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Eisbären Berlin sind nach Sieg gegen Grizzlys Wolfsburg DEL-Meister

Jubiläumstitel : Eisbären Berlin nach Sieg über Wolfsburg nun DEL-Rekordmeister

Die Eisbären Berlin haben sich am Freitag zur deutschen Eishockey-Meisterschaft geschossen. Durch einen Sieg gegen die Grizzlys Wolfsburg schrieben die Berliner Eishockey-Geschichte.

Mit dem Jubiläumstitel zum Rekord: Die Eisbären Berlin haben gleich doppelt Eishockey-Geschichte geschrieben. Mit einem 2:1 (1:1, 1:0, 0:0)-Sieg im dritten Play-off-Finale gegen die Grizzlys Wolfsburg krönte sich der Hauptrundensieger der Nordgruppe zum 100. deutschen Meister. Den Silberpokal der Deutschen Eishockey Liga (DEL) reckte Kapitän Frank Hördler schon zum achten Mal in die Höhe, damit sind die Eisbären die alleinige Nummer eins.

„Ich bin einfach nur froh, dass wir es irgendwie geschafft haben“, sagte der überglückliche Siegtorschütze Leo Pförderl (24. Minute) nach seiner persönlich ersten Meisterschaft bei Magentasport. Ein weiterer Treffer von Mark Olver (2.) machte den einstigen Serienmeister, der acht Jahre lang auf einen Titel warten musste, nach einem Jahr ohne Meisterkür in der Deutschen Eishockey Liga wieder zum Champion - ohne Zuschauer. Im vergangenen Jahr hatte die Liga die Saison zum Beginn der Coronavirus-Pandemie vor dem Beginn der Playoffs abgebrochen. „Megageil“, jubelte Nationalstürmer Marcel Noebels, der ebenfalls zum ersten Mal deutscher Meister wurde. „Es war eine ganz aufregende Saison. Wir müssen allen danken, die das möglich gemacht haben. Das war wirklich nicht einfach.“

Dagegen nimmt das Warten für Sebastian Furchner kein Ende. Der Wolfsburger Kapitän verlor auch seine sechste Endspielserie. Mit 1073 DEL-Spielen hält der 39-Jährige einen Rekord, auf den er gerne verzichten würde: Er steht in der Liga schon am längsten auf dem Eis, ohne je einen Titel gewonnen zu haben. Hördler ist das andere Extrem: Der Silbermedaillengewinner von Pyeongchang war schon 2005 bei der ersten Eisbären-Meisterschaft dabei.

Mark Olver (2.) und Nationalspieler Leo Pföderl (24.) schossen die Berliner in der leeren Arena zum entscheidenden zweiten Sieg. Für die Wolfsburger, vom ehemaligen Bundestrainer Pat Cortina betreut, traf lediglich Mathis Olimb (3.). Die Feierlichkeiten beim Rekordmeister sahen ganz anders aus als bei den sieben Malen zuvor: keine jubelnden Fans auf den Rängen, wegen der Ausgangssperre und der Corona-Regeln auch kein feuchtfröhlicher Zug durchs Berliner Nachtleben.

Der Showdown begann spektakulär: Mit dem ersten Berliner Schuss erzielte Olver gleich die Führung. Doch nur 25 Sekunden später antworteten die Wolfsburger mit dem Ausgleich durch Olimb - dem allerdings ein Regelverstoß vorangegangen war. Valentin Busch hatte den Puck im Angriffsdrittel gehalten, obwohl er seinen Helm verloren hatte. Eigentlich hätte der Grizzlys-Stürmer auf die Strafbank geschickt werden müssen, doch den Videobeweis durften die Schiedsrichter nicht zu Rate ziehen.

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Es ging mit hohem Tempo und harten Zweikämpfen weiter. Wolfsburg investierte deutlich mehr in die Offensive als beim 1:4 am vergangenen Mittwoch in eigener Halle. Mehrmals musste Nationaltorwart Mathias Niederberger in höchster Not retten. Die Eisbären taten sich in der neutralen Zone gegen vier verteidigende Wolfsburger ähnlich schwer wie beim 2:3 nach Verlängerung im ersten Duell.

"Das war ein bisschen chaotisch", kritisierte Hördler bei MagentaSport, "wir müssen strukturierter sein und einfacher spielen." Im zweiten Durchgang wurde es besser: Nach sehenswerter Vorarbeit von Verteidiger Kai Wissmann traf Pföderl zum 2:1, die Eisbären bekamen das Spiel immer mehr in den Griff. Im Schlussdrittel drängten die Gäste auf den Ausgleich - aber vergeblich.

(dör/SID)