Borussia Mönchengladbach: Nico Elvedi wird der neue Jannik Vestergaard

Neuordnung in Borussias Defensive: Elvedi wird der neue Vestergaard

Neuordnung in Borussias Defensive: Der dänische Verteidiger Jannik Vestergaard wechselt wohl zum FC Southampton. Der Schweizer Nico Elvedi rückt dann nach innen, den Job auf der rechten Seite bekommt sein Landsmann Michael Lang.

Die drei Herren auf dem Foto vom Pool auf Ibiza, das bei Instagram zu sehen war, sind ins Gespräch vertieft. Zwei von ihnen waren bis vor Kurzem bei der WM, doch dann beendete das überraschende 0:1 der Schweiz gegen die Schweden das Russland-Abenteuer von Nico Elvedi, angestellt bei Borussia Mönchengladbach, und Manuel Akanji, der seit Januar für Borussia Dortmund arbeitet. Möglich, dass die beiden künftig die nationale Innenverteidigung bilden. Akanji, 22, hat seinen Stammplatz schon, er machte alle vier WM-Spiele der Eidgenossen über die volle Distanz mit. Elvedi, 21, kam nicht zum Einsatz. Seine Zeit soll aber nach der WM beginnen, ist aus der Schweiz zu hören.

So beginnt für ihn nach dem Urlaub eine neue Zeitrechnung. In der „Nati“. Aber auch bei Borussia. Hier war er zuletzt vor allem rechter Verteidiger. Doch er wird sich verändern, nach innen an die Seite des deutschen Nationalspielers Matthias Ginter. Dort spielte in der vergangenen Saison vor allem Jannik Verstergaard, der Däne. Der aber steht vor einem Wechsel zum FC Southampton in die Premier League. Elvedi wird der neue Vestergaard, der Mann, der fix neben Ginter spielt.

Ein Dutzend Zentimeter fehlen ihm im Höhenvergleich mit dem 1,99 Meter langen Dänen, doch Trainer Dieter Hecking hält große Stücke auf Elvedi. Schon als er im Januar 2017 gerade die Arbeit als Borussen-Trainer aufgenommen hatte, lobte Hecking Elvedis Fähigkeiten. Damals war der Schweizer, der unter Heckings Vorgänger André Schubert den Sprung in die Bundesliga geschafft hatte, noch verletzt.

Wenn er fit ist, spielt er aber immer. In der Saison 2017/18 machte er 33 von 34 Bundesligaspielen und alle drei Pokalpartien. Das eine Ligaspiel verpasste er wegen einer Gelbsperre. Zwei Tore erzielte Elvedi, darunter das Derby-Siegtor gegen Köln am ersten Spieltag. Aufgrund der personellen Umstände spielte der Vielseitige bei Hecking bisher vor allem rechter Verteidiger.

Es gab seit einigen Wochen Spekulationen, dass einer der beiden Stammverteidiger im Sommer gehen könnte. Dass es Vestergaard sein würde, deutete sich zuletzt immer mehr an. Am Montag meldete ESPN, er sei auf der Insel zum Medizincheck. Vestergaard war 2016 für zwölf Millionen Euro aus Bremen gekommen, nun wird er wohl für fast das Doppelte entschwinden. „Ich bin enttäuscht, ich hatte mir die WM anders vorgestellt“, teilte Vestergaard nach dem WM-Aus bei Instagram mit. Nun macht er einen Neuanfang auf der Insel.

Elvedi wird die Entwicklungen im Urlaub verfolgen, schließlich verbreiten sich Meldungen schnell in der Welt. Weswegen es am Pool auf Ibiza vielleicht auch um Vestergaard und Elvedis neue Perspektive bei Borussia ging. Um ihn rankten sich ebenfalls Wechsel-Gerüchte, Inter Mailand und die SSC Neapel wurden als mögliche Interessenten genannt. Doch das Thema dürfte definitiv vom Tisch sein, wenn Vestergaard geht. Elvedi, der im Januar seinen Vertrag bis 2021 verlängert hat, ist Borussias Zukunft im defensiven Zentrum.

Sein Vorteil: Er kann alles sein in der Abwehr. Wer sich das Schema seiner Positionen bei Borussia anschaut, sieht: Beide Innenverteidiger-Jobs hat er schon gemacht und auf beiden Seiten außen verteidigt. Von Haus aus ist er aber einer für die innere Sicherheit, ob in der Dreier- oder in der Viererkette.

Hinten rechts wird künftig der neue Schweizer Michael Lang stehen, der vom FC Basel kommt. Manager Max Eberl hatte sich bewusst für einen neuen Rechtsverteidiger entschieden, da Elvedi nach innen rücken kann. Backup für beide Eidgenossen ist Tobias Strobl, der innen und rechts verteidigen und neben Ginter und Elvedi das dritte Glied in der Dreierkette sein kann. Ein ähnliches Profil hat Tony Jantschke.

Elvedi indes steht im Zentrum der Neuordnung in der Gladbacher Defensive. Deren Auftrag ist, die Gegentor-Bilanz zu verbessern. 52 Treffer erlaubte Borussia dem Gegner in der alten Spielzeit, nun sollte das Ziel bestenfalls ein Wert unter 40 sein. Wer innen spielt, muss mehr organisieren, hat also auch mehr Verantwortung. Der Wechsel auf seine eigentliche Lieblingsposition ist der nächste Schritt für Elvedi. Er ist bereit dafür.

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