Solinger LEG-Mieter sitzen drei Monate im Kalten

Defekte Heizung in Solinger Wohnhaus : LEG-Mieter sitzen drei Monate im Kalten

Eine defekte Heizung sorgte bei Bewohnern eines Hauses an der Erzgebirgsstraße für Ärger. Selbst über die Feiertage mussten die meist älteren Mieter frieren. Dazu kommt der Lärm der Anlage. Nun soll die Heizung wieder laufen.

Die zurückliegenden Feiertage waren alles andere als ein Vergnügen gewesen. Und den Jahreswechsel werden die mehr als 40 Mieter des Wohnhauses Erzgebirgsstraße 15 in Merscheid ebenfalls nicht gerade in guter Erinnerung behalten. Denn nachdem die Heizungsanlage in dem aus den 90er Jahren stammenden Gebäude schon im vergangenen Herbst ihren Geist aufgegeben hatte, saßen die meist älteren Bewohner auch an Weihnachten und zu Silvester noch im Kalten.

Erst am gestrigen Freitag konnte die zuständige Wohnungsbaugesellschaft LEG Entwarnung geben. Wie eine Sprecherin des Konzerns mitteilte, wurde die defekte Heizung am Donnerstagnachmittag von Technikern zunächst provisorisch instand gesetzt, ehe es den Handwerkern nach Angaben der LEG am darauffolgenden Morgen endgültig gelang, die Anlage wieder ans Laufen zu kriegen.

„Der Ausfall der Heizung tut uns außerordentlich leid“, sagte die Unternehmens-Sprecherin, die sich im Namen ihrer Firma bei den betroffenen Mietern entschuldigte. So sei bereits am ersten Weihnachtsfeiertag ein Monteur vor Ort in Solingen gewesen. Doch der habe am Ende unverrichteter Dinge von dannen ziehen müssen, da seinerzeit ein Ersatzbauteil gefehlt habe, das zunächst habe bestellt werden müssen. Und dies habe sich wegen der Feiertage wiederum verzögert, hieß es jetzt aus der LEG-Zentrale in Düsseldorf.

Eine Erklärung, die viele der Hausbewohner indes nicht so stehen lassen wollen. Denn sie bemühen sich schon seit Monaten darum, dass die Heizungsanlage endlich wieder ohne Beanstandungen funktioniert – wobei den meisten Betroffenen die ständigen Beschwerden bei der LEG mehr als einmal wie ein Kampf gegen Windmühlen vorkamen.

Denn trotz zahlreicher Kontaktversuche gelang es den Mietern nicht, bei den zuständigen Stellen der LEG mit ihrem Anlegen durchzudringen. Wie etwa Mariehanne Klein, die seit rund zwölf Jahren eine kleine Erdgeschosswohnung im Haus Erzgebirgsstraße 15 bewohnt – und die zuletzt in den Nächten immer häufiger in ein Gästezimmer im Keller eines Nachbargebäudes umziehen musste.

Der Grund: Neben der Kälte in den eigenen vier Wänden machte der Rentnerin zunehmend auch eine Lärmbelästigung zu schaffen. „Seit die Heizung kaputt ist, gibt es – offenbar, wenn die Anlage wieder anzulaufen versucht – laute Knallgeräusche, die ich über die Heizungsrohre in meiner Wohnung extrem höre“, berichtete die Solingerin nun noch einmal von den Zumutungen der zurückliegenden Wochen und Monate.

Bei der LEG selbst stieß die Mieterin mit ihren Klagen gleichwohl bis zum heutigen Tag auf taube Ohren. Beispielsweise blieben drei Briefe an den Vermieter, die Mariehanne Klein seit Anfang November mit Hilfe des Mietervereins geschrieben hatte, unbeantwortet, so dass bei ihr nun bis auf Weiteres die Skepsis überwiegt.

„Es ist erst wieder alles in Ordnung, wenn die Heizung komplett repariert ist und auch der Krach der Vergangenheit angehört“, sagte Klein am Freitagnachmittag. Früher, als das Haus noch zur Solinger Kissel-Gruppe gehört habe, sei es jedenfalls nie zu einem solchen Ärger wie jetzt gekommen, betonte die Mieterin, die sich in dieser Einschätzung mit ihren Nachbarn einig weiß.

Die Landesentwicklungsgesellschaft Nordrhein-Westfalen GmbH wurde 2008 privatisiert. Heute hat die börsennotierte LEG deutschlandweit rund 130.000 Wohnungen in ihrem Bestand, davon 1492 in Solingen.