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Verkaufsoffener Sonntag in Xanten: Kunden befürworten Shopping unter 2G

Verkaufsoffener Sonntag in Xanten : Kunden befürworten Shopping unter 2G

Der Andrang beim verkaufsoffenen Sonntag in Xanten war größer als von den Händlern zunächst vermutet. Viele Besucher der Innenstadt sagten, sich beim Weihnachtseinkauf unter verschärften Corona-Regeln sicherer zu fühlen.

Vor dem Spielwarengeschäft Hampelmann in Xanten hat sich eine kleine Menschentraube gebildet. Geduldig warten fünf Personen mit ihren Kindern darauf, dass sie in das Geschäft hineingehen dürfen. „Es geht gleich weiter“, sagt die junge Mitarbeiterin freundlich, die in der Ladentür steht. Einlass bekommt nur, wer geimpft oder genesen ist – getreu der neuen Corona-Schutzverordnung, die seit Samstag für den Einzelhandel gilt. Das Spielwarengeschäft hat sich zudem selbst auferlegt, maximal sechs Kunden gleichzeitig drin stöbern zu lassen. Und aktuell ist der Laden voll. Nicht nur bei Hampelmann, in der gesamten Innenstadt ist der Andrang zum Verkaufsoffenen Sonntag größer als von den Händlern zunächst erwartet. Die Befürchtung, durch die verschärften Corona-Schutzregeln bliebe die Kundschaft fern, hat sich nicht bestätigt.

Auch Sabine Schreiner, die im Lederfachhandel Ziegler, arbeitet, hatte anfangs diese Befürchtung. „Ich dachte, die 2G-Regel würde viele Kunden abhalten, zu kommen“, sagt sie am Eingang zum Geschäft. Tatsächlich habe sich die Innenstadt nach einem „schleppenden Start“ aber schnell gefüllt. „Und die Resonanz ist durchweg positiv. Die Kunden befürworten die 2G-Regel und bislang hat noch niemand verweigert, seinen Nachweis vorzuzeigen“, sagt Schreiner, während sie wieder die nächsten Kunden kontrolliert. Die meisten kommen schon mit gezücktem Ausweis an die Ladentüre. Oder sie ziehen kurz ihren Jackenärmel hoch, damit die Ziegler-Mitarbeiterin ihr braunes Armbändchen sehen kann.

 Anja und Reinhard Ludwig aus Xanten nutzten den verkaufsoffenen Sonntag, um ohne Zeitruck in der City zu shoppen. Mit der 2G-Regel fühlten sie sich dabei sicherer.
Anja und Reinhard Ludwig aus Xanten nutzten den verkaufsoffenen Sonntag, um ohne Zeitruck in der City zu shoppen. Mit der 2G-Regel fühlten sie sich dabei sicherer. Foto: Wyglenda
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Das gab es am Sonntag bei den Einlasskontrollen am Weihnachtsmarkt. Eine Idee der Interessengemeinschaft Gewerbetreibender Xanten (IGX), um das Nachweis-Verfahren zu vereinfachen: Wer mit braunem Bändchen unterwegs ist, wurde schon kontrolliert und muss somit seinen Nachweis nicht noch einmal zeigen. Die IGX plant, jeden Tag eine andere Farbe zu benutzen. In den kommenden Tagen wird darüber beraten, auch die Händler mit den Bändchen auszustatten.

Julia Venhoven hat’s noch nicht bis zum Weihnachtsmarkt geschafft – obwohl die junge Frau extra deswegen aus Rees nach Xanten gekommen ist. „Ich wusste gar nicht, dass heute Verkaufsoffener Sonntag ist“, sagt sie. „Aber an einem so schön dekorierten Geschäft kann man ja nicht einfach vorbei gehen“, ergänzt sie, während sie Ziegler-Mitarbeiterin Schreiner ihren Impfausweis zeigt. In den vergangenen Wochen hat es die Reeserin aufgrund der hohen Inzidenzen vermieden, bummeln zu gehen. „Man kauft gezielter ein, überlegt, ob der Gang ins Geschäft wirklich notwendig ist“, erklärt sie. Dank der verschärften Regeln fühle sie sich aber sicherer. „Es ist nicht schön, dass die Gesellschaft so gespalten ist und zum Beispiel Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können, eingeschränkt werden“, sagt Venhoven. „Aber wenn wir diese Pandemie in den Griff kriegen wollen, dann sind Impfungen eben ein notwendiges Übel.“

Ähnlich bewerten das Anja und Reinhard Ludwig. Sie finden die verschärften Regeln für den Einzelhandel gut. „Man fühlt sich selbst sicherer und der Druck auf Ungeimpfte wird erhöht“, sagt Reinhard Ludwig. Für das Paar aus Xanten war 2G beim Verkaufsoffenem Sonntag daher viel mehr ein Grund zu kommen, anstatt wegzubleiben. „Der Verkaufsoffene Sonntag ist immer eine schöne Gelegenheit, Einkäufe ganz ohne Zeitdruck zu erledigen“, sagt Anja Ludwig. Bei einigen Händlern sei aber eine gewisse Anspannung zu spüren gewesen. „Wir haben einige Weigerungen miterlebt, den Nachweis vorzulegen“, sagt das Paar. „Das erleichtert die Arbeit natürlich nicht, aber die Mitarbeiter sind damit souverän umgegangen.“

(beaw)