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KFC Uerdingen gegen Spitzenreiter MSV Duisburg ohne Stürmer

Vor dem Topspiel gegen Duisburg : KFC Uerdingen steht ohne Stürmer da

Selbst beim abgeschlagenen Schlusslicht FC Carl Zeiss Jena kommen die Uerdinger nicht über ein 0:0 hinaus. Und dann kam auch noch Pech hinzu: Torjäger Adriano Grimaldi verletzt sich erneut. Damit fallen alle drei Stürmer aus.

Stefan Krämer ist Rheinländer. Er ist immer zuversichtlich und versprüht meist Optimismus. Doch nach dem Schlusspfiff im Ernst-Abbe-Sportfeld in Jena war ihm nach Artikel 7 des rheinischen Grundgesetzes zumute: „Wat wells de maache?“ Schließlich hatte er alles versucht, seine Mannschaft offensiv eingestellt, sie auf einen zähen Fight vorbereitet, während des Spiels die fünf möglichen Wechsel vorgenommen, bereits eine halbe Stunde vor Schluss den stabilen Innenverteidiger Assani Lukimya in die Spitze beordert und in der Schlussphase auch  noch Dominic Maroh. Und um ein Haar hätte der KFC Uerdingen in der Schlussminute auch noch den Siegtreffer erzielt. Nach einem Freistoß von Patrick Pflücke wuchtete Maroh den Kopfball in Richtung gegnerisches Tor, der Keeper wehrt ab und Rijad Kobiljar kommt aus sechs, sieben Metern zum Schuss, bleibt aber hängen. So kommen die Gäste beim abgeschlagenen Schlusslicht und Absteiger Carl Zeiss Jena nicht über ein torloses Remis hinaus. Die Mannschaft bleibt im vierten Spiel in Folge ohne Sieg und vergibt damit die nächste große Chance, zur Spitzengruppe aufzuschließen.

Alle sind enttäuscht, als sie den Bus zur Heimreise antreten: Spieler, Trainer, Betreuer und Physiotherapeuten. Letztere haben in diesen Tagen alle Hände voll zu tun. Die Verletztenliste, auf der bislang Kapitän Jan Kirchhoff, Torhüter Lukas Königshofer, Kevin Großkreutz, Roberto Rodriguez, Hakim Guenouche sowie die beiden Torjäger Tom Boere und Osayamen Osawe standen, wurde um den dritten und letzten Stürmer verlängert: Adriano Grimaldi schied nach einer haben Stunde mit Adduktorenproblemen aus. „Ich befürchte, dass die Sasion für ihn zu Ende ist“, meinte Trainer Krämer. Da klang ein wenig Niedergschlagenheit und Resignation mit.

Das ist verständlich, denn mit einem Sieg hätte der KFC noch einmal in den Aufstiegskampf eingreifen können – völlig abgesehen davon, ob das verdient, der Leistung angemessen oder für die Entwicklung gut gewesen wäre. „Man braucht nur auf die Tabelle zu schauen, um zu sehen, woran es hapert“, sagte Dominic Maroh, bevor er in den Bus stieg. „Unser Torverhältnis zeigt deutlich, dass wir zu wenig Tore schießen. Aber das ist keine neue Erkenntnis, sondern zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Saison. Hinten stehen wir gut, aber das reicht eben nicht.“ 36 Tore hat der KFC in 32 Spielen erzielt, nur Schlusslicht Jena (31) und der Vorletzte SG Sonnenhof Großaspach (26) hatten noch seltener Grund zum Jubeln.

Die Vereine der oberen Tabellenregion patzen, die unten kämpfen um den Klassenerhalt und punkten wie die Teufel. Kann der KFC noch in Abstiegsgefahr geraten? Nüchtern betrachtet hat er acht Zähler Vorsprung auf die Abstiegsplätze, so dass die Aufstiegsränge rein zahlenmäßig immer noch näher sind.

Am Mittwoch geht es mit den Niederrheinderby weiter. Dann empfängt der KFC um 20.30 Uhr den Tabellenführer MSV Duisburg. Eigentlich hätte es ein echtes Spitzenspiel vor großer Kulisse werden sollen, doch nun wird es ein Geisterspiel mit einem im Mittelmaß versunkenen KFC Uerdingen. Doch uninteressant ist die Parte damit nicht. Für den KFC geht es nun darum, dem Nachbarn den Aufstieg zu vermasseln. Denn dann besteht zumindest die Hoffnung, dass es in der kommenden Saison zwischen beiden Mannschaften zu einem Spitzenspiel vor großer Kulisse kommt.