Bis zur WM dürfte er weiter steigen Borussias Zuschauer-Schnitt knackt die 51.000

Mönchengladbach · Das zweite „ausverkauft“ in Folge wird Borussia Mönchengladbach am Samstag nicht vermelden können. Doch Eintracht Frankfurt bringt immerhin 4000 Fans mit - das sind mehr als die ersten vier Gästeklubs dieser Saison zusammen. So hat sich der Schnitt im Borussia-Park entwickelt.

Borussia Mönchengladbach: Zuschauer-Schnitt seit 2004
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Der Zuschauer-Schnitt im Borussia-Park

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Foto: dpa/Federico Gambarini

Für das Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt hat Borussia Mönchengladbach bereits so viele Karten verkauft, dass auf dem Online-Ticketportal ohne Heranzoomen kaum ersichtlich ist, ob es sich um Punkte für freie Plätze oder doch nur um einen Fleck auf dem Bildschirm handelt. Bei näherem Hinsehen sind ein paar Einzelplätze zu erkennen, aber kaum einmal zwei zusammenhängende. Das bedeutet: Am Samstag wird der Borussia-Park im Heimbereich ausverkauft sein. Eintracht Frankfurt wird immerhin um die 4000 Fans mitbringen, was nach dem Kölner Besuch mit Abstand der zweitbeste Wert wäre.

Dass der Borussia-Park nur beim Derby ausverkauft war, liegt also weniger an der Stadion-Begeisterung der Gladbach-Fans. Die Seite „fussballmafia.de“ notiert ziemlich akkurat, wie viele Anhänger sich auf Reisen begeben. In Gladbach wurden bislang erst 8835 Gäste gezählt, 5500 davon entfallen auf Köln. Hertha BSC wäre mit 1350 Fans an einem Freitagabend noch halbwegs entschuldigt. Die TSG Hoffenheim brachte dafür nur 500 mit, RB Leipzig 585 und der FSV Mainz 05 auch nur 900.

Borussia könnte also noch besser dastehen als mit einem Schnitt von 50.702 Zuschauern in der ersten Saison ohne jede Einschränkung seit 2018/19. Der Schnitt wird bis zur WM-Pause nicht nur aufgrund der Frankfurter ansteigen. Fürs Spiel gegen den VfB Stuttgart am 4. November (ein Freitag) hat der Verein gerade die Blöcke 6A und 7A oberhalb des Gästeblocks für alle Fans freigegeben, und gegen Borussia Dortmund eine Woche später, ebenfalls an einem Freitag, dürfte es ebenfalls voll werden. Nach der Winterpause heißen die Heimgegner dann Bayer 04 Leverkusen, Schalke 04 und Bayern München. Die Werbetrommel für Tickets muss Gladbach also derzeit nicht rühren.

Borussia Mönchengladbach: Startelf beim VfB Stuttgart
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So könnte Borussias Startelf in Stuttgart aussehen

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Foto: dpa/Carmen Jaspersen

Auf die beste von 18 Spielzeiten im gar nicht mehr so neuen Stadion mag man nicht so leicht kommen. 2013/14 war es, als Borussia im Schnitt 52.334 Karten verkaufte. Eine bedeutende Gemeinsamkeit zur aktuellen Saison gab es damals: Kein Heimspiel fand an einem Dienstag oder Mittwoch statt. So lässt sich auch das verhältnismäßig schwächere Ergebnis von 2018/19 erklären, obwohl Borussia damals lange um die Champions League mitspielte: Nur 42.323 Fans kamen damals unter der Woche gegen den 1. FC Nürnberg, nur 41.257 gegen Frankfurt.

Von 2013 bis 2018 lag der Schnitt über 50.000, zuvor hatte er sich nach der guten Premierensaison 2004/05 (49.168) sukzessive verschlechtert auf 45.153 in der Spielzeit 2010/11, zwischendurch in der 2. Bundesliga waren es 40.264. Nach der Relegation machte Borussia zwar tabellarisch den noch größeren Sprung, aber unter Lucien Favre gingen auch die Zuschauerzahlen 2011/12 hoch auf 51.882. Das ist immer noch der zweitbeste Schnitt in Borussias Geschichte. Je nach weiterem sportlichen Verlauf, könnte diese Zahl auch diese Saison drin sein. Doch die bisherigen Spiele zeigen, dass das nicht nur in den Händen der Gladbach-Fans liegt.

Rund 1,5 Millionen Plätze, die ansonsten sehr wahrscheinlich besetzt gewesen wären, blieben in der Corona-Pandemie frei. Trotz einiger (Beinahe-)Geisterspiele lag der Schnitt mit 26.539 vergangene Saison noch über vielen Bökelberg-Jahren. Die Bestmarke im alten Stadion wurde in der Abschiedssaison 2003/04 erreicht mit 32.276 Zuschauern (von 34.500 möglichen). Gladbachs Bundesliga-Negativrekord stammt aus der Saison 1988/89 mit gerade einmal 13.718 Zuschauern pro Spiel. Zum Vergleich: Dürfte ab jetzt niemand mehr kommen in dieser Saison, läge Borussia nach fünf Heimspielen bereits über diesem Wert.

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