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Landwirte fahren mit lichtgeschmückten Treckern zu Alten- und Kinderheimen

Adventliche Bauerndemo : Eine Demonstration der Hoffnung

Landwirte aus Alpen, Sonsbeck und Xanten fahren wieder mit rund 60 geschmückten Schleppern zu Behinderten- und Pflegeheimen. Diesmal sogar an zwei Tagen. Sie wollen den Bewohnern in der Adventszeit eine kleine Freude machen.

Der „Funken der Hoffnung“ hat gezündet und ist in den Herzen vieler Menschen angekommen. Vor einem Jahr sind Landwirte in ganz Deutschland im Advent auf die Straße gefahren und haben mit weihnachtlich dekorierten Traktoren ein wenig Licht ins Dunkel der Pandemie gebracht. Auch Bauern aus Alpen, Sonsbeck und Xanten haben ihre schweren, in liebevoller Kleinarbeit zu leuchtenden Gefährten umfrisierten Schlepper vor Altenpflegeheimen geparkt, um in schwierigen Zeiten ein wenig Freude zu schenken.

„Die Resonanz war einfach überwältigend“, sagt Landwirt Frank Terhorst (48) aus Sonsbeck als Sprecher der regionalen Aktion „Land schafft Verbindung“ (LSV). So war’s keine Frage, dass sich die hiesigen Bauern auch in diesem Advent wieder mit ihren geschmückten Zugmachinen auf den Weg machen.

Mit rund 60 Treckern wird der dieselgetriebene Konvoi der Hoffnung länger ausfallen als bei der Premiere vor einem Jahr. Und sie fahren diesmal sogar an zwei Tagen: Start ist jeweils gegen 16 Uhr am Samstag, 18. Dezember, am neuen Feuerwehrgerätehaus in Alpen, und 4. Adventssonntag, 19. November, am Kerstgenshof in Labbeck. Frank Terhost schickt von seinem Hof allein drei Traktoren auf die vorweihnachtliche Mission, um denen eine wenig Freude zu schenken, die sie „besonders gut gebrauchen können“.

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Die genauen Routen – das Okay der Behörden sei mündlich zugesichert – und der Zeitplan werden noch nicht bekanntgegeben. „Wir wollen Menschenansammlungen möglichst vermeiden, um das Pandemiegeschehen nicht noch zu befeuern“, so Terhorst. Neben Alteneinrichtungen würden auch Heime für Menschen mit Behinderung oder für Kinder angesteuert.

In Alpen stehen am 18. Dezember das Marienstift und dann Burg Winnenthal auf dem Tourplan. Die Landwirte freuen sich darauf, das historische Ambiente der Seniorenresidenz in ein bezauberndes Lichtermeer zu verwandeln. Weiter geht’s über Haus Sebastian in Veen nach Xanten zum Seniorenzentrum St. Elisabeth und schließlich zum evangelischen Altenzentrum am Stadtpark. Das Xantener Krankenhaus könne man diesmal leider nicht anfahren, so Terhorst, da die Zufahrt noch eine Baustelle sei.

Am Sonntag ist Haus Schöneck in Labbeck die erste Station. Von dort geht’s weiter zum St.-Gerebernushaus in Sonsbeck. Auch das LVR-Heim Zur Licht, das Haus „Besondere Kinder“ an der Danziger Straße und schließlich das Kloster St. Bernardin in Hamb bekommen leuchtenden Besuch. Ob besondere Schmuck-Schlepper als Blickfänge im Tross mitfahren, vermag Frank Terhorst nicht zu sagen. „Das wird für alle eine Überraschung. Die kreative Arbeit auf den Höfen beginnt ja gerade erst.“

Der 48-jährige Sonsbecker glaubt, dass die Aktion allen wieder viel Spaß machen wird. Und er macht keinen Hehl daraus, dass sich die krisengeschüttelte Landwirtschaft auch einen Imagegewinn verspricht und auf ihre Misere aufmerksam machen möchte. „Landwirtschaft ist auch bei uns ein wichtiger Teil des gesellschaftlichen Lebens“, so Terhorst. Und der drohe wegzubrechen, weil viele Familienbetriebe unter der Last der gesetzlichen Auflagen aufgeben.

Deshalb wollen die Lichterfahrten nicht nur für strahlende Augen sorgen, sondern „auch ein wenig nachdenklich machen“. Der LSR bekräftigt mit bitterem Zungenschlag, dass sie zur Tradition werden sollen, „so lange es uns noch gibt“.

(bp)