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Borussia Mönchengladbach: Alassane Plea und Thorgan Hazard eifern Gladbachs großen Sturmduos nach

Analyse : Plea und Hazard eifern Gladbachs großen Sturmduos nach

Sowohl der französische Rekord-Zugang als auch der belgische Nationalspieler trafen in den vergangen drei Bundesliga-Spielen jeweils mindestens einmal. Das gab es bei Borussia zuletzt vor 31 Jahren.

Am 15. Mai 1987 bringt Christian Hochstätter Borussia Mönchengladbach beim VfB Stuttgart 1:0 in Führung, ehe Uwe Rahn mit einem Doppelpack in der zweiten Halbzeit den 4:2-Erfolg sichert. Die Woche darauf gelingt Hochstätter im Heimspiel gegen Schalke 04 der Ausgleich, bevor Rahn wieder per Doppelpack für den Sieg sorgt. Und wiederum sieben Tage später schießen Hochstätter und Rahn den 2:0-Erfolg bei Borussia Dortmund heraus.

Hochstätter und Rahn – zwei Gladbacher Offensivspieler, die in drei aufeinanderfolgenden Bundesligaspielen jeweils mindestens einmal treffen. Das hat es seither nicht mehr bei Borussia gegeben – bis zur vergangenen Woche. Da teilten sich Thorgan Hazard und Alassane Plea sechs der sieben Gladbacher Tore in der Englischen Woche (2:4 bei Hertha, 3:1 gegen Frankfurt, 2:2 in Wolfsburg) brüderlich auf: jeder drei Treffer, schön verteilt auf die drei Spiele.

Sechs Tore binnen acht Tagen, das ist eine überzeugende Bilanz für das Gladbacher Sturmduo, das genau genommen aber gar kein richtiges Angriffsduo ist. Zum einen, weil Borussia nun mit drei Spitzen im 4-3-3 angreift. Zum anderen ist Hazard nicht der typische Stürmer.

Zwar gehörte der Belgier schon unter Trainer André Schubert öfter zu einem Dreierangriff im 3-4-3, meistens lief er aber im 4-4-2 als offensiver Außenbahnspieler im Mittelfeld auf, seit er 2014 zur Borussia gewechselt ist. Neuerdings ist Hazard aber einige Meter nach vorne gerutscht und gehört damit zur Sturmreihe, die den Gladbacher Fans bislang sehr viel Freude bereitet hat.

23 Tore haben die Borussen in bislang sieben Pflichtspielen erzielt, wobei elf gegen den hoffnungslos unterlegenen Pokal-Gegner BSC Hastedt gelangen. Doch gerade die vergangene Woche mit den Torserien durch Plea und Hazard haben gezeigt, dass das Gladbacher Angriffsspiel auch gegen gut organisierte Abwehrreihen zu Chancen und Treffern kommt. Und obwohl sie sich noch nicht gegenseitig ein Tor aufgelegt haben – Plea und Hazard kommen bisher jeweils auf eine Torvorlage in der Liga – ist erkennbar, wie sich auch das Zusammenspiel innerhalb der Sturmreihe stetig verbessert.

Vor allem wird bereits deutlich, wie die Außenstürmer von Pleas Spiel in der Sturmmitte profitieren. Ob Patrick Herrmann bei seinem 2:0 gegen Schalke oder zuletzt Hazard bei seinem 2:0 gegen Frankfurt – die Verteidiger des Gegners konzentrierten sich aufs Zentrum und verloren Pleas Nebenleute im entscheidenden Moment aus den Augen.

Und in Wolfsburg war es der französische Rekord-Zugang, der in der Nähe der Mittellinie den Ball sicherte, ehe der Konter erfolgreich über Herrmann und Hazard zum 2:1 abgeschlossen wurde. Dass Plea, der 23-Millionen-Mann, so schnell so gut in Borussias Offensivspiel integriert wurde und er die Abwehrreihen nun mit seiner Wucht und Zielstrebigkeit beschäftigt, kommt den allen Gladbacher Angreifern zugute.

Dass sich zwei (oder drei) Stürmer blendend ergänzen, hat es bei Borussia schon häufig gegeben, angefangen mit Jupp Heynckes und seinen verschiedenen Sturmpartnern Herbert Laumen, Bernd Rupp oder Allan Simonsen. Später stellten Frank Mill und Hans-Jörg Criens oder Martin Dahlin und Heiko Herrlich brandgefährliche Angriffsduos.

Wenn sich Hazard und Plea in dieser Liste einmal weit oben einreihen wollen, müssen noch viele Tore folgen. Die nächste Chance gibt es am Samstag bei den Bayern. Sollten sowohl Hazard als auch Plea in München treffen, hätten sie schon mal Christian Hochstätter und Uwe Rahn übertroffen. Ein viertes Spiel in Folge mit beiden Torschützen gab es im Frühsommer 1987 nicht.