„Uns erwartet Bundesliga-Level“ Farke warnt vor Darmstadt und freut sich auf Wiedersehen mit Ex-Borusse Zimmermann

Mönchengladbach · Kein Spieler hat unter Daniel Farke mehr Partien absolviert als Christoph Zimmermann. Nun treffen beide im DFB-Pokal aufeinander, der eine in der Rolle des Gladbach-Trainers, der andere als Verteidiger bei Darmstadt 98. Vor dem Duell sprach Farke über den kommenden Gegner und die Verbindung zu Zimmermann.

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Foto: Dieter Wiechmann/Wiechmann, Dieter (dwi)

Daniel Farke brachte es am Montag auf der Pressekonferenz schnell auf den Punkt. „Wenn wir als Borussia Mönchengladbach bei einem Zweitligisten spielen, sind wir der Favorit aufs Weiterkommen“, sagte Farke einen Tag vor dem Zweitrunden-Spiel im DFB-Pokal (20.45 Uhr, ARD) bei Darmstadt 98.

Gleichzeitig war Farke darauf bedacht, das Duell mit dem Tabellenführer der 2. Bundesliga möglichst realistisch einzuordnen. „Uns erwartet Bundesliga-Level“, sagte er, um anschließend zu erklären, was genau er damit meine. „Wenn du auf Platz eins stehst, bedeutet das, dass man am Ende der Saison aufsteigen will. Das ist kein großer Qualitätsunterschied dazu, wenn du in der Bundesliga auf Platz 15, 16 oder 17 stehst. Ganz im Gegenteil: Du hast noch das Momentum auf deiner Seite und auch das Selbstvertrauen“, so Farke.

Tatsächlich haben die Darmstädter lediglich ihr erstes Saisonspiel bei Jahn Regensburg (0:2) verloren, in den folgenden elf Ligaspielen gab es acht Siege und drei Unentschieden. Am vergangenen Wochenende wurde der Karlsruher SC mit 2:1 besiegt. Vor allem der kopfballstarke Phillip Tietz sticht im Angriff mit bisher sechs Saisontreffern hervor. Dahinter folgen in der internen Torschützenliste Braydon Manu, der in Darmstadts bevorzugtem 3-4-1-2-System an der Seite von Tietz spielt und der 33-jährige Mittelfeldspieler Tobias Kempe mit jeweils vier Treffern.

„Sie sind voller Selbstvertrauen und sind es gewohnt, Spiele zu gewinnen. Sie haben ein Heimspiel, das Böllenfalltor ist ausverkauft. Das ist eine große Motivation, das Team hat nichts zu verlieren. Das emotionalisierte Heim-Publikum wird die Mannschaft nach vorne peitschen“, sagte Farke und beschrieb damit das, auf was er sein Team einstellen wird. Doch, und auch das gehört zu Farkes Kommunikations-Stil, wollte er am Ende seiner Ausführung noch einmal das Lob für den Gegner einordnen. „Wir spielen nicht bei Bayern München, ich will den Gegner nicht überhöhen. Aber wir müssen eine richtig gute Leistung bringen, um dort das Spiel zu gewinnen“, sagte er.

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Foto: dpa/Carmen Jaspersen

Für Farke und Borussia wird es in Darmstadt ein Wiedersehen mit Christoph Zimmermann geben. Der gebürtige Düsseldorfer spielte von 2006 bis 2014 in Gladbach, wechselte dann zur U23 von Borussia Dortmund, wo er ein Jahr später das erste Mal unter Farke spielte. 2017 holte Farke seinen ehemaligen Schützling dann zu Norwich City. „Ich schätze ihn über die Maßen. Er war lange Zeit bei mir gesetzt auf der Innenverteidiger-Position. Er ist ein absoluter Führungsspieler, zweikampfstark, kopfballstark und ein ganz, ganz schlauer Spieler“, sagte Farke.

187 Pflichtspiele bestritt Zimmermann einst unter ihm. Damit ist er mit Abstand der Spieler, der von Farke am häufigsten eingesetzt wurde. Nachdem Zimmermann in der Spielzeit 2021/22 nur noch sieben Pflichtspiele für Norwich bestritten hatte, wechselte er in diesem Sommer nach Darmstadt. „Ich verfolge seine Entwicklung extrem und freue mich, dass er so gut in Darmstadt eingeschlagen ist“, sagte Farke.

Auch am Dienstag dürfte Zimmermann zur Startelf gehören und seinen Teil dazu beitragen wollen, Gladbach zu ärgern. „Es ist vor einem Spiel nicht so, dass man das künstlich forciert, dafür sind wir zu professionell. Aber nach dem Spiel freuen wir uns, wenn wir Kontakt haben. Es ist immer schön, den Langen wiederzusehen“, sagte Farke über den 194 Zentimeter großen Verteidiger. Zimmermann, da ist sich Farke sicher, werde seinen Teil dazu beitragen, es den Borussen so schwer wie möglich zu machen, zu Chancen zu kommen und Tore zu erzielen. „Nichtsdestotrotz ist es genau das, was wir wollen“, sagte Farke.

Denn ein Scheitern in Darmstadt würde für Borussia das zweite Mal hintereinander ein Pokalaus bei einem Zweitligisten bedeuten. Mit einem Sieg wiederum würde sich Farkes Team für das Achtelfinale qualifizieren, das Ende Januar oder Anfang Februar ausgetragen wird.

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