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Xanten: Corona bremst auch die Stadtkultur aus

Xantener Verein : Corona bremst auch die Stadtkultur aus

Wegen der Corona-Pandemie muss der Xantener Verein Stadtkultur viele Veranstaltungen streichen. Umso mehr freut er sich über die Termine, die stattfinden, und hofft auf das neue Jahr.

Ja, es gibt ihn noch, den Verein, der sich auf seine Fahnen geschrieben hat, die Kultur in die Stadt zu holen. Doch es geht dem Verein Stadtkultur ähnlich wie es allen Vereinen derzeit geht: Man möchte gerne, darf aber nicht – oder wenn, dann nur eingeschränkt und unter strengen Auflagen. Und dann ist es oft ein Balanceakt: Macht es überhaupt Sinn, Kunstschaffende für ein Konzert oder eine Ausstellung unter Vertrag zu nehmen, wenn heute niemand sagen kann, was morgen noch möglich ist?

Sandra Bree, Geschäftsführern des Vereins Stadtkultur, bringt es im Gespräch mit unserer Redaktion auf den Punkt: „Corona bremst uns aus.“ Es sei alles echt bitter: „Du machst Verträge mit den Künstlern, und dann musst du alles wieder rückgängig machen.“ Immer wieder sei sie seit Ausbruch der Pandemie mit dem Verschieben von Veranstaltungen beschäftigt, sagt Bree und spricht in diesem Zusammenhang von einer „Infektionsangst“, die die Menschen befallen hat. Und die auch jetzt wieder deutlich zugenommen hat, seitdem die Zahlen drastisch gestiegen sind.

 Xanten - Mensa Gymnasium - HŠnsel und Gretel AuffŸhrung mit Kindern -Verein Kubida Stadtkultur Xanten hier HŠnsel und Gretel  sind von der Hexe beim Knabbern erwischt worden RP - Foto : Armin Fischer (arfi) *** Local Caption *** RP
Xanten - Mensa Gymnasium - HŠnsel und Gretel AuffŸhrung mit Kindern -Verein Kubida Stadtkultur Xanten hier HŠnsel und Gretel  sind von der Hexe beim Knabbern erwischt worden RP - Foto : Armin Fischer (arfi) *** Local Caption *** RP Foto: Armin Fischer (arfi)
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Die Geschäftsführerin bedauert, dass der Verein Stadtkultur dieses Jahr beispielsweise die wechselnden Ausstellungen im Dreigiebelhaus streichen musste, für die Michael Blaszczyk federführend zuständig ist. Und auch das französische Flair auf der Klever Straße, das Künstler stets am letzten Wochenende der Sommerferien verbreiteten, gab es nicht: „,KleinMontMartre’ nur mit Maske? Das zu kontrollieren, übersteigt die Möglichkeiten eines kleinen Vereins wie unseren“, so die Geschäftsführerin.

Sandra Bree ist froh, dass im zu Ende gehenden Kalenderjahr wenigstens ein paar kulturelle Veranstaltungen durchgeführt werden konnten: die offenen Ateliers, zwei gut besuchte Pianoforte-Konzerte am 17. September und 22. Oktober im Rathaus-Saal, die Gastspiele von internationalen Studierenden im Rahmen der Euregio. Auch die Projekte zum 100. Todesjahr von Engelbert Humperdinck konnten stattfinden: die Märchenoper Hänsel und Gretel am 29. August, das Kammerkonzert Oreneta-Quartetts aus Köln mit Musik von Engelbert Humperdinck und Kurt Weill am 6. November in der evangelischen Kirche in Mörmter, die Sonderausstellung „Engelbert Humperdinck 2021“ im Siegfriedmuseum und das festliche Konzert zu Ehren des Komponisten am 20. November im Dom.

Auch beim Silvesterkonzert unter der musikalischen Gesamtleitung von Lucius Rühl, das die Tourist Information (TIX) am 31. Dezember um 19.30 Uhr im Dom veranstaltet (es gilt die 2G-Regel, Zutritt haben nur Geimpfte und Genesene), ist der Verein Stadtkultur beteiligt, wenngleich „auch nur im Hintergrund“, so Bree. Einen Vergleich mit der sehr regen Initiative „Son’Kultur“ in Sonsbeck, die „eher musikalisch unterwegs ist“, scheut sie: „Theater oder Kabarett: Das haben wir als Verein noch nie gemacht.“ Denn die Vorschläge, die kommen bei der Stadtkultur aus den Reihen der Mitglieder. „Die Ideengeber haben dann auch den Hut auf, sind verantwortlich für die komplette Organisation.“

Das nächste Konzert in der Reihe Pianoforte, bei dem auch das Chris Root Quintett im Rathaus auftritt, ist für den 15. Januar 2022 geplant. Dann wird einmal mehr Christoph Soldan am „Elfi-Flügel“ sitzen, wie Sandra Bree den Flügel nennt. Sie erinnert damit an die vor 13 Jahren verstorbene Xantener Künstlerin, die dafür gesorgt hat, dass im Xantener Rathaus ein Flügel zur festen Einrichtung gehört. Finanziert hatte sie das Instrument durch den symbolischen Verkauf der 88 Tasten.

(wer)