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Robin Schoofs spielt seit 20 Jahren für den SV Sonsbeck.

Fußball : Robin Schoofs - 20 Jahre SV Sonsbeck

Der 23-jährige Innenverteidiger spielt schon fast sein ganzes Leben lang für den SVS. Und viel deutet darauf hin, dass er seinem Heimatverein auch weiter die Treue halten wird. Mit der Landesliga-Mannschaft möchte er aufsteigen.

Ein Blick in den Spielerpass von Robin Schoofs, Fußballer des Landesligisten SV Sonsbeck, zeigt etwas ganz Außergewöhnliches im Amateurbereich. Denn der 23-Jährige trägt seit 2000 das Trikot dieses Vereins. Der gebürtige Sonsbecker spielt seit der Bambini für seinen Herzensverein, machte alle Höhen und Tiefen mit und feiert im Sommer sein 20-jähriges Jubiläum.

„Trotz einiger Angebote in der ganzen Zeit, habe ich mich nur einmal ernsthaft mit einem Wechsel beschäftigt. Das war eine Anfrage vom damaligen Oberligisten SV Hönnepel-Niedermörmter. Aber auch da hat mir mein Herz gesagt, wo ich hin gehöre. In Sonsbeck passt einfach alles für mich. Der Verein hat mir immer viel gegeben. Als A-Jugendlicher hatte ich schon die Chance, Oberliga zu spielen. Das Umfeld ist top und ich bin in nur zwei Minuten am Sportplatz“, so Schoofs.

Heiner Gesthüsen, Sportlicher Leiter beim SVS, hätte gerne mehr Spieler von dieser Kategorie: „Robin ist für den SV Sonsbeck ein ganz wichtiger Spieler, nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz. Ihn zeichnet seine Schnelligkeit, seine Kopfballstärke und vor allem seine sehr gute Zweikampfführung aus. Zudem identifiziert er sich zu 100 Prozent mit dem Verein, in dem er sich immer mehr zu einem Führungsspieler entwickelt. Spieler wie ihn, der die komplette Jugend hier durchläuft, auf Anhieb den Sprung in die erste Mannschaft schafft und zudem auch noch über Jahre  diverse Jugendteams des Vereins trainiert, wünscht sich wohl jeder Vorstand.“

Die Trainertätigkeit in der Jugend, die Schoofs seit 2015 mit viel Herzblut betreibt, kann er ab Sommer aus beruflichen Gründen nicht fortführen. „Eigentlich sollte ich im Juli die U 19 übernehmen, aber ich habe die Möglichkeit neben meiner Arbeit noch ein berufsbegleitendes Studium in Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspsychologie zu machen, so dass für den Trainerjob leider keine Zeit mehr bleibt.“ Aber wenn es der Beruf irgendwann wieder hergibt möchte Schoofs auch wieder als Trainer fungieren.

Vielleicht auch als Trainer der ersten Mannschaft? „Ich würde niemals nie sagen. Aber wer weiß, wie es beruflich für mich weitergeht“, sagt der Innenverteidiger, der  noch ein ganz großes Ziel vor Augen hat: „Irgendwann möchte ich auch einen Aufstieg mit Sonsbeck erleben. Ich habe von der coolen Aufstiegsfeier unserer zweiten Mannschaft gehört. Mit der Meisterschale auf dem Rathaus-Balkon zu stehen, ist was ganz Besonderes“, so Schoofs, der auch vom großen Umbruch in Sonsbeck begeistert ist und auch als Führungsspieler eine neue Ära prägen möchte. „Seitdem ich aus der Jugend raus kam, hatten wir immer eine große Fluktuation im Kader. Aus der Oberliga-Saison 2014/2015 sind nur noch Felix Terlinden, Max Fuchs, Johannes Keisers und ich übrig geblieben. Aber zur neuen Saison haben ja fast alle verlängert und der Kader wird nur punktuell verstärkt beziehungsweise vergrößert. Das gefällt mir sehr und ich glaube, dass wir in der kommenden Saison eine bessere Rolle spielen und einen Platz unter den ersten fünf Plätzen belegen können.“

Schoofs, der eine Ausbildung zum Industriekaufmann absolviert hat und nun bei einer  Textilfirma in Kevelaer arbeitet, glaubt nicht an eine Fortsetzung der laufenden Spielzeit. „So gerne ich Fußball spiele und es ohne ihn auch langweilig ist, da die sozialen Kontakte fehlen, glaube ich nicht, dass die Saison fortgeführt wird. Es bleibt einfach ein Hobby und die Gesundheit geht vor.“

An den 3. Juni 2015 erinnert sich Schoofs immer noch gerne zurück, obwohl es gleichzeitig auch einer seiner bittersten Momente im Sonsbecker Trikot war. Mit den A-Jugendlichen stand er im Halbfinale des Niederrheinpokals. Zu Gast an der Balberger Straße vor 400 Zuschauern war U 19-Bundesligist Fortuna Düsseldorf. Die Sonsbecker schafften es nach einem packenden Duell bis ins Elfmeterschießen. Den entscheidenden Schuss vergab Schoofs und der SVS verlor unglücklich mit 6:7. „Das Spiel wurde damals gefilmt und ich gucke mir heute noch gerne das Video an und bekomme Gänsehaut. Das war eine unglaubliche Stimmung und tolle Atmosphäre.“

Großes Vorbild und Mentor für ihn war Jan-Paul Hahn. „Von Jan hab ich unheimlich viel gelernt und mir abgeguckt. Er spielte neben mir auf der Innenverteidigerposition und hat sehr viel mit mir gesprochen. Ab diesem Zeitpunkt und bis jetzt ist daraus auch eine gute Freundschaft entstanden“, sagt Schoofs mit Blick auf die Anfänge.

Seine unangenehmsten Gegenspieler in den letzten fünf Jahren waren Maximillian Stellmach (SV Scherpenberg) und der heutige Mitspieler Jan-Luca Geurtz. „Beide haben so viel Tempo und Geschwindigkeit, dass sie unheimlich schwer zu verteidigen sind. Zum Glück spielt Jan-Luca jetzt bei uns“, sagt Schoofs, der im internationalen Fußball nur ein Vorbild hat: „Virgil van Dijk hat eine unheimliche Power und Ausstrahlung. Seine aggressive Spielweise ist schon imponierend.“ Einen Lieblingsverein hat Schoofs nicht. Für ihn zählt nur ein Verein: „Ich gucke auch gerne Fußball. Aber für mich gibt es nur einen Verein. Und das ist der SV Sonsbeck.“