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Fortuna Düsseldorf: 2:2 gegen Eintracht Braunschweig lässt Aufstiegsträume wohl platzen

2:2 gegen Eintracht Braunschweig : Fortuna bleiben nur noch rechnerische Chancen auf den Aufstieg

Das enttäuschende 2:2 gegen den Abstiegskandidaten Eintracht Braunschweig ist viel zu wenig für die Düsseldorfer. Die Niedersachsen verdienten sich den Punkt jedoch redlich, denn sie waren dem Siegtreffer mehrfach nahe.

Eintracht Braunschweig scheint den Profis der Düsseldorfer Fortuna in dieser Saison einfach nicht zu liegen. Schon im Hinspiel in Januar ließen die Rheinländer mit dem 0:0 bei den abstiegsgefährdeten Niedersachsen zwei Zähler liegen, und jetzt passierte ihnen auf eigenem Rasen nahezu das gleiche Missgeschick. Das 2:2 gegen die Eintracht schmerzte freilich noch deutlich mehr als das erste Remis, bedeutet es doch mit allergrößter Wahrscheinlichkeit das Aus für Fortuna im Aufstiegskampf.

Shinta Appelkamp und Kenan Karaman waren gegenüber dem 3:2-Heimsieg gegen den Karlsruher SC am vergangenen Montag neu in die Startformation gerückt – Uwe Rösler agierte in Sachen Umstellungen also eher auf Sparflamme. Das Ganze mündete in ein 4-2-3-1-System, da der für den verletzten Kristoffer Peterson hineinrotierte Appelkamp sicher kein klassischer Außenstürmer für ein 4-3-3 ist. Der Deutsch-Japaner erhielt den Arbeitsauftrag, von der linken Seite aus immer wieder in die Mitte zu ziehen und seine technischen Fertigkeiten dabei einzubringen, den Abwehrriegel der Braunschweiger zu knacken.

Karaman sollte sich ein wenig hinter der einzigen echten Spitze Dawid Kownacki einsortieren. Die Personalwahl bedeutete zugleich, dass Rouwen Hennings erneut eine Partie nur auf der Ersatzbank begann, ebenso wie Jakub Piotrowski, der sich sicher Hoffnungen gemacht hatte, anstelle von Edgar Prib ins Mittelfeld zu rücken.

Wie wandelbar im Fußball Systeme sind, zeigte sich sehr schnell. Da Karaman ständig mit in die Spitze drängte, stellte sich Fortunas angedachte Taktik faktisch meist in ein 4-4-2 um – und damit hatten die Rösler-Schützlinge ja schon in den vergangenen Monaten immer wieder ihre Probleme. So auch am Samstag: Die Gastgeber machten es der Eintracht in der ersten Hälfte viel zu einfach, sich zu formieren, torgefährliche Szenen hatten absoluten Seltenheitswert.

So war dann lange Zeit der größte Aufreger, dass Leonardo Koutris – richtigerweise – einen Ball nicht in Aus beförderte, als der Braunschweiger Fabio Kaufmann am Boden lag. Das Spiel zu unterbrechen, ist laut Reglement schließlich Aufgabe des Schiedsrichters, doch stattdessen wollte ein ganzes Rudel Gästespieler mit Torhüter Jasmin Fejzic an der Spitze Koutris an die Wäsche. Adam Bodzek griff zur Unterstützung ein, so dass kurz eine deftige Rauferei drohte. Die Eskalation blieb jedoch aus, und erstaunlicherweise zeigte Referee Tobias Reichel nicht einmal eine Gelbe Karte.

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Das durfte der Unparteiische aber kurz vor der Pause nachholen. Benjamin Kessel legte Kownacki im Strafraum, und zusätzlich zum gelben Karton verhängte Reichel auch noch einen Strafstoß. Kownacki versenkte souverän und sorgte so für die 1:0-Pausenführung.

Vielleicht wäre bereits der Deckel auf der Partie gewesen, wenn Appelkamp Sekunden nach Wiederanpfiff nicht an Fejzic gescheitert wäre; so aber machte Fortuna sich das Leben wieder einmal selbst schwer. Nach einem unnötigen Ballverlust Karamans in der 51. Minute ließ sich Leonardo Koutris aus dem Deckungsverbund locken, und nach Danilo Wiebes Hereingabe platzierte Marcel Bär seinen Schuss gegen die Laufrichtung Florian Kastenmeiers ins rechte Eck – 1:1.

Und das Spiel blieb unberechenbar. Zunächst durften die Düsseldorfer jubeln, als Appelkamp eine Hereingabe von Felix Klaus zum Führungstreffer nutzte, dann wieder die Braunschweiger. Kaufmann nutzte einen Stellungsfehler von Prib zu einem schönen Sololauf, den er mit einem sehenswerten Distanzschuss ins lange Eck abschloss.

Rösler setzte nun alles auf eine Karte, brachte Hennings, Brandon Borrello und Emmanuel Iyoha für Prib, Karaman und Klaus, stellte sein Team damit noch offensiver ein. Doch wesentlich gefährlicher wurden Fortunas Bemühungen dadurch nicht, im Gegenteil: In der Schlussphase war Braunschweig dem Siegtreffer mehrfach näher als der enttäuschende Favorit. Die Punkteteilung, die der Rösler-Elf nur noch rechnerische Chancen auf den Aufstieg lässt, ging somit vollkommen in Ordnung.

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