Programm für die nächsten Jahre gemeinsam mit den Mitgliedern erarbeiten und mit den Bürgern diskutieren.

(NGZ)