Fortuna Düsseldorf: Ex-Torwart Carsten Nulle über den Deal mit dem KFC Uerdingen

Uerdingen spielt bald in Düsseldorf: Ex-Fortune Nulle versteht Arena-Deal mit dem KFC

2004 gab es das legendäre Scharmützel zwischen Carsten Nulle und dem Grotifant. 15 Jahre später spricht der Ex-Fortune über den Arena-Deal mit den Uerdingern – und zeigt Verständnis.

Am Donnerstagabend wird Carsten Nulle im altehrwürdigen Guiseppe-Meazza-Stadion in Mailand stehen und seinem Herzensklub Eintracht Frankfurt die Daumen drücken, dass es gegen Inter etwas wird mit dem Einzug ins Viertelfinale der Europa League. Vor der Abfahrt erreichte unsere Redaktion den ehemaligen Torhüter von Fortuna Düsseldorf am Telefon. Das Thema: Das Gastspiel des KFC Uerdingen in der Düsseldorfer Arena in der kommenden Saison.

Wenn es eine Person in der Geschichte von Fortuna gibt, die für immer die Abneigung gegenüber dem KFC Uerdingen verkörpern wird, ist es Carsten Nulle. Nur 26 Mal trug der heute 43-Jährige das Trikot der Düsseldorfer zwischen den Jahren 2004 und 2006. Aber er trug es eben auch am 29. September 2004 beim Niederrheinpokal-Achtelfinale in der Grotenburg gegen den KFC Uerdingen. Vor 3401 Zuschauern siegte die Fortuna, damaliger Regionalligist, durch ein Tor von Victor Bocchio mit 1:0. Die Stimmung in Uerdingen ist vor, während und nach dem Spiel aufgeheitzt. Nach dem Spiel kommt es zum Wortgefecht zwischen Nulle und dem KFC-Maskottchen, dem Grotifant. Der Mann in dem Kostüm, Andreas Bosheck, schildert seine Sicht der Dinge später so: „Nulle kam von hinten angelaufen mit dem Spruch: ‚Dir wollte ich schon immer mal den Elefantenkopf vom Schädel hauen.‘ Das hat er dann auch gemacht. Danach ging die Post ab!“

Nulles Version geht anders. Darüber will er aber nicht sprechen. Er sagt nur: „Der Herr hatte seine Plattform. Für mich gibt es auch nach wie vor keinen Anlass, darüber irgendein Wort zu verlieren.“ So oder so, Nulle genießt seither in Fortunas Fankurve Legendenstatus. Er ist das Symbol der Rivalität zum KFC.

Was hält also Nulle davon, dass die Uerdinger in der Spielzeit 2019/2020 ihre Heimspiele in der Düsseldorfer Arena austragen dürfen? „Ich war sehr darüber überrascht. Aber wenn sie genug dafür bezahlen, ist es doch okay. So darf der KFC auch mal in der Landeshauptstadt spielen“, sagt er mit einem süffisanten Unterton in der Stimme. „Die Grotenburg ist natürlich in die Jahre gekommen. Ich sehe das Gastspiel nicht so negativ. Sie sind ja nur Mieter.“

Für den ehemaligen Torhüter steht jedenfalls fest, dass der KFC als Drittligist in die Arena kommt:„Nur weil die wirtschaftliche Ausgangslage so gut ist, heißt das noch lange nicht, dass sie auch eine funktionierende Mannschaft haben. Das sieht man ja jetzt in der Rückrunde. Es scheint nicht zu passen.“

Nulle steht noch bis zum Saisonende als Torwarttrainer beim Zweitliga-Letzten FC Ingolstadt unter Vertrag. Was danach kommt, weiß er noch nicht. Eine Rückkehr zur Fortuna ist jedenfalls derzeit nicht im Gespräch. „Im Fußball sollte man nie etwas ausschließen. Aber Claus (Reitmaier, Fortunas Torwarttrainer, Anm. d. Red.) macht das gut, ich hege derzeit keine Ambitionen, in den Westen zurückzukehren.“

Vielleicht kommt Nulle in der kommenden Saison aber als Zuschauer in der Arena. Dann aber eher nicht, wenn der KFC dort spielt, sondern lieber beim Bundesliga-Duell zwischen Fortuna und der Eintracht.

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