Bergischer HC: Düsseldorf wird dauerhaft dritte Heimspielstätte

Handball-Bundesliga: Düsseldorf wird dauerhaft dritte Heimspielstätte des Bergischen HC

Die Sportstadt Düsseldorf und der Bergische HC haben eine Kooperation vereinbart: Bis Sommer 2022 wird der Handball-Erstligist pro Saison vier bis sechs Heimspiele im ISS-Dome austragen.

Die ersten beiden Auftritte in dieser Saison waren Werbung genug: Nach den Spielen des Bergischen HC gegen den THW Kiel und die Rhein-Neckar Löwen im November sowie der noch ausstehenden Begegnung gegen die SG Flensburg-Handewitt am 9. Juni wird der Handball-Erstligist auch künftig im Düsseldorfer ISS-Dome beheimatet sein. Die Verantwortlichen des Vereins und der Landeshauptstadt haben ein umfangreiches Kooperationsabkommen abgeschlossen, das unter anderem vier bis sechs Partien in der 12.500 Zuschauer fassenden Arena vorsieht.

„Wir haben im Frühjahr gelernt, dass eine Arena Bergisch Land auf dem engen Raum des Städtedreiecks vermutlich nicht zu bekommen ist“, erklärte Jörg Föste, BHC-Geschäftsführer Sport, im Rahmen einer Jahresauftakt-Pressekonferenz. Die langjährige Planung des Vereins, eine Mehrzweckhalle auf der Stadtgrenze von Solingen und Wuppertal im Gebiet Piepersberg-West zu bauen, war aufgegeben worden, weil der Kauf eines entscheidenden Privatgrundstücks den Kostenrahmen gesprengt hätte. „Im März sind nach und nach die Überlegungen gereift, warum man nicht über eine gemeinsame Zukunft sprechen sollte, wenn es in Düsseldorf eine entsprechende Sportstätte gibt“, führte Föste weiter aus.

Dass der Bergische HC bis 2022 pro Saison mindestens vier, maximal sechs Spiele im ISS-Dome austragen wird, hängt auch damit zusammen, dass „wir in Düsseldorf ein großes positives Echo auf die ersten Auftritte des BHC hatten“. Michael Brill, als Geschäftsführer von ­D.LIVE zuständig für die Eventhallen in der Sportstadt Düsseldorf, erklärte, dass „die Kooperation mit dem Bergischen HC ein wichtiger Schritt für die regionale und bundesweite Präsenz unserer Veranstaltungsstätten ist“. Sie stärke den ISS-Dome als Standort für Spitzenhandball. „So können wir neben der DEG im Eishockey ein zweites starkes Sportteam in der Arena präsentieren.“

Die Sportstadt Düsseldorf erhält zugleich einen festen Sitz im Gesellschafterkreis der BHC-Marketing GmbH. Diesen nimmt ab sofort Dr. Peter Kluth wahr. Nach der ersten gemeinsamen Sitzung tags zuvor saß der ehemalige Berater von Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel am Dienstag während der Pressekonferenz an der Seite der weiteren Gesellschafter Thomas Meyer, Peter Kruft, Michael Kölker und Ralf Zimmermann. „Man muss regional denken – auch als Landeshauptstadt“, sagte Kluth. „Wer nur in Vereinsmeierei denkt, muss Glück haben, dass es am eigenen Standort auch funktioniert.“ Als Beispiele, wo es nicht auf Spitzenniveau funktioniert, nannte der Rechtsanwalt Essen, Dormagen oder indirekt auch die Rhein Vikings in der eigenen Stadt.

Kooperationspartner: D.LIVE-Geschäftsführer Michael Brill, die BHC-Geschäftsführer Philipp Tychy (2.v.l.) und Jörg Föste (2.v.r.) sowie der neue Gesellschafter Dr. Peter Kluth. Foto: Meuter, Peter (pm)

Entscheidend für die Kooperation mit dem Bergischen HC seien die professionellen Strukturen gewesen. „Gedanklich sind wir weiter als die jetzt vereinbarten drei Jahre“, führte Peter Kluth weiter aus. Dass die Löwen irgendwann dem Beispiel des HC Erlangen oder des TV Bittenfeld folgen werden, um Heimspiele nur noch in der Arena einer benachbarten Großstadt auszutragen, davon spricht keiner der Verantwortlichen. „Düsseldorf kann auf eine ganze Saison nicht Erste Liga“, sagte Kluth. „Dann lieber ein Teil des Ganzen sein, als gar nicht.“

Trotz der Aufnahme des ISS-Domes als künftige dritte Heimspielstätte soll sich nichts an den Strukturen oder sogar am Namen des Bergischen HC ändern. „Alle weiteren Begegnungen werden – wie bislang auch – auf die Solinger Klingenhalle und die Wuppertaler Unihalle aufgeteilt“, sagte Jörg Föste. Grundsätzlich sei es das Bestreben, gegen die Topteams der Liga vor möglichst vielen Zuschauern im ISS-Dome zu spielen. „Die Spielplan-Konstellation ist bei der Planung jedoch entscheidend. Der Terminkalender schlägt jeden Gegner.“ Der BHC-Geschäftsführer könne sich zum Beispiel gut vorstellen, auch ein Weihnachtsspiel wie zuletzt gegen die TSV Hannover-Burgdorf in die Arena zu verlegen.

Das Aus der Planungen einer eigenen Mehrzweckhalle mit einem Fassungsvermögen von rund 6000 Zuschauern in Solingen oder Wuppertal soll das Kooperationsabkommen nicht zwangsläufig bedeuten. „Wenn es Kräfte gibt, die die Infrastruktur in die Hand nehmen, haben wir drei Jahre Zeit gewonnen“, erklärte Föste auf Nachfrage. Zum einen setze der BHC mit der Übereinkunft moderne Standards, zum anderen werde in Kopplung mit dem in Solingen entstehenden Leistungszentrum die Präsenz des Spitzenhandballs für das Bergische Land gesichert.

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