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Politbarometer vor Wahl in Sachsen-Anhalt: Die CDU liegt vor der AfD

Politbarometer : Die CDU liegt in Sachsen-Anhalt klar vor der AfD

Eine Woche vor der Landtagswahl zeigt eine Umfrage, dass die meisten Reiner Haseloff als Ministerpräsidenten behalten wollen, die schwarz-rot-grüne Koalition kann mit einer Mehrheit rechnen. Die AfD bleibt dennoch stark.

Wenn am nächsten Sonntag, dem 6. Juni, in Sachsen-Anhalt eine neue Landesregierung gewählt wird, könnte das Ergebnis ganz ähnlich ausfallen wie bei der vergangenen Wahl. Das ist das Ergebnis des Politbarometers der Forschungsgruppe Wahlen. Demnach würde nicht nur die CDU mit 29 Prozent der Wählerstimmen erneut stärkste Partei werden, auch die Reihenfolge der anderen Parteien wäre wie bei der Landtagswahl vor fünf Jahren: Die AfD bliebe zweitstärkste Kraft mit 23 Prozent, die Linke bekäme 11 Prozent, die damit im Vergleich zu 2016 erneut Verluste einfahren würde. Die SPD könnte mit 10 Prozent rechnen, die Grünen mit 9 Prozent, die FDP mit 8 Prozent und die Freien Wähler mit 3 Prozent. Alle anderen Parteien bekämen zusammen 7 Prozent.

Nach den Ergebnissen der Umfrage, der letzten vor der Wahl, wäre sowohl eine Fortsetzung der amtierenden Kenia-Koalition aus CDU, SPD und Grünen möglich als auch eine Regierung aus CDU, SPD und FDP. Für ein Bündnis aus CDU, Grünen und FDP (Jamaika-Koalition) würde es nach aktuellem Stand ebenfalls knapp reichen. Der Umfrage zufolge sind die Wähler mit der Leistungsbilanz der amtierenden Kenia-Koalition zufriedener als mit der Vorgängerregierung vor fünf Jahren. Auf der Skala von +5 bis -5 (voll und ganz zufrieden bis vollständig unzufrieden) wird die Arbeit der gesamten Landesregierung mit einem Durchschnittswert von 1,1 (März 2016: 0,6) bewertet. In der Einzelkritik kommen die drei Regierungsparteien aber sehr unterschiedlich weg: Die Arbeit der CDU wird mit Abstand am positivsten gesehen (+1,3), die SPD kommt auf +0,7. Das schlechteste Zeugnis erhalten die Grünen, sie liegen mit -0,9 im negativen Bereich.

Bei der Frage, wen die Bürger lieber als Regierungschef in Sachsen-Anhalt hätten, punktet Amtsinhaber Reiner Haseloff (CDU) mit 68 Prozent. Seinen direkten Gegenkandidaten der AfD, Oliver Kirchner, wollen nur 7 Prozent als Ministerpräsidenten haben. Dennoch bleibt die AfD in Umfragen zweitstärkste Kraft – eine Erhebung in dieser Woche sah die Rechtspopulisten sogar vorne: Mit 26 Prozent lag die AfD vor der CDU mit 25 Prozent, wie die „Bild“-Zeitung am Mittwoch unter Berufung auf eine Befragung des Meinungsforschungsinstituts Insa berichtete. 

Ministerpräsident Reiner Haseloff hatte bereits angekündigt, dass es nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt keine politische Zusammenarbeit der CDU mit der AfD im Land geben wird. Dreiviertel der Befragten finden dies laut aktuellem Politbarometer richtig, darunter deutliche Mehrheiten in allen Anhängerschaften – außer der AfD.

(jra)