Erdbeben: Brachelener Schulprojekt auf Haiti braucht Spenden

Spendensammlung für Schule : Erdbeben: Brachelener Haiti-Projekt in Not

Seit 50 Jahren finanziert die Missions- und Bastelgruppe in St. Gereon im Hückelhovener Stadtteil Brachelen eine Schule auf der Karibikinsel Haiti. Ein Erdbeben hat die Gebäude teils zerstört. Spenden werden dringend gebraucht.

Vor gut 50 Jahren hat die Missions- und Bastelgruppe der katholischen Gereon-Pfarre Brachelen ein Schulprojekt auf der bitterarmen Karibikinsel Haiti, im nordwestlichen Gros Morne, aufgebaut. Zuletzt wurden gut 300 Kinder unterrichtet – bis wieder einmal die Erde bebte. Das Gebäude durchziehen starke Risse, und die Nebenanlagen hat das jüngste Erdbeben am 6. und 7. Oktober fast vollständig zerstört. Zum Wiederaufbau benötigen die Brachelener Idealisten dringend zusätzliche Hilfe weit über die eigenen Ressourcen hinaus und bitten um Spenden für das Projekt.

Koordinator und Organisator ist der Brachelener Peter Körfer. 5000 Euro hat die Missionsgruppe als Soforthilfe zur Verfügung stellen können. Der traditionelle Missionsbasar am 24. und 25. November und die Feier zum 50-jährigen Bestehen der Gruppe am 9. Dezember in Brachelen sollen in besonderem Maß zur Gewinnung von Mitteln genutzt werden.

Die aus Brachelen finanzierte Schule hat beim Erdbeben große Schäden erlitten. Jetzt werden vermehrt Spenden gesammelt. Foto: Frank Körfer

Am Samstag, 6. Oktober, Ortszeit 20.11 Uhr (Deutschland, 7. Oktober, 2.11 Uhr) bebte in Haiti die Erde mit einer Stärke von 5.9 auf der „Momenten-Magnituden-Skala“. Zwar ein kleineres Beben als das große Erdbeben am 12. Januar 2010 mit mehr als 300.000 Toten, jetzt starben 17 Menschen, davon sieben im Arrondissement Gros Morne. Das Epizentrum lag ganz in der Nähe der Schule, das Beben forderte fast 500 Verletzte und ganz erhebliche Sachschäden in drei westlichen Departements des Inselstaats. In Deutschland berichteten die Medien relativ extensiv über die Katastrophe auf der neben Kuba liegenden Insel Hispaniola, deren Ostteil von der Dominikanischen Republik eingenommen wird (die Insel, die Kolumbus 1492 als Indien/Amerika entdeckt hat).

Die neue „Mont-des-Oliviers-Schule“ (MDO, Schule am Ölberg) war von 2001 bis 2004 ausschließlich mit Mitteln aus Brachelen gebaut worden. Der Verlust trifft neben den 300 Kindern auch 24 Lehrer, darüber hinaus wurde das Haus des Schulleiters Fenelon Celexant und der anderen Lehrer irreparabel zerstört.

Schulleiter Fenelon Celexant berichtete Peter Körfer bereits am 7. Oktober ausführlich über die Naturkatastrophe, die sich als ein lang andauerndes Erdbeben zeigte. Alle Schulen in Gros-Morne sind nach Celexants Informationen betroffen, die Schwester-Schule der MDO ist vollständig zerstört, ebenso das Hospital in der Departements-Hauptstadt Port Au Paix, alle Patienten, die sich im Gebäude befanden, starben in den Trümmern. „Gottseidank lagen noch nicht alle Menschen im Bett, einige Leute befanden sich zu dem Zeitpunkt auf der Straße, ich sage danke zu Gott, dass meine Familie nicht gestorben ist oder verletzt ins Krankenhaus musste“, schreibt Celexants per E-Mail an Peter Körfer.

Die Situation vor Ort ist nach den Aussagen des Schulleiters äußerst deprimierend, vor allem bewegt die Verantwortlichen die Frage, was für die Kinder getan werden kann, ihre Ausbildung kurzfristig fortzuführen, denn auch die weniger zerstörten Teile der Schule durften zunächst nicht betreten werden. Ein inzwischen zu Hilfe gerufener Bauingenieur bezeichnete die Grundsubstanz der Ölbergschule als recht gut, so dass darauf Reparaturen aufgebaut und die Mädchen und Jungen bald wieder unterrichtet werden konnten. Die Finanzierung des Haiti-Projekts in Brachelen ist breit aufgestellt mit Einnahmen aus dem jährlichen Missionsbasar in der Pfarre, aus Patenschaftsgeldern, Spenden aus Erbfällen und von Runden Geburtstagen etwa sowie Sammlungen bei örtlichen Unternehmen und einem Zuschuss aus der Altkleidersammlung. Der Missionskreis versteht sich aufs permanente „Betteln“, sonst könnte das Projekt nicht gehalten werden. Er ist auch dankbar gegenüber den Menschen in Brachelen, die bei Unterstützungsanfragen sofort „auf den Beinen“ sind. Das ermöglichte in 50 Jahren eine Freundschaft mit Haiti – über gezielte, effektive und nachhaltige Hilfe in einem der ärmsten Länder der Welt, das in unregelmäßigen Abständen von schweren Erdbeben heimgesucht wird.

Die Missionsgruppe Brachelen machte sich sofort an Ersthilfe und den langfristigen Wiederaufbau des Projekts und ist sicher: Der enorme Finanzbedarf wird nicht an der Spendenbereitschaft der Menschen nicht nur aus Brachelen scheitern.