Borussias Personalsituation Eine Hoffnung Farkes für Darmstadt erfüllt sich nicht

Mönchengladbach · Es wäre wenig überraschend, wenn Borussia Mönchengladbach am Dienstag im Pokalspiel in Darmstadt mit derselben Startelf antreten wird wie zuletzt in Wolfsburg. Darauf deuten zumindest die Aussagen ihres Trainers hin. Was Daniel Farke zudem zum Thema Elfmeterschießen sagte.

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Foto: dpa/Carmen Jaspersen

Auf das ausgiebige Üben von Elfmetern verzichtete Daniel Farke beim Abschlusstraining der Borussen vor dem Zweitrundenspiel im DFB-Pokal bei Darmstadt 98. „Vor Pokalspielen weise ich da ganz bewusst nicht darauf hin, weil ich sonst unterbewusst damit die Botschaft gebe, ich würde der Mannschaft nicht zutrauen, das Spiel in 90 oder 120 Minuten zu gewinnen. Grundsätzlich trainieren wir immer wieder mal Elfmeter, wobei man die Drucksituation nie wirklich simulieren kann“, sagte Farke.

Indes sind sich die Gladbacher schon bewusst, dass die Aufgabe beim Tabellenführer der Zweiten Bundesliga eine sehr schwere ist am Dienstagabend (20.45 Uhr/ARD und Sky). Eine spezielle Gegner-Analyse gebe es nun aber nicht. „Für mich hat der Pokal die gleiche Bedeutung wie die Meisterschaft. In beiden Wettbewerben sind wir nicht der Favorit. Aber in einem Spiel ist immer alles möglich. Und wir sind gierig und wollen eine Runde weiterkommen“, sagte Farke.

Dieses Ziel muss Borussia auf jeden Fall ohne Christoph Kramer erreichen. Der Mittelfeldspieler, der sich im Derby gegen Köln eine Sprunggelenksverletzung zugezogen hatte, werde definitiv nicht zur Verfügung stehen, sagte Farke: „Für ihn ist es noch zu früh.“ So wäre es keine Überraschung, wenn der Gladbacher Coach dieselbe Startformation auf das Feld schickt, die schon beim 2:2 in Wolfsburg begonnen hatte. Dazu zählt auch, dass Farke nicht wie andere Trainer den Pokal nutzt, um seinem zweiten Torhüter Einsatzzeit zu geben. „Wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, wird Yann Sommer spielen“, antwortete Farke am Montag während der Pressekonferenz auf Nachfrage.

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Von den Feldspielern seien derweil alle gut durch das intensive Spiel in Wolfsburg gekommen. Das gilt auch für Alassane Plea, der am vergangenen Samstag sein Startelf-Comeback gefeiert hatte. 80 Minuten hielt der Franzose durch, was Farke sehr gefreut hatte. „Er hatte in der Pause signalisiert, dass er schon etwas müde sei, hat in der zweiten Halbzeit aber die zweite Luft bekommen und gerade auch in der Arbeit gegen den Ball seine Sache sehr gut gemacht“, lobte Farke. Die Einsatzminuten hätten seinem Angreifer gut getan, ob „er in Darmstadt schon über 90 Minuten gehen kann, werden wir sehen.“

Generell müsse man bei nur zwei Tagen zwischen den Spielen in Wolfsburg und Darmstadt wohl einige späte Entscheidungen treffen, sagte der Coach, der auch die Option hätte, Spieler wie Nathan Ngoumou, Patrick Herrmann, Luca Netz oder Stefan Lainer einmal eine Chance von Beginn an zu geben. „Ich habe große Sympathien dafür, Spieler zu bringen, die sich im Training aufdrängen. So ist es bei Nathan, der sich seinen Einsatz in Wolfsburg mit guten Trainingsleistungen wirklich verdient hatte und dann auch ein lebendes Element in unserem Spiel war“, sagte Farke. Und doch bedeutet das nicht zwangsläufig, dass nun Wechsel bevorstehen könnten.

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Foto: dpa/Sven Hoppe

„Grundsätzlich wollen wir immer die Elf aufstellen, bei der wir das Gefühl haben, dass es die beste Elf ist, um das Spiel zu gewinnen. Ich vertraue allen Spielern. Aber einen nachrückenden Spieler reinzubringen bedeutet auch, einen qualitativ guten Spieler rausnehmen zu müssen“, sagte Farke und brachte das Beispiel Conor Noß: „Er trainiert aktuell richtig gut, ich bin total zufrieden mit ihm. Doch dann müsste ich Marcus Thuram rausnehmen.“ Und das ist in dessen aktueller Verfassung nun wirklich nicht vorstellbar.

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