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Ringen 2. Liga: KSK Konkordia Neuss startet in Mission Wiederaufstieg

Ringen : KSK startet in Mission Wiederaufstieg

Aufatmen beim KSK Konkordia. Die Toptalente Samuel und Aaron Bellscheidt, Deni Nakaev und Ayub Musaev bleiben trotz Abstieg der Neusser Ringer aus der 1. Liga an Bord. Sie wollen mit dem Klub aus der Nordstadt zurück ins Oberhaus.

Von Frust keine Spur. Dafür haben die Ringer des KSK Konkordia Neuss einfach keine Zeit, denn es gibt furchtbar viel zu tun. So steht endlich die Sanierung der Ringerhalle am Nordbad an – mit allem Pipapo: moderne Umkleide- und Sanitärräume, ein neuer Gymnastikraum im Obergeschoss, komplette Barrierefreiheit ... Den Löwenanteil der von der Stadt kalkulierten Kosten in Höhe von rund 1,8 Millionen Euro sollen Land und Bund aus dem Programm „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten“, das in diesem Jahr rund 46 Millionen Euro an die Kommunen ausschüttet, bestreiten.

Parallel dazu ist der Verein dabei, die Weichen für eine Rückkehr in die deutsche Eliteklasse zu stellen. Höchste Priorität hatten dabei für den Sportlichen Leiter Fatih Cinar die Gespräche mit dem eigenen Nachwuchs. „Geld war dabei nicht der ausschlaggebende Punkt. Die Jungs wollten wissen, wie der Kader aussieht.“ Die auch auf internationalem Parkett erfolgreichen Topleute Samuel (20) und Aaron Bellscheidt (18), Deni Nakaev (19) und Ayub Musaev (19) hätten von Anfang an klargestellt: „Wenn das Ziel Aufstieg heißt, bleiben wir.“ Um den bei der oft zahlungskräftigeren Konkurrenz hoch im Kurs stehenden Nachwuchs in Neuss zu halten, schnürte der KSK ein Komplettpaket. Unter anderem zahlt der Verein für Trainingsmaßnahmen im In- und Ausland und ermöglicht es seinen jungen Spitzenringern, an Speziallehrgängen teilzunehmen.“

 Bleiben dem KSK Konkordia Neuss auch in der 2. Bundesliga treu: (v.l.) Aaron Bellscheidt, Deni Nakaev und Samuel Bellscheidt.
Bleiben dem KSK Konkordia Neuss auch in der 2. Bundesliga treu: (v.l.) Aaron Bellscheidt, Deni Nakaev und Samuel Bellscheidt. Foto: KSK
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Zudem erinnerte Cinar den abwanderungswilligen Musaev („Er war schon halb in Witten.“) daran, dass er mit dem Wechsel zu einem anderen Klub auch seinen attraktiven Einsatzstatus verloren hätte. Zur Erklärung: Jeder in der Bundesliga eingesetzte Ringer wird bewertet. Medaillengewinner bei Olympischen Spielen sowie Welt- und Kontinentalmeisterschaften aus dem Ausland schlagen mit acht Punkten zu Buche. Am besten weg kommen Athleten aus dem eigenen Nachwuchs, die im Idealfall sogar mit -2 in die Wertung kommen. Das ist deshalb wichtig, weil jeder Mannschaft an einem Kampfabend für ihre zehn Ringer insgesamt nur 28 Punkte zur Verfügung stehen. Zwei Olympiasieger aus Russland würden also schon 16 Punkte verbrauchen. In der Praxis sieht das so aus: Im Heimkampf gegen Heilbronn kam der mit selbstausgebildeten Ringern gespickte KSK Konkordia auf -7 Punkte, die Gäste dagegen mit Topstars wie den dreimaligen Weltmeister Frank Stäbler (vier Punkte) auf die vollen 28. Daraus folgert Cinar: „In Witten wäre Ayub mit sieben Punkten auf die Matte gegangen und hätte sicher nicht so viele Kämpfe wie bei uns bekommen.“

Weiter für Neuss im Einsatz sein werden auch der beim Publikum beliebte Lom-Ali Eskiev, der Weißrusse Adlan Tasuev, Timo Schaffrinna, Adam Bachor, Julian Lejkin, Albert Nakaev sowie die für Polen ringenden, aber beim KSK unter Oleg Dubov, Erich Marjalke und Max Schwindt ausgebildeten Brüder Arslambek und Mairbek Salimov. Mit jetzt 14 Jahren auch schon für Einsätze im Bundesliga-Unterhaus infrage kommt Joshua Bellscheidt. Aus der Oberliga-Vertretung auf rücken unter anderem Richard Mahn, Aleksander Kroczak und Riccardo Vito Abbrescia, der die italienische Fraktion beim KSK verstärkt. Denn neben Simone Piroddu soll auch Salvatore Diana bleiben. Der fiel in der vergangenen Saison zwar in erster Linie durch Abwesenheit auf – bei seinem einzigen Einsatz in der Stadionhalle bezwang er zum Auftakt den Nackenheimer Osman Kubilay Cakici mit 3:1– , doch habe er Cinar glaubhaft versichert, „dass er, wenn er nicht bei der WM ringt, alle Kämpfe für uns macht.“ Gut möglich, dass nach für ihn schwieriger Zeit auch der Kubaner Jackson Vaillant-Cantero mit Ende 40 sein soundsovieltes Comeback feiert.

Durch ist Cinar mit seiner Arbeit am Kader aber noch nicht. Vor allem im Freistil, den Gewichtklassen bis 57 und 61 sowie 75 und 80 Kilogramm, „müssen wir noch reinhauen.“