Fortuna Düsseldorf: Handspiel-Frust wird zum Dauerthema

Nach Videobeweis in Wolfsburg : Handspiel-Frust wird bei Fortuna zum Dauerthema

Beim 2:5 in Wolfsburg fällt der Videobeweis wieder einmal gegen Fortuna Düsseldorf aus. Trainer Friedhelm Funkel kann das nicht mehr nachvollziehen und verweist darauf, wie häufig sein Team schon benachteiligt worden sei.

Eine Entschuldigung für die 2:5-Niederlage soll seine Kritik nicht sein – das ist Friedhelm Funkel ganz wichtig. Doch einfach so unter den Tisch fallen lassen möchte Fortunas Trainer die Szene aus der 34. Minute dann doch nicht. Da bekam Wout Weghorst, Stürmer des VfL Wolfsburg, den Ball an die Hand, legte anschließend seinem Kollegen Admir Mehmedi die Kugel zum 1:1-Ausgleich vor. Schiedsrichter Bastian Dankert sah sich die Szene auf Anraten des Videoassistenten Felix Brych noch einmal an, blieb aber bei seiner ersten Entscheidung: Tor. Die Partie, zuvor für Fortuna nach Kaan Ayhans Freistoßtreffer zum 1:0 auf einem guten Weg, kippt und läuft aus dem Ruder.

„Ich kann das alles einfach nicht mehr hören“, poltert Funkel. „Solche Entscheidungen werden immer zu Unrecht gegen uns getroffen, immer! In Gladbach kriegen wir einen Elfmeter gegen uns, der niemals einer war – da wird Kaan Ayhan der Ball aus einem Meter an den angelegten Arm geschossen. Heute verschafft sich Wout Weghorst durch sein Handspiel einen klaren Vorteil, und rein gar nichts passiert.“

Tatsächlich sind für die Düsseldorfer an den bislang 26 Spieltagen der Bundesligasaison allein in Sachen Handspiel mindestens sechs fragwürdige Elfmeterszenen zusammengekommen. Die bemerkenswerte Quote: Sechsmal bekam der jeweilige Gegner nach Ansicht der Videobilder Recht. „Ich habe den Schiedsrichter gefragt, und der sagt: keine Absicht“, berichtet Funkel weiter. „Da hab ich ihm nur gesagt: Hören Sie mir auf mit Absicht! Das habe ich in dieser Saison schon zehnmal gehört. Im Hinspiel zum Beispiel, da springt Rouwen Hennings in der Mauer hoch und bekommt den Ball an den Ellbogen – und es gibt Elfmeter.“

Einmal in Fahrt, erweitert der Düsseldorfer Trainer das Thema auf das Eingreifen der Videoassistenten im Allgemeinen. Und auch da gibt es reichlich Anlass zur Kritik, denn längst nicht immer werde Funkel zufolge der gleiche Maßstab angelegt, was denn nun eine „klare Fehlentscheidung“ und somit ein Grund für den Assistenten sei, den Referee anzufunken. „In Schalke wird eine Kann-Entscheidung, in der sich der Kölner Keller niemals melden darf, gegen uns ausgelegt“, sagt der Fortuna-Coach und erinnert damit an das vermeintliche Foulspiel Benito Ramans vor Dodi Lukebakios letztlich nicht gegebenem Treffer. „Sie wird gegen uns ausgelegt wie jedes Mal.“

Die Statistik gibt Funkel Recht. Lukebakios Anschlusstor zum 3:2 beim FC Bayern war der einzige zunächst wirklich strittige Fall, in dem die Videoüberprüfung zugunsten der Düsseldorfer ausfiel. Hinzu kam noch der Handelfmeter zur 1:0-Führung auf Schalke, wobei Funkel diese Szene nicht gelten lassen will: „Da durfte Brych als Hauptschiedsrichter nie zum Video gehen. Das hat doch jeder schon live gesehen, dass das ein Handelfmeter war.“

In seinem Frust fühlt sich Fortunas Cheftrainer an die Vorsaison erinnert und zieht rheinische Parallelen. „Das ist genau wie im vergangenen Jahr beim 1. FC Köln, der ist bestimmt zehnmal betroffen worden von solchen Fehlentscheidungen und ist am Ende abgestiegen“, poltert Funkel. „Der FC hatte aber am Ende nur 23 Punkte, und wir haben jetzt schon 31. Zum Glück. Es trifft immer uns, ich ärgere mich total darüber.“ Das Problem liege dabei tiefer als nur im Videobeweis: „Es gibt keine Regelauslegung, das ist reine Willkür. Die gleiche Situation wird einmal so und einmal so ausgelegt – nur leider immer gegen uns.“

Auf Dankerts Zitat angesprochen, nach dem 1. Juli hätte er Mehmedis Tor wegen der neuen Regeln als Handspiel abgepfiffen, bleibt Funkel nur noch Resignation: „Was soll ich da denken? Da kann ich nur ruhig bleiben.“ Und das fällt ihm diesmal richtig schwer.

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