Gladbacher Pokal-Historie Ein Sieg gegen Lautern war stets ein gutes Omen

Mönchengladbach · Fünfmal traf Borussia im DFB-Pokal auf den 1. FC Kaiserslautern, die Bilanz ist bislang positiv. Und die Spiele gegen die „Roten Teufel“ boten genügend Gesprächsstoff – von treffsicheren Jokern über ein denkwürdiges Eigentor bis zum Kantersieg eines Zweitligisten.

1973 setzte sich Borussia, hier mit Allan Simonsen beim Torschuss, gegen Kaiserslautern durch und gewann später den DFB-Pokal.

1973 setzte sich Borussia, hier mit Allan Simonsen beim Torschuss, gegen Kaiserslautern durch und gewann später den DFB-Pokal.

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Es ist eine Pokalpartie mit großer Tradition – und ein Duell, bei dem Borussia eine positive Bilanz hat. Fünfmal trafen die Gladbacher bereits auf den 1. FC Kaiserslautern, dreimal zogen sie danach in die nächste Runde ein. In insgesamt sechs Spielen gab es vier Siege – nur gegen Bayer Leverkusen gewann Borussia im DFB-Pokal noch einmal häufiger. Und was ein gutes Omen werden könnte, sollte Gladbach im nächsten Aufeinandertreffen am Montag auf dem Betzenberg gewinnen: Wenn Borussia den FCK im Pokal besiegte, kam sie im laufenden Wettbewerb stets sehr weit – zweimal sogar zum Titelgewinn. Eine Rückschau auf die Duelle mit den „Roten Teufeln“.

1973 Gleich die erste Pokalbegegnung stellt einer Besonderheit dar: In der Saison 1972/73 wurden die Runden bis zum Finale in Hin- und Rückspiel ausgetragen. Borussia entschied beide Viertelfinalspiele für sich: am 14. April 1973 am heimischen Bökelberg dank eines Doppelpacks Dietmar Danners 2:1 und nur fünf Tage später auf dem Betzenberg mit einem souveränen 3:1-Erfolg, bei dem Bernd Rupp, Jupp Heynckes und Christian Kulik die Gladbacher Tore erzielten. Zwei Monate später gewann Borussia den DFB-Pokal – durch das legendäre 2:1 Günter Netzers nach dessen Selbsteinwechslung zur Verlängerung gegen den 1. FC Köln.

Borussia Mönchengladbach: Die Bilanz im DFB-Pokal in der ersten Runde
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Achtmal schied Borussia in der ersten Runde aus

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1981 Acht Jahre später zog Borussia im Viertelfinale gegen die Lauterer jedoch den Kürzeren. Dabei hatte Gladbach am 28. Februar 1981 in der ersten Halbzeit genug Möglichkeiten, um die Partie beim FCK schon für sich zu entscheiden, doch nur Wolfram Wuttke, der später selbst noch für Kaiserslautern spielen sollte, traf zur 1:0-Führung. Nachdem der spätere Borussen-Trainer Hannes Bongartz kurz vor der Pause ausgeglichen hatte, entschied der in der 59. Minute eingewechselte Benny Wendt die Partie zugunsten der Gastgeber. Sein Doppelpack brachte das 3:1. Lautern erreichte letztlich das Endspiel, verlor dieses aber 1:3 gegen Eintracht Frankfurt.

1993 Wieder ging es nicht gut für Borussia aus, sie unterlag Lautern am 9. November 1993 auf eigenem Platz 2:3. Jenes Achtelfinale dürfte immer indes mit einem Namen ganz besonders verbunden bleiben. Denn dem Gladbacher Verteidiger Joachim Stadler unterlief bereits in der ersten Minute eines der denkwürdigsten Eigentore in Borussias Vereinsgeschichte, als er eine halbhohe Hereingabe mit der Hacke in hohem Bogen ins eigene Tor lenkte. Die Partie war dadurch aber nicht verloren, selbst das 0:2 steckte Gladbach weg und kam durch Holger Fach und Martin Dahlin zum Ausgleich. Doch sieben Minuten vor dem Spielende traf der eingewechselte Uwe Fuchs zum 2:3-Endstand aus Gladbacher Sicht.

1995 Schon in der Saison darauf wurde Borussia wieder der 1. FC Kaiserslautern als Gegner zugelost, diesmal allerdings erst im Halbfinale. Am Bökelberg entwickelte sich am 12. April 1995 eine spannende Begegnung, in der Gladbach auch das nötige Quäntchen Glück hatte: So traf alleine Stefan Kuntz mehrmals Latte oder Pfosten. Borussias Torjäger Heiko Herrlich zielte da nach torlosen 90 Minuten genauer. In der 101. Minute sorgte er in der Verlängerung mit einem trockenen Abschluss für die Entscheidung: Borussia siegte 1:0 und gewann anschließend auch das Finale gegen den VfL Wolfsburg. Es ist bis heute Gladbachs letzter großer Titelgewinn.

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2000 Das bislang letzte Aufeinandertreffen gab es ebenfalls noch am Bökelberg – es war zugleich das Duell Zweitligist gegen Erstligist. Denn Borussia kämpfte mit Trainer Hans Meyer im zweiten Jahr um den Wiederaufstieg, spielte zugleich aber auch eine starke Pokalsaison. Das bekamen am 1. November 2000 auch die favorisierten Lauterer zu spüren, die im Zweitrundenmatch zwar früh durch den früheren Gladbacher Jörgen Pettersson in Führung gingen, letztlich aber eine 1:5-Packung kassierten. Arie van Lent (2), Peter Nielsen, Igor Demo und Benjamin Auer hießen Borussias Torschützen. Gladbach erreichte noch das Halbfinale und erlebte beim Drittligisten Union Berlin eine herbe Enttäuschung – Aus im Elfmeterschießen.

21 Jahre später gibt es erstmals wieder die Partie Lautern gegen Gladbach. Und noch nie waren die Kräfteverhältnisse so verschieden wie nun in der Neuauflage des Klassikers. Borussias Aufgabe ist klar: Sie muss beim Drittligisten ihrer eindeutigen Favoritenstellung gerecht werden – um dann nach einem Sieg gegen Lautern wieder weit zu kommen im DFB-Pokal.

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