"Gönn Dir" vom Siftsgymnasium Xanten: Schüler machen Video für Wettbewerb "Knete für Fete"

Video für Wettbewerb "Knete für Fete" : Schüler drehen Appell für mehr Mitgefühl

Schüler vom Xantener Stiftsgymnasium haben gute Chancen, mit ihrem Film „Gönn Dir“ einen Video-Wettbewerb zu gewinnen. Ihr Video ist ein berührender Appell für mehr Mitmenschlichkeit im Alltag.

Hier fliegt das Einpackpapier eines Schokoriegels unbeachtet auf den Schulhof, dort tauschen die jugendlichen Protagonisten per Smartphone Nachrichten aus, obwohl sie gemeinsam in der Mensa an einem Tisch sitzen. Hier lauscht eine junge Frau lieber in der Bahn der Musik aus dem Kopfhörer, dort fällt ein Jugendlicher hin, und niemand kümmert sich um ihn. Doch es geht auch anders. Hilfsbereitschaft, Aufmerksamkeit gegenüber den Mitmenschen, miteinander reden statt nebeneinander herzuleben - das zeigt der weitere Verlauf des Videos, das Schüler des Stiftsgymnasiums mit dem Titel „Gönn dir“ gedreht haben.

Mit dem viereinhalb Minuten langen Film haben sie nun sehr gute Chancen, einen der drei Geldpreise beim Wettbewerb „Knete für die Fete“ zu gewinnen. Die Sparkasse am Niederrhein, die diesen Wettbewerb vor fünf Jahren ins Leben gerufen hatte, vergibt auch 2019 Zuschüsse für die Abifete. Das Online-Voting auf dem Youtube-Kanal läuft noch bis Montag. Dort kann der Film gelikt werden. Zum einen fließt das Ergebnis dieser Internetabstimmung in die Entscheidung über die Empfänger der mit 1000, 750 und 500 Euro dotierten Preise ein. Zum anderen wird eine Jury aus Sparkassen-Chef Giovanni Malaponti sowie fünf Künstlern aus unterschiedlichen Bereichen die Beiträge zusätzlich bewerten.

Acht Schulen beteiligen sich in diesem Jahr. Fünf Videos kommen von Moerser Schulen und jeweils ein Film aus Neukirchen-Vluyn, Rheinberg und eben aus Xanten. Theresa Hilp und Fynn Grabowski halten für die Domstädter die Fäden in der Hand, haben die Idee entwickelt, das Script geschrieben und den Film gemeinsam mit rund 20 Mitschülern aus ihrer Abi-Jahrgangsstufe umgesetzt. „Ein Thema war nicht vorgegeben“, sagt die 18-jährige Lüttingerin. „Es musste nur irgendwo ein Bezug zur Sparkasse hergestellt werden.“

In der Vergangenheit waren die Videos vielfach actionbeladen. „Wir haben uns alle angeschaut und waren uns einig, etwas ganz Anderes zu machen. Die Idee dazu ist eher spontan entstanden“, erinnert sich Theresa Hilp. Darum kommt „Gönn dir“ eher auf leiseren Sohlen daher, stellt soziales Engagement, Hilfsbereitschaft und das Reden miteinander anstelle digitaler Kommunikation in den Vordergrund. „Wir möchten zeigen, dass auch kleine Aktionen viel bewirken können.“

Die beiden Gymnasiasten schrieben das Drehbuch mit 14 Spielszenen, legten Kameraperspektiven fest und sprachen Mitschüler an. Drehgenehmigungen waren einzuholen, was auch schon mal an einem aufwändigen formalen Papierkram scheiterte, von einem Profiausrüster liehen sie sich die Videokamera. Fynn Grabowski: „Wir haben festgestellt, dass in einem solchen Film viel mehr Arbeit steckt, als man annimmt. Jetzt sehe ich Kinofilme mit ganz anderen Augen.“ Unter dem Zeitdruck eines nahenden Einsendeschlusses schnitten die beiden 18-Jährigen bis kurz vor dem Abgabetermin aus dem einstündigen Rohmaterial am heimischen Computer ihren Film zusammen. „Manchmal war es richtig Stress, aber es hat echt Spaß gemacht,“ sagt Theresa Hilp nun.

Probleme bereitete bis zuletzt die Musikuntermalung. Die beiden Abiturienten hatten sich für „People help the people“ der englischen Sängerin Birdy entschieden. Für die Erlaubnis, den Song verwenden zu dürfen, schrieben sie sogar das Label der Musikerin an und versuchten, sie via Facebook und Instagram zu kontaktieren. Eine Antwort blieb aus, so dass am buchstäblich letzten Tag Plan B greifen musste und sie eine lizenzfreie Musik einspielten. „Das war das letzte, was wir vor dem Hochladen der Datei gemacht haben“, erinnert sich Fynn Grabowski.

Seit dem Votingstart vor zwei Wochen haben viele Stiftsgymnasiasten für den Film ihrer Schule geworben. „Wir haben jede Person angesprochen und nichts unversucht gelassen“, blickt Theresa Hilp zurück. Offenbar haben die Schüler Erfolg in der Youtube-Fangemeinde. Am Freitag lag der Xanten-Film im Online-Voting auf Platz ein. Die einige 100 Stimmen Vorsprung vor den Zweitplatzierten aus Moers sind zwar respektabel, aber bis einschließlich Montag heißt es noch zittern. Darum bitten Theresa Hilp und Fynn Grabowski weiter um Unterstützung für das Video – direkt unter dem Clip können Sie dafür abstimmen. Und hier können Sie alle Video sehen. Am 7. Februar im Neukirchener Heinrich-Goldberg-Saal heißt es dann „And the winner is ...“

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