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Darum ist der KFC Uerdingen im Derby gegen den MSV Duisburg krasser Außenseiter

Niederrheinderby gegen den MSV Duisburg : Darum ist der KFC Uerdingen im Derby krasser Außenseiter

Vor dem Niederrheinderby gegen den MSV Duisburg spricht alles gegen die Mannschaft von Trainer Stefan Krämer: Tabelle, personelle Situation, Mentalität und Statistik. Der letzte Sieg liegt fast 38 Jahre zurück.

Eigentlich sollte es ein Knüller werden und die Kasse sollte klingeln. Vor großer Kulisse wollte der KFC Uerdingen mit dem Zweitliga-Absteiger MSV Duisburg um den Aufstieg kämpfen. Doch daraus wird nun nichts. Erst kam die Corona-Pandemie, die zunächst für eine wochenlange Unterbrechung der Saison und dann für einen Zuschauerausschluss sorgte, dann kam die Negativserie des KFC mit vier sieglosen Spielen in Folge. So kommt es am Mittwoch (20.30 Uhr) in der Düsseldorfer Merkur Spiel-Arena zum Geisterspiel zwischen dem Tabellenelften KFC und dem Spitzenreiter MSV.

Eigentlich spricht alles für die Gäste von der Wedau, auch die Statistik. Die Uerdinger konnten keine der zurückliegenden fünf Begegnungen gewinnen, verließen sogar viermal als Verlierer das Feld. Der letzte Sieg liegt sogar fast 38 Jahre zurück. Am 24. August 1982 gewannen die Blau-Roten das Zweitligaduell beim MSV mit 1:0. Franz Raschid erzielte in der 84. Minute das Goldene Tor.

Eigentlich sind die Voraussetzungen für einen weiteren Sieg des Meidericher Spielvereins optimal, auch was die personelle Situation betrifft. Es fehlt nur Torjäger Moritz Stoppelkamp. Dafür hat sich Connor Krempicki vor dem Treffen mit seinem alten Verein eindrucksvoll zurück gemeldet. „Ich habe ein gutes Gefühl, dass er seine alte Stärke wiederbekommt“, sagt MSV-Trainer Torsten Lieberknecht. „Gegen Würzburg war er ein ganz wichtiger Stabilisator aber auch Antreiber. Und das wünsche ich mir von ihm, da kann er noch viel, viel mehr.“

Und auch die mentale Stärke spricht für die Gäste. Sie haben das Ziel, den direkten Wiederaufstieg, dicht vor Augen und wollen ihn sich nicht mehr nehmen lassen. Das zeigten sie auch zuletzt gegen Würzburg, wo sie bis kurz vor Schluss zurücklagen, dann aber mit Biss noch einen Punkt retteten.

Eigentlich spricht nichts für den KFC – weder die derzeitige Verfassung, noch die Statistik, die personelle Situation (siehe Info-Box) oder die Mentalität. „Die Liste der Verletzungen ist lang und prominent“, sagt KFC-Trainer Stefan Krämer. „Trotzdem schließen wir uns in den Videoraum ein, schauen uns Duisburg gründlich an und versuchen aus den Spielern, die noch zur Verfügung sind, eine Mannschaft aufzustellen, die in der Lage ist, das Spiel zu gewinnen. Wir sind weit davon entfernt, herum zu jammern, wir müssen die Situation annehmen.“

Da alle drei Stürmer ausfallen, sind die Uerdinger, auch was das Spielsystem angeht, stark limitiert. Für ein 4-3-3- oder 4-4-2-System dürfte es kaum reichen. „Es könnte sich in der Grundordnung etwas ändern, das ist nicht unwahrscheinlich“, sagt der Coach. „Wie das genau aussehen wird, müssen wir noch gucken. Wir haben gut zu tun in der Vorbereitung.“ Fragt sich, wen Krämer überhaupt in die Spitze beordern kann: Ali Ibrahimaj, Christian Kionsombi oder Boubacar Barry, der eigentlich zum rechten Verteidiger umgeschult wurde? In Jena spielte nach einer Stunde Innenverteiduiger Assani Lukimya in der Spitze, in der Schlussphase auch Dominic Maroh. Die werden gegen den MSV aber zunächst einmal hinten benötigt.