Politik in Rommerskirchen: Die Grünen sind nach allen Seiten offen

Kommunalwahl in Rommerskirchen : Die Grünen sind nach allen Seiten offen

Bündnis 90/Die Grünen sucht einen eigenen Bürgermeisterkandidaten und will bis 2020 mit allen Parteien reden.

Die Grünen machen ihren geplanten Abgang aus der so genannten Bürgermeister-Mehrheit spannend und vollziehen ihn schrittweise. Bei der jüngsten Mitgliederversammlung von Bündnis 90/Die Grünen auf dem Hermeshof in Eckum votierten sechs von sieben Anwesenden bei einer Enthaltung, dass es 2020 keine gemeinsame Wahlwerbung, etwa auf Plakaten und Flyern, für den Kandidaten einer anderen Partei mehr geben soll.

Laut Parteichef Andreas Holler, der den Antrag zur Abstimmung stellte, muss dies nicht zwingend bedeuten, dass es keine Wahlempfehlung der Grünen zugunsten eines nicht der Partei angehörigen Bewerbers geben könnte. Was Fraktionschef Jupp Kirberg indes sofort relativierte: Für ihn „ist Martin Mertens so bekannt, dass er von sich aus ausreichend Kapazität hat“, sagte der jahrzehntelang als Frontmann der örtlichen Grünen agierende Ramrather. Andreas Holler zufolge handelt es sich dabei indes lediglich um „die persönliche Meinung“ von Jupp Kirberg.

 Dass die Distanz der Bündnisgrünen zum 2014 von ihnen noch auf Plakaten unterstützten Sozialdemokraten Mertens gewachsen ist, machen auch die erst kürzlich bekannt gewordenen Gespräche mit der CDU deutlich. Holler zufolge kann jedoch keine Rede von „geheimen Gesprächen sein: „In guter demokratischer Manier sprechen wir mit allen Parteien. Diese Gespräche mit der SPD sowie mit der CDU werden in den kommenden Monaten fortgeführ“, sagt Holler.

Primär steht indes nach wie vor die Suche nach einem eigenen Bürgermeisterkandidaten, vorzugsweise einer Frau, im Mittelpunkt. Nach Informationen der NGZ hat eine früher für die Grünen im Dormagener Stadtrat aktive Politikerin den Rommerskirchener Grünen bereits abgesagt. Befristet ist die weitere Suche nicht, wie Andreas Holler und Ratsmitglied Norbert Wrobel deutlich machten. Holler zufolge gebe es selbst für die Kommunalwahl im September 2020 „noch nicht einmal einen festen Termin“.

Gleichwohl wollen die Grünen Martin Mertens für 1. Oktober einladen, um ihn intensiv zu seinen politischen Vorstellungen für die Zeit bis 2025 zu befragen. Ein Gespräch mit der CDU soll in Kürze folgen. Wie CDU-Chef Michael Willmann kürzlich sagte, würden sich sein Stellvertreter Holger Hambloch und Andreas Holler nach dem am heutigen Samstag beginnenden Schützenfest von Nettesheim-Butzheim treffen.

Wie Holler betont, seien sich die Grünen darin einig, „dass zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Entscheidung über eine mögliche Zusammenarbeit mit anderen Parteien sowie eine Unterstützung der möglichen Bürgermeisterkandidaten getroffen werden kann.“

Um diese Entscheidung vorzubereiten „sollen in den kommenden Monaten unverbindliche Gespräche mit den Parteien sowie den möglichen Bürgermeisterkandidaten geführt werden“, kündigt Holler an. Nach Abschluss der Gespräche werde dann „voraussichtlich im ersten Quartal 2020“ eine Entscheidung getroffen.

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