WDR-Film "Schicht im Schacht" am 28. November 2018 im Corso Filmpalast Hilfarth

Ende der Steinkohlen-Ära : „Schicht im Schacht“ erneut im Hilfarther Kino

Der Film zum Ende des Steinkohlen-Bergbaus, „Schicht im Schacht“, wird am Montag, 26. November, um 20 Uhr im Hilfarther Kino wiederholt. Der Vorverkauf läuft.

„Ich bin von den Socken!“ WDR-Filmemacher Gisbert Baltes zeigte sich vom überaus großen Interesse an seinem Werk „Schicht im Schacht – eine Verneigung vor den Kumpels“ am 16. April im Hilfarther Corso-Kino schon vor dem Start überrascht. Bis auf den allerletzten Platz war das Haus besetzt, 200 Menschen wollten Baltes‘ filmisches Denkmal an die Malocher im Deutschen Steinkohlenbergbau sehen, der am 31. Dezember 2018 für immer und ewig endet. Wegen des großen Interesses zeigen die Veranstalter den Film noch einmal am Montag, 26. November, im Hilfarther Kino. Nach Hinweisen aus der Arbeitnehmerschaft ist der Beginn nun auf einzelhandels-freundlichere 20 Uhr festgesetzt. Karten gibt’s im Vorverkauf zu fünf Euro in der Buchhandlung Wild in der Haagstraße und Schreibwaren Hansen in der Parkhofstraße in Hückelhoven.

Der Arbeitskreis Hückelhoven im Heimatverein der Erkelenzer Lande und der Förderverein Schacht 3 Hückelhoven erinnern mit dem Film an die 905-jährige Geschichte des kontinentalen Steinkohleabbaus, der urkundlich belegt im Jahr 1113 im 30 Kilometer südlich gelegenen Herzogenrath, also im Aachener Revier, begonnen hat.

Genau genommen ist der Bergbau, nämlich die Förderung, auf den letzten beiden Zechen schon beendet: Auf „Anthrazit“ im münsterländischen Ibbenbüren im August, auf „Prosper Haniel“ in Bottrop am 14. September. Eine sicher sehr emotionale Abschlussveranstaltung zum Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus ist für den 21. Dezember auf Prosper Haniel geplant.

Der anderthalbstündige Film überwältigt mit großen Bildern über Arbeit und Leben der Bergleute im Ruhrgebiet, die in Hückelhoven wie selbstverständlich verstanden werden und deutlich machen, dass der Bergbau und seine Menschen nicht einfach eine Energiebranche, sondern eine besondere Gemeinschaft Revier übergreifend bildet(e).

Man überlässt sich den Bildern mit Menschen, Industriearchitektur, blitzenden Taubenschwärmen, schuftenden Kumpels mit dem Abbauhammer vor und in der Kohle. Erinnerungen, Hoffnungen, erfüllten und unerfüllten, der eigenen, schnörkellosen Ruhrgebiets-Sprache, die mit Bergleuten und ihren Familien auch nach Hückelhoven exportiert und über Jahrzehnte gesprochen wurde. Wo die Heimstatt des Fußballs ist mit unter anderem der Schalker Legende Ernst Kuzorra, der gar nicht zufällig zwischen 1949 und 1952 Borussia Hückelhoven als Trainer in die höchste Amateurliga steuerte. Vielleicht ist es auch kein Zufall, dass Borussia Hückelhoven sich seit dem Ende der Zeche Sophia-Jacoba eher an der untersten Liga orientieren muss.

(isp)
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