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WM 2014: Angela Merkel in Brasilien eingetroffen

Kanzlerin schaut sich Auftaktspiel an : DFB-"Maskottchen" Merkel in Brasilien gelandet

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist einen Tag vor dem WM-Auftaktspiel der DFB-Elf in Brasilien eingetroffen. Sie landete am späten Sonntagnachmittag (Ortzeit) in der Hauptstadt Brasília, wo sie anschließend zu einem Arbeitsessen mit Präsidentin Dilma Rousseff zusammentraf. Lukas Podolski sorgte mit einem lustigen Versprecher in Sachen Merkel für einen Lacher.

Nach dem Essen mit Rousseff fliegt die Kanzlerin weiter nach Salvador im Bundesstaat Bahia. Dort bestreitet die deutsche Nationalmannschaft in der Fonte-Nova-Arena am Montag (18 Uhr, Live-Ticker) ihr erstes WM-Spiel gegen Portugal. Vor dem Spiel besucht Merkel das Benediktinerkloster Sao Bento in Salvador. Die Bundeskanzlerin wird der DFB-Auswahl aber frühestens nach dem Spiel einen kurzen Besuch abstatten.

Die Kanzlerin war zuletzt im Mai 2008 in Brasilien, dem für Deutschland wichtigsten Handelspartner in Lateinamerika. Bundespräsident Joachim Gauck war 2013 beim WM-Gastgeber. Die deutschen Exporte nach Brasilien beliefen sich nach Angaben des Auswärtigen Amtes 2013 auf rund 11,4 Milliarden Euro. Das waren 2,7 Prozent weniger als 2012.

Angesprochen auf den Besuch der Kanzlerin leistete sich Podolski am Sonntag im ZDF einen lustigen Versprecher. "Dass sie morgen kommt, ist für uns eine Muttivation", sagte Podolski. Wenig später gab es bei Twitter den Hashtag #muttivation.

#WorldCup: Hat der #Podolski grad in Bezug auf #Merkel s Ankunft in #Salvador von #Muttivation gesprochen????

Aufgrund der frühen Anstoßzeit um 13 Uhr Ortszeit erwarteten Temperaturen um die 28 Grad und einer Luftfeuchtigkeit an die 90 Prozent entschied sich Bundestrainer Joachim Löw erstmals in seiner achtjährigen Amtszeit dafür, bereits zwei Tage vor einem Turniermatch anzureisen. Im dem in die Jahre gekommenen Strandhotel Catussaba Suites Resort in Flughafennähe will Löw in den letzten anderthalben Tagen vor dem Anpfiff seinen Profis vor allem mental den letzten Feinschliff verpassen.

Am Sonntagabend nannte der 54-Jährige dann in einer Teamsitzung auch die Namen der elf Spieler, die gegen Weltfußballer Cristiano Ronaldo und Co. vor den Augen von "Maskottchen" Merkel beginnen werden.

100. WM-Spiel der Nationalelf

Vor dem Match wird dagegen DFB-Präsident Wolfgang Niersbach der Mannschaft vor dem 100. WM-Spiel einer DFB-Auswahl noch ein paar Worte mit auf dem Weg geben. "Dieses Jubiläum ist ein schöner Anreiz mehr, erfolgreich aus den Startlöchern zu kommen. 1990 war das 4:1 gegen den Mitfavoriten Jugoslawien wie eine Explosion. Dieses Spiel hat uns durch das ganze Turnier getragen", erinnert der 63-Jährige an den bislang letzten WM-Titelgewinn einer deutschen Mannschaft vor 24 Jahren in Italien.

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Wie wichtig ein Auftaktspiel ist, weiß auch Podolski. "Das erste Spiel einer Weltmeisterschaft ist immer besonders. Wenn du es gewinnst, gibt Dir das einen großen Schub. Wenn du es verlierst, werden Fragen gestellt, kommen Zweifel auf, ob du alles richtig machst", sagte der Offensivspieler vom FC Arsenal dem Reutlinger General-Anzeiger.

Auch Löw hofft deshalb "dass wir gut aus den Startlöchern kommen". Mit welchem Personal, wird er der Öffentlichkeit aber erst eine Stunde vor dem Anpfiff verraten. Einige Personalien hat der 54-Jährige allerdings schon frühzeitig preisgegeben. So wird Kapitän Philipp Lahm gegen die Portugiesen im Mittelfeld zum Einsatz kommen. Und vor dem wieder vollständig genesenen Torhüter Manuel Neuer spielen in der Viererkette vier gelernte Innenverteidiger: Jerome Boateng, Mats Hummels, Per Mertesacker und Benedikt Höwedes.

Spannend wird es noch im Mittelfeld und im Angriff, wo Löw im Training diverse Varianten durchprobiert hat. Wahrscheinlich ist, dass Senior und DFB-Rekordtorjäger Miroslav Klose (36) bei seiner Jagd auf den WM-Torrekord zunächst auf der Bank sitzt. Die Spekulationen über die Besetzung der Spitze gehen von Thomas Müller über Mario Götze bis hin zu dem zuletzt wenig überzeugenden Mesut Özil.

Löw: Özil macht täglich Fortschritte

Löw sieht Özil freilich auf einem guten Weg. "Er macht jeden Tag Fortschritte, auch im körperlichen Bereich", attestierte der Bundestrainer seinem Mittelfeldspieler. Ob der Profi des FC Arsenal als Angreifer oder Stratege in zweiter Linie in der Startelf stünde, ließ Löw ebenso unbeantwortet wie die Frage nach der zweiten Besetzung der Doppelsechs.

Für die Rolle neben Lahm kommen der wiedererstarkte Bastian Schweinsteiger, der noch nicht 100-prozentig fitte Sami Khedira und auch Toni Kroos in Frage. Der Münchner ist allerdings auch eine Option für die Offensive, in der wohl nur Podolski und Müller gesetzt sind. Wer am Ende zunächst auf die Bank muss, sei ohnehin irrelevant, teilte der Bundestrainer mit.

Löw machte seinen Spielern in der ersten Trainingswoche im Campo Bahia unmissverständlich klar, was er von ihnen in den kommenden Wochen erwartet. "Für mich gibt es keine Stammspieler, sondern 23 WM-Teilnehmer, die in jeder Sekunde in größter Alarmbereitschaft sein müssen," sagte er vor seinem zweiten WM-Turnier als Cheftrainer. Die Einwechselspieler wären in der Pflicht, den Unterschied ausmachen und der Mannschaft neue Energie zu geben.

Hier geht es zur Bilderstrecke: "DFB-Glücksbringer" Merkel in Brasilien gelandet

(dpa)