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Borussia Mönchengladbach: Serientäter Alassane Plea begeistert auch Oliver Neuville

Acht Tore in acht Pflichtspielen : Borussias Serientäter Plea begeistert auch Oliver Neuville

Der ehemalige Nationalstürmer Oliver Neuville war 2004 bei seinem Start in Gladbach ebenso treffsicher wie nun Borussias Neueinkauf. Und er ist davon überzeugt, dass Alassane Plea seinen Lauf fortsetzen kann.

Zeit für einen lockeren Plausch hat es zwischen Oliver Neuville und Alassane Plea in den vergangenen Wochen schon häufiger gegeben. „Wir unterhalten uns ab und an auf Französisch. Ich habe seinen Werdegang in Nizza unter Lucien Favre schon verfolgt. Er hat immer seine Tore gemacht. Und was Alassane bisher auch für Borussia geleistet hat, ist klasse“, sagt Neuville, Co-Trainer bei Borussias U19 und ehemaliger Stürmerstar der Gladbacher.

Aktuell könnte sich der 45-Jährige mit Plea auch darüber unterhalten, wie es so ist, beim neuen Klub direkt richtig durchzustarten. Denn was der französische Rekordtransfer gerade erlebt, erinnert stark an Neuvilles Start in Gladbach.

Acht Tore in acht Pflichtspielen – zunächst der Dreierpack im Pokal beim BSC Hastedt, dann fünf Treffer in sieben Bundesligaspielen: Pleas Bilanz ist eindrucksvoll. Und der 25-Jährige ist zufrieden. „Ich bin sehr gut aufgenommen worden und freue mich hier zu sein. Ich bin glücklich, auf dem Platz und außerhalb. Das ist das Vorrangige“, sagte Plea im Interview mit dem „Kicker“. Und seine tolle Quote hat sicherlich den Wohlfühl-Faktor nochmals erhöht.

Acht Tore in acht Spielen – das haben seit Borussias erstem Bundesliga-Aufstieg 1965 nur zwei Spieler noch überboten: Peter Meyer in der Saison 1967/68 und Frank Mill 1981/82. Klammert man die Pokalwettbewerbe aus, ist Peter Meyer indes das Maß aller Dinge. Der Zugang von Fortuna Düsseldorf erzielte gleich in seinen ersten vier Bundesligaspielen für Borussia neun Tore. Danach kommt jedoch schon Oliver Neuville.

„Ich weiß noch, dass es mit der Partie in Freiburg am dritten Spieltag angefangen hat. Und dann habe ich in jedem Spiel getroffen. Manchmal hat man als Stürmer einfach einen Lauf, das ist dann auch nicht zu erklären“, sagt Neuville, der 2004 nach acht Spieltagen bei acht Toren lag, ehe ihn eine Zwei-Spiele-Sperre aufgrund seines Hand-Tores gegen den 1. FC Kaiserslautern am 8.  Spieltag jäh ausbremste.

Pleas Start in Gladbach ähnelt jenem des damaligen Serientäters Neuville sehr. Das erste Tor erzielte er im zweiten Ligaspiel, seit dem 2:4 in Berlin am vierten Spieltag traf er jedes Mal. „Er ist ein Stürmer, der in Strafraumnähe nicht lange zögert. Eine Finte, dann kommt der schnelle Abschluss. Das ist nur schwer zu verteidigen“, erklärt Neuville.

Er kann sich gut in Pleas Rolle als neuer Hoffnungsträger der Borussen hineinversetzen. Neuville kam zwar 2004 ablösefrei aus Leverkusen und hatte damit nicht den Stempel des Rekordtransfers an sich haften – Plea kostete im Sommer 23 Millionen Euro –, doch auf ihm als Nationalspieler und WM-Finalisten 2002 lasteten auch hohe Erwartungen.

„Tore sind die beste Medizin, und solch eine Serie zu Beginn ist natürlich unheimlich hilfreich, auch für die gesamte Mannschaft. Dazu kommt, dass Alassane immer zum 1:0 getroffen hat“, sagt Neuville. Dass viele Spieler in der Mannschaft französisch sprechen und ihm damit die Integration erleichtern, komme noch hinzu.

Das betont auch Plea selbst. „Es ist das erste Mal, dass ich Frankreich verlassen habe. Es hat mir sehr geholfen, dass viele im Team französisch sprechen. Und vor allem spielt die Mannschaft einen tollen Fußball. So wie in Nizza auch. Das hilft, dass ich mich heimisch fühle“, sagt der Angreifer.

Neuville ist überzeugt, dass Pleas Lauf weitergehen wird: „Er wird weiter seine Tore machen und wahrscheinlich noch mehr Chancen haben, weil mit Lars Stindl und bald auch wieder Raffael weitere spielstarke Angreifer an seiner Seite spielen werden.“

Er habe auch nichts dagegen, wenn Plea am kommenden Spieltag gegen den FSV Mainz 05 ein Dreierpack gelingen würde, fügt Neuville schmunzelnd hinzu. Dann hätte Plea wie Neuville vor 14 Jahren acht Bundesligatore nach acht Spielen auf dem Konto – und einen weiteren Grund, mit dem Torjäger von einst ein wenig zu plauschen.

(togr)