Tourismus im Bergischen Land Solingen will Jugendherberge in Burg

Solingen / Bergisches Land · Die 18 Hotels in der Klingenstadt begrüßten in den ersten drei Monaten dieses Jahres fast zehn Prozent weniger Gäste als im ersten Quartal 2018. Das Bergische Städtedreieck hingegen konnte insgesamt zulegen.

 Touristischer Wegweiser im Bereich von Schloss Burg – mit Hinweis auf die Jugendherberge, die es nicht mehr gibt.

Touristischer Wegweiser im Bereich von Schloss Burg – mit Hinweis auf die Jugendherberge, die es nicht mehr gibt.

Foto: Fred Lothar Melchior

Der Blick aufs Ganze macht Holger Piwowar grundsätzlich froh. Denn die Übernachtungszahlen in den Hotels in den drei bergischen Großstädten Solingen, Remscheid und Wuppertal entwickelten sich im ersten Quartal recht ordentlich. „Wir haben zugelegt“, sagt der Geschäftsführer Bergisches Land Tourismus Marketing.

83.662 Gästeankünfte wurden in den 78 Hotels mit ihren 5574 Betten im Städtedreieck registriert – ein Plus von 2,6 Prozent gegenüber Januar bis einschließlich März des vergangenen Jahres. Erfreulich für Holger Piwowar ist, dass die Anzahl der ausländischen Gäste mit 4,5 Prozent auf 13.123 stiegen. Die Zahl der Gästeübernachtungen entwickelte sich mit 3,1 Prozent auf 196.818 ebenfalls positiv, die Übernachtungen ausländischer Gäste erhöhte sich um knapp zehn Prozent auf 26.933.

Während sich für die Region „die zahlen nach oben entwickeln“, so Piwowar, gehen die Zahlen allein in Solingen allerdings nach unten. 10.709 Gäste wurden in den klingenstädtischen Hotels im ersten Quartal gezählt, ein Minus von 9,4 Prozent. Immerhin stiegen auch hier die Gästeankünfte aus dem Ausland (plus 31,9 Prozent auf 1705). Insgesamt wurde aber auch ein Minus bei den Übernachtungen (4,4 Prozent auf 21.040) festgestellt. Die mittlere Aufenthaltsdauer der Gäste liegt bei zwei Tagen, bei den ausländischen Gästen bei zweieinhalb Tagen. „In Solingen macht sich der Fortfall der Jugendherbergen sehr bemerkbar, das können die anderen Hotels nicht auffangen“, sagt Holger Piwowar.

Im vorigen Jahr wurde die Jugendherberge in Oberburg geschlossen. Die Gräfrather ist bereits seit einigen Jahren dicht und gehört jetzt der Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft (ZDS). Solingen kämpft gleichwohl weiter um einen Jugendherbergsstandort. „Wir haben zuletzt vor 14 Tagen ein sehr intensives Gespräch mit dem Jugendherbergswerk Rheinland im Rathaus geführt“, erklärt Lutz Peters, Leiter der Abteilung Kommunikation und Stadtmarketing der Stadtverwaltung.

Das Gespräch habe durchaus den Charakter eines „Prüfungs- beziehungsweise Bewerbungsgespräches“ gehabt. Zumal das Jugendherbergswerk beispielsweise genau wissen wollte, warum eine neue Bergische Jugendherberge ausgerechnet in Solingen gebaut werden sollte. „Wir favorisieren vonseiten der Stadt den Standort Oberburg“, sagt Lutz Peters. Bis zum Sommer will sich das Jugendherbergswerk zunächst weiter mit internen Analysen beschäftigen. Bis zum Jahresende, so heißt es, soll eine Entscheidung oder aber zumindest eine Tendenz für einen Jugendherbergsstandort im Bergischen absehbar sein.

Die Jugendherbergen im Rheinland spüren allerdings zunehmend auch die Konkurrenz von sogenannten Low Budget Hotels. Davon gibt es im Bergischen zwar offenbar noch keines, doch das Jugendherbergswerk muss diese Konkurrenz für seine künftige Ausrichtung im Blick haben.

Für Lutz Peters und Holger Piwowar sind insbesondere auch in Solingen die Tagestouristen ein wichtiges Klientel. Für Wanderer und Radfahrer haben die Klingenstadt, Remscheid und Wuppertal, abgesehen von Highlights wie Schloss Burg, Müngstener Brücke oder den historischen Stadtkern von Gräfrath, eine Menge zu bieten. „Wanderer und Radfahrer beziehungsweise Tagestouristen kommen zumeist von April bis Oktober“, weiß der Geschäftsführer Bergisch Land Tourismus.

Auf einigen Fahrradmessen, wie der „Road aktiv“ oder der „Velo Messe“ sind die Bergischen Drei um Holger Piwowar deshalb wieder vor Ort, um für die Region zu werben.

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