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Duisburg: Drei Fußball-Kreise planen eine neue Liga für die Jugend

Fußball : Sonderliga für den Fußball-Nachwuchs soll ab Sommer starten

Die Kreise Kleve-Geldern, Rees-Bocholt und Moers wollen für A- bis C-Junioren eine Spielklasse zwischen der Niederrheinliga und der Leistungsklasse einführen.

Die Fußball-Kreise Kleve-Geldern, Rees-Bocholt sowie Moers möchten künftig gemeinsame Sache machen, um die Nachwuchsarbeit künftig noch effektiver zu gestalten. Sie planen, ab der kommenden Saison bei den A-, B- und C-Junioren eine neue Spielklasse für ambitionierte Jugend-Mannschaften einführen: die Sonderliga. Die Klasse soll zwischen der Niederrheinliga und den Leistungsklassen eingeschoben werden. Das betrifft auch linksrheinische Vereine aus Duisburg.

Wie kam es zu der Idee? Die Kreise Kleve-Geldern und Rees-Bocholt gaben den Anstoß. Sie überlegten vor drei Jahren, die neue Liga in diesen beiden Kreisen zu etablieren. Der Kreis Moers kam dann hinzu. „Wir wollen ambitionierten Nachwuchs-Teams, deren Ziel die Niederrheinliga ist, die Chance bieten, sich in der neuen Klasse mit mehr Gegnern auf Augenhöhe zu messen. So können sie sich besser auf die Qualifikationsrunde für die Niederrheinliga vorbereiten“, sagt Ferdinand Karos, Vorsitzender des Jugendausschusses des Kreises Kleve-Geldern.

Wie ist der Stand der Dinge? Die Kreise Rees-Bocholt und Moers haben bereits Grünes Licht gegeben. Es fehlt noch die Zustimmung des Kreises Kleve-Geldern, der die Idee zu dieser neuen Klasse hatte. Die Pläne werden bei der nächsten Arbeitstagung der Fußball-Jugend im Kreis vorgestellt, die am Donnerstag, 5. März, ab 19 Uhr in der Gaststätte Einhorn in Kevelaer stattfinden wird. „Dann haben die Vereine das letzte Wort“, sagt Karos, der die Sonderliga „für den richtigen Schritt in die richtige Richtung“ hält.

Wie sollen die neuen Klassen aussehen? In allen drei Altersklassen sollen Ligen mit zwölf Mannschaften gebildet werden, in der Hin- und Rückrunde gespielt werden. Aus jedem Kreis werden vier Mannschaften in der Sonderliga antreten, in der dann die Teilnehmer an der Aufstiegsrunde zur Niederrheinliga ermittelt werden.

Wer kann in der Sonderliga spielen? Im Prinzip jeder Verein, der glaubt, in der jeweiligen Altersklasse eine Mannschaft zu haben, die in der Liga sportlich gut aufgehoben ist. Sollte es in einem Kreis mehr als vier Bewerber für einen Platz in der Sonderliga geben, dann würden Qualifikationsrunden für die Klasse ausgetragen. Die Vereine müssten diese Runden mit Mannschaften bestreiten, in denen nur Akteure der Jahrgänge stehen, die in der Klasse auch spielberechtigt wären – so, wie es auch bei der Qualifikation für die Niederrheinliga der Fall ist.

Gibt es in der Sonderliga eine Auf- und Abstiegsregelung? Absteiger werden nicht ermittelt. Die Sonderliga soll für jede Saison neu mit Mannschaften zusammengestellt werden, die dort starten möchten. Ebenso nehmen die erstplatzierten Teams der neuen Klasse nicht automatisch an der Qualifikation zur Niederrheinliga teil. Dort spielen nur die jeweils besten Teams der einzelnen Kreise. Will heißen: Selbst wenn die Mannschaften eines Kreises in der Sonderliga die letzten vier Plätze belegen, würde das beste dieser Teams die Chance zum Aufstieg in die Niederrheinliga haben.

Was wird aus der derzeitigen Leistungsklasse? Sie bleibt bestehen. Der Sieger der Leistungsklasse würde den Titel Kreismeister erhalten. Bei der Aufstiegsrunde zur Niederrheinliga wäre er nicht dabei. Der Weg dorthin führt nur über die Sonderliga.

Wer profitiert von der neuen Liga? Auf den ersten Blick scheinen vor allem die großen Vereine wie der VfB Homberg oder der GSV Moers, die Jugendarbeit mit erheblichen Aufwand betreiben, die Nutznießer zu sein. Aber auch für kleinere Clubs kann die Sonderliga ein Gewinn sein. Wenn sie eine ambitionierte Mannschaft in einer Altersklasse haben, kann sie für die Klasse gemeldet werden. Außerdem wird das Leistungsgefälle in der Leistungsklasse nicht mehr so groß sein, wenn die Sonderliga gestartet wird.

Können Jugend-Spiel-Gemeinschaften in der Sonderliga antreten? Auch Jugend-Spiel-Gemeinschaften können für die neue Klasse gemeldet werden, sich allerdings nicht für die Aufstiegsrunde zur Niederrheinliga qualifizieren. Das sieht das Regelwerk des Fußball-Verbandes Niederrhein noch nicht vor. „Wir arbeiten allerdings daran, dass das geändert wird, weil es ja immer mehr Spiel-Gemeinschaften im Nachwuchs-Bereich gibt“, sagt Ferdinand Karos.