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Leichtathletik : So halten die Trainer ihre Athleten bei Laune

Leichtathletik : So halten die Trainer ihre Athleten bei Laune

In Zeiten wie diesen, in denen Sportler nicht wie gewohnt trainieren können, ist Ideenreichtum gefragt. Werner Speckert hat sich viele Gedanken gemacht, wie er seine Leichtathletik-Gruppe vom TuS Xanten bei Laune hält.

Und nicht nur das. Die Spitzensportler wie Franziska Schuster sollen möglichst ihre Fitness behalten und bereit sein, wenn die Sommer-Saison nach der Corona-Pandemie richtig anfangen sollte.

„Es ist natürlich ein anderes arbeiten. Und ich bin auch als Animateur oder Unterhalter gefragt“, sagt Speckert, 58-jähriger Übungsleiter beim TuS. So hat er einige „wunderbare Strecken“ im Hochwald kurz vor Labbeck entdeckt. Einheiten für die Bereiche Sprung, Sprint und Ausdauer sind in dem Waldstück möglich. Mit dem Besen wird der Boden präpariert. Speckert hat Trainingspläne an die U18- und U20-Sportler verteilt.

Als Ergänzung steht den Mehrkämpfern ein privater Trainingsraum zur Verfügung. Geschwitzt wird auf rund 16 Quadratmetern. Das Equipment besteht aus einer Langhantel-Stange mit Scheibengewichten, Gymnastikmatten, einem Steppbrett, Kleinkasten oder auch Spinning-Rad. Speckert bekam Unterstützung von der Stadt. „Ich durfte mir einige Utensilien aus dem Stadion oder der Sporthalle ausleihen.“

Trotz des improvisierten Trainings mit vielen Einzelübungen wären die Leichtathleten wie Nicolas Mayer oder Anna-Lena Berninger mit viel Motivation bei der Sache. Die Corona-Maßnahmen werden natürlich berücksichtig, sagt Speckert. „Man kann sehr gut Abstand halten. Da sind die jungen Leute sehr verantwortungsvoll.“ Fürs Hürden-Training kommen mitunter zwei ausrangierte Förderbänder vom Kiesabbau zum Einsatz. So funktioniert wenigstens eine Laufschulung aus dem Gehen heraus.

Während Werner Speckert mit viel Enthusiasmus alle Übungseinheiten plant und durchführt, ist er bei den Saison-Aussichten sehr zurückhaltend. „Ich gehe fast davon aus, dass in diesem Jahr alles gecancelt wird.“ Die U20-WM in Kenia, für die sich Franziska Schuster im Sprint qualifizieren möchte, ist auf unbestimmte Zeit verschoben. „Ich kann mir im Moment nicht vorstellen, wie sich die Athleten vernünftig auf ihre Saison-Höhepunkte vorbereiten sollen. Das ist wohl alles nicht zu stemmen“, sagt Speckert.

Beim SV Sonsbeck skypen die Übungsleiter und Athleten dreimal die Woche. Es sind vor allem Stabi-Übungen, die trainiert werden. Die Einheiten über den Bildschirm leiten im Wechsel René Niersmann, Max Perau und Robin Schäfer. Für die ambitionierteren Sportler erstellt Niersmann immer sonntags einen Trainingsplan. Er hat im Winkelschen Busch und Tüschenwald spezielle Markierungen gesetzt. Dort können die „Roten Teufel“ Sprints sowie Tempo-Dauerläufe über 1000 oder 2000 Meter absolvieren.