1. Sport
  2. Fußball
  3. KFC Uerdingen

Boubacar Barrys Doppelfehler schmerzt den KFC Uerdingen

Verletztenliste wird länger : Barrys Doppelfehler schmerzt den KFC

Nach der bitteren 1:3-Niederlage gegen den TSV 1860 München bleibt den Uerdingern nicht viel Zeit, um die Müdigkeit aus den Beinen zu schütteln und den Frust aus den Köpfen zu bekommen. Am Sonntag geht es zum Schlusslicht FC Carl-Zeiss Jena.

Erst war es kein schönes Spiel, dann endete es auch noch nach einer Halbzeitführung, die das Gesehene verschmerzen ließ, mit einer ernüchternden Niederlage. Es war ein rundum frustrierender Abend für den KFC Uerdingen, der am Ende sogar verdient mit 1:3 gegen den TSV 1860 München unterlag.

Trainer Stefan Krämer war immerhin mit der ersten Halbzeit zufrieden. Wir hatten fast eine Stunde alles im Griff, waren die klar bessere Mannschaft und kassieren den Ausgleich quasi aus dem Nichts nach einem abgewehrten Freistoß, der zweifelhaft war“, meinte der Coach, der sich dann aber über den zweiten Gegentreffer doch ziemlich ärgerte. „Da lassen wir uns auskontern, nachdem wir einen Freistoß vor dem gegnerischen Tor hatten.“ Das war nicht nur ärgerlich, sondern auch der Knackpunkt in dem Spiel.

Ausgerechnet Boubacar Barry, der bislang eine ordentliche Saison spielt, unterlief ein Doppelfehler: Nach einem Stellungsfehler verlor er auch noch das Laufduell. Nach dem Spiel saß der 24 Jahre alte, von Werder Bremen ausgeliehene Verteidiger minutenlang enttäuscht auf dem Rasen. „Wenn man 80 Meter entfernt einen Freistoß hat, darf man den Ball nicht sieben Sekunden später aus dem eigenen Tor holen“, sagte Krämer. „Entweder ist man dann nicht gut in der Verteidigung oder im Umschaltspiel. Das sind die Momente, die in der  dritten Liga entscheiden. Die Spiele sind so eng, da sind das die Schlüsselszenen.“

Die Resultate an diesem Spieltag sind für die Uerdinger ärgerlich und hoffnungsvoll zugleich. Ärgerlich, weil fast alle die Konkurrenten ebenfalls nicht gewonnen haben und der KFC es somit erneut versäumt hat, zur Spitzengruppe aufzuschließen; hoffnungsvoll, weil es weiterhin nur sechs Punkte Rückstand zum Relegationsplatz sind bei noch sieben ausstehenden Spieltagen. Das Problem dabei ist: Der KFC gewinnt zu selten.

Auch Krämer weiß, dass ohne eine deutliche Steigerung und eine Siegesserie die Chance, oben noch einmal mitzumischen, sehr gering ist: „Natürlich schielen wir mit einem Auge nach oben, aber dann darf man solche Spiele nicht verlieren, damit der Konkurrent nicht abhaut. Und wenn du das nicht schaffst, hast du oben auch nichts verloren.“

Inzwischen ist die Liste der verletzten und angeschlagenen Spieler auch ungewöhnlich lang. Zu Kapitän Jan Kirchhoff, Manuel Konrad, Lukas Königshofer, Rijad Kobiljar und Hakim Guenouche haben sich jetzt noch Tom Boere und Osayamen Osawe hinzugesellt. Der Niederländer verspürte beim Aufwärmen Adduktorenprobleme, beim Nierianer machte nach einer Viertelstunde der Oberschenkel zu. Ob zumindest einer der beiden Stürmer bis zum Wochenende wieder fit wird, ist ungewiss. Am Mittwoch durften die Spieler Wunden lecken und hatten Zeit, die Niederlage zu verdauen. Am Donnerstag wird wieder trainiert. Dann muss nicht nur die Müdigkeit aus den Knochen, sondern vor allem der Frust aus den Köpfen weichen.