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Jahreshauptversammlung des Stadtsportverbandes Neuss

Jahreshauptversammlung : Selbstbewusster Restart aus der Krise

Endlich konnte der Stadtsportverband Neuss seine Mitglieder wieder persönlich auf seiner Jahreshauptversammlung begrüßen. Es gab viel zu tun, galt es doch unter anderem, ehrenamtliches Engagement in 2020 und 2021 zu würdigen.

Die Corona-Pandemie hat auch und gerade den Sport schwer getroffen. Denn die mit dem Lockdown verbundenen Kontaktbeschränkungen „stehen dem Grundgedanken von Treffen beim Sport und um dem Sport bedauerlicherweise diametral entgegen“, sagt Meinolf Sprink, Vorsitzender des Stadtsportverbandes (SSV) Neuss. Darum sei es „gut, dass sich die Dinge jetzt mit den Lockerungen, bedingt gerade durch die Impfprogramme, zu normalisieren beginnen.“ Ein kurzer Überblick:

Die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen Trotz größter Mühen und umfangreicher Programme – die Mitgliederzahl ist absolut um rund 1500 Mitglieder auf 33.091 (LSB-Statistik zum 31. Dezember 2020) zurückgegangen. „Wir haben fünf Vereine als Mitglieder verloren“, führt der im Stadtsportverband für die Finanzen zuständige Marcus Weeres aus. Umfragen des SSV im November 2020 und im Februar 2021 hatten ergeben, dass die Vereine in unterschiedlicher Größenordnung Mitglieder einbüßten. Die Verluste waren bei den Großvereinen prozentual stärker ausgeprägt, wobei natürlich die Frage im Raume steht, ob dies auch mit der Hinwendung zu Kurssystemen zu begründen ist. Sprink: „Die Ehrenamtler sind loyal, trotzdem merkt man deutlich, dass sich Sorge breit macht, ob es am Ende der Corona-Zeit nicht doch einen spürbaren Schwund geben wird.“ Und er mahnt: „Das fehlende Sportangebot macht sich deutlich bei Kindern und Jugendlichen bemerkbar.“

Neuss macht mobil. Umso bitterer ist, dass die Beeinträchtigungen des Schulbetriebes das Vorzeigeprojekt des Stadtsportverbandes und der Stadt Neuss kolossal erschwert haben. Trotzdem wurden in 21 von 26 Neusser Grundschulen mehr als 1000 Schülerinnen und Schüler der zweiten Klassen auf ihre Fitness getestet. An drei Schulen wurde Sport-Förder-Unterricht angeboten. Und die ersten Fünftklässler haben sich bereits einem einem Re-Check unterzogen. Allerdings bereitet es den Organisatoren zunehmend Probleme, Prüfer für lobenswerte Angebote wie „Neuss macht Mobil“ und das Sportabzeichen sowie Übungsleiter für den wieder aufgelegten Nachtsport zu finden, zumal die finanzielle Ausstattung nicht wirklich üppig ist.

Aktivitäten zum Jubiläum. Die Feiern zum runden Geburtstag am 14. November hat der Stadtsportverband unter das Motto Nachhaltigkeit gestellt. So hat sich die vor hundert Jahren gegründete Interessensvertretung der Neusser Sportvereine ein neues, zeitgemäßes Logo gegönnt. Auf seiner Webseite (https:// www.stadtsportverband.de) sowie dem Facebook- und Instagram-Account hat der SSV außerdem ein Quiz mit hundert Fragen zum Sport in Neuss aufgelegt, das pünktlich zum 14. November zu einem Lösungssatz führen wird. Zu einem „Get-Together“ der Neusser Sportfamilie soll der Jubiläums-Crosslauf des SSV am 30. Oktober werden. Sprink hofft, „dass uns die Corona-Pandemie da keinen Strich durch die Rechnung macht.“ An diesem Stichtag stellt der SSV auch die ersten 16 Mitglieder der „Wall of Fame des Neusser Sports“ vor. Diese Liste soll dann jedes Jahr um fünf weitere Sportler, Funktionäre oder Trainer ergänzt werden. Bei der Auswahl, sagt Sprink, sei ihm nochmal bewusst geworden, „welch’ großartige Sportlerinnen und Sportler mit der Stadt Neuss zu verbinden sind.“

Klare Worte Wer Volker Staufert ärgern will, weiß der Vorsitzende des Stadtsportverbandes, müsse „den Sport nur als schönste Nebensache der Welt“ bezeichnen. Für den ehemaligen Zweitliga-Handballer, dessen Engagement mit der „Volker-Staufert-Stiftung“, die im Rahmen der Jugendhilfe Jugendliche, junge Erwachsene und Institutionen in den Bereichen Sport, Bildung und Ausbildung sowie Inklusion unterstützt, der SSV mit der Goldenen Ehrennadel würdigte, ist damit nämlich eine unausgesprochene Missachtung des Sports verbunden. „Leben ohne Bewegung gibt es nicht“, stellt er energisch klar. „Wenn die Politik das negiert, macht sie sich schuldig.“ Und daraus folgert der ehemalige Vorsitzende des Kreissportbundes: „Wer nie Zeit mitbringt, sich ehrenamtlich zu engagieren, ist in meinen Augen asozial!“