Sylke Lukas: „Die bergische Region hat viele Stärken“

Interview mit Sylke Lukas : „Die bergische Region hat viele Stärken“

Die Region hat Daheimgebliebenen viel zu bieten: „Die Bergischen Drei“ stellen von Solingen aus die Attraktionen ins Schaufenster.

Was raten Sie Thomas-Cook-Geschädigten und anderen, die ihre Herbstferien zu Hause verbringen müssen oder wollen?

Lukas Unsere Region hat viele Stärken – die durch ein Netz aus attraktiven Rad- und Wanderwegen erschlossen werden. Wer sich inspirieren lassen will, findet seit kurzem ein Video mit den Trassen-Highlights auf www.einfach-bergisch-radeln.de. Außerdem haben wir ergänzend zur Karte der bergischen Panorama-Radwege eine Broschüre mit Tourentipps sowie einem Unterkunfts- und Gastronomieverzeichnis herausgebracht.

Was würden Sie einem Solinger empfehlen, der in der Klingenstadt schon alles kennt?

Lukas Für Wanderer gibt es die Karten „Drei Altstädte“, „Drei Täler“ und „Drei Seen“. Da liegen unter anderem Cronenberg, Lennep, Lüttringhausen und Beyenburg, das Eschbachtal und die Wuppertalsperre am Weg. Außerdem warten beispielsweise in Remscheid das Tuchmuseum und das Röntgen-Museum sowie in Radevormwald das Wülfing-Museum auf Besucher. Auf unserer Facebook-Seite geben wir auch persönlich gefärbte Kultur- und Veranstaltungstipps.

Ein Tipp für Naturliebhaber?

Lukas Wir haben vor einigen Wochen zum ersten Mal einen Wandertag in den drei bergischen Großstädten veranstaltet. Der kam so gut an, dass wir ihn wiederholen werden. In Wuppertal ging es schwerpunktmäßig durchs Arboretum, einen Teil des Staatsforstes Burgholz. In Remscheid haben wir eine Wanderung durch das Gelpetal angeboten. Das Tal ist ein Schatz, ein Naturschutzgebiet von europäischem Rang. Eine zweistündige Wanderung durchs Gelpetal, bei der man auch noch ein Stück Industriegeschichte kennenlernen kann, ist ein angenehmes, ruhiges Erlebnis. Auf der Solinger Tour wurde ein Teilstück des Klingenpfads erwandert. Nicht nur für die Großstädter von der Rheinschiene ist es wunderbar, aus dem Trubel in die Ruhe zu kommen.

In Düsseldorf haben Sie 2019 mehrmals für die Region geworben, etwa bei der „Rad aktiv“ im Juni und der „TourNatur“ im September. Zahlt sich das Engagement aus?

Lukas Das Thema Fahrrad läuft wie von allein, und bei der „TourNatur“ haben wir so viele Prospekte verteilt, dass wir jeden Abend Nachschub holen mussten. Wir haben sehr viele Tagestouristen angesprochen.

Nicht nur die Hoteliers möchten Besucher aber länger hier halten.

Lukas Deshalb schlagen wir in der neuen Broschüre ja auch Hotels und Gaststätten vor. Außerdem legen wir jedes Jahr das Gastgeberverzeichnis neu auf. Ich besuche dafür die Ferienwohnungen und -häuser, deren Besitzer sie klassifizieren lassen möchten. Bei einer DTV-Klassifizierung werden ein bis fünf Sterne vergeben.

Wie erreichen Sie potentielle Gäste aus dem Ausland?

Lukas Indem wir beispielsweise an speziellen Kongressen für Reiseveranstalter teilnehmen oder Pressereisen veranstalten. Vor einem Jahr hatten wir 22 Journalisten aus den Benelux-Ländern hier. Daraus entstanden viele Busreisen; die Holländer und die Belgier stehen total auf uns. Wir haben aber auch schon mehrfach Anfragen aus Japan bekommen.

Was ist mit chinesischen Gästen?

Lukas Die interessieren sich für Friedrich Engels, dessen 200. Geburtstag sich 2020 jährt. Da liegt der Schwerpunkt der Arbeit bei den Wuppertaler Kollegen. Wir werden aber Bausteine mit einfließen lassen und hoffen, dass die chinesischen Gäste später wiederkommen. Die Region hat noch mehr zu bieten als das Engelsjahr.

Trotzdem steht auf Ihrem Schreibtisch eine kleine Engelsbüste. Was hat es damit auf sich?

Lukas Das ist ein Prototyp. Wir verteilen bei Messen als Türöffner kleine Plastiken, die von Excit3D gefertigt werden. Die Nachbildungen von Schloss Burg und der Müngstener Brücke werden unglaublich gut angenommen.

Stichwort Müngstener Brücke: Viele Eisenbahnfreunde vermissen das Brückenfest, das im alten Stil nur noch alle fünf Jahre veranstaltet wird. Können „Die Bergischen Drei“ nicht einspringen, wenn die Solinger Stadtverwaltung nicht selbst Dampf macht?

Lukas Dies können wir personell und finanziell leider nicht stemmen.

Die „TourNatur“ ist vorüber. Wird es jetzt beschaulich?

Lukas Im Gegenteil. Nach der Messe ist vor der Messe. Im Januar präsentieren wir uns gemeinsam mit der Naturarena/Das Bergische auf der Vakantiebeurs in Utrecht. Im Februar stellen wir bei der Fiets en Wandelbeurs in Gent aus. Zudem werden wir unseren ersten digitalen Stammtisch durchführen. Da soll es im Januar um den digitalen Meldeschein gehen, was speziell die Hoteliers interessieren dürfte.

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