Fußball-Landesliga : Holzheim und Kapellen haben einen Lauf

Die benachbarten Fußball-Landesligisten haben in jüngster Vergangenheit stark aufgespielt, geben sich vor dem nächsten Spieltag aber betont zurückhaltend. Kleinenbroich würde nach dem ersten Punktgewinn gerne nachlegen.

Der Heimsieg gegen den Titelkandidaten MSV Düsseldorf sollte den Landesliga-Fußballern der Holzheimer SG kräftig Rückenwind gegeben haben. Ob sie den nutzen können, wird sich zeigen, wenn sie am Freitagabend den achten Spieltag beim SC Reusrath eröffnen.

SC Reusrath (10.) – Holzheimer SG (5.). Die Stimmung in Holzheim könnte schlechter sein. Dem 6:2-Sieg im Kreisduell bei Teutonia Kleinenbroich ließ die HSG einen 3:1-Erfolg gegen den bärenstarken MSV Düsseldorf folgen. „Es wäre natürlich toll, wenn wir so weitermachen würden. Aber wir können die Ergebnisse gut einordnen“, erklärt HSG-Coach Hamid Derkhshan und fügt an: „Ich bin guter Dinge, dass uns das nicht dazu verleitet, überheblich zu werden.“ Das ist auch ratsam. Zwar liegen die Reusrather fünf Plätze zurück, haben bei einem Spiel weniger aber nur vier Punkte Rückstand auf die Holzheimer. Wertvolle Tipps zum Gegner kann auch Patrick Becker geben, der im Sommer neu zum Trainerteam der HSG gestoßen ist. Nachdem der Ex-Spieler des SC Kapellen 2020 seine aktive Karriere beendet hatte, heuerte er nämlich als Co-Trainer in Reusrath an. „Es gab zwar einige Veränderungen bei Reusrath, aber wir sind auf jeden Fall gut vorbereitet“, betont Derakhshan. Sorgen bereiten ihm zwei Spieler, von denen er noch nicht weiß, ob sie einsatzbereit sind. Yannick Joosten zog sich gegen den MSV eine Verletzung im Bereich der Rippen zu, Samuel Asllani erhielt am Donnerstag eine Impfung.

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SC Kapellen (3.) – FSV Vohwinkel (7.). Nach starken Leistungen und vier Siegen in Folge könnte beim SCK eigentlich eitel Sonnenschein herrschen. Und grundsätzlich ist die Stimmung auch bestens, doch Björn Feldberg will die jüngste Erfolgswelle nicht überbewertet wissen. „Wir sind sehr demütig und bleiben bodenständig“, sagt der im Sommer gekommene Trainer. Zunächst gehe es immer noch darum, Punkte zu sammeln, um den Abstand zu der in dieser Saison sehr großen Abstiegszone möglichst schnell zu maximieren. Um das zu erreichen, sieht er bei seiner Mannschaft trotz der jüngsten Serie noch Verbesserungsbedarf. Obwohl es jüngst das 3:0 beim VfB Solingen gab, kassiert der SCK für seinen Geschmack zu viele Gegentore. In den sechs Spielen davor waren es immerhin zehn Stück. Gegenmaßnahmen sind allerdings schwer zu ergreifen, weil den Gegentoren meist individuelle Fehler vorausgehen. „Wir hatten zuletzt drei 19-Jährige in der Viererkette. Da ist es ganz normal, dass die in einem Lernprozess sind“, meint Feldberg. Wobei ihm sein aktuell verletzungsfreier Kader generell viel Freude bereitet. „Ich könnte am Sonntag 18 Mann aufstellen“, sagt der Coach. So hätten sich Spieler wie Dzenan Sinanovic, Lorenz Kowalle und Simon Sasse, die vor der Saison niemand so richtig auf der Rechnung gehabt habe, exzellent entwickelt und erhöhten so den Konkurrenzkampf. So hat der Coach auch gegen Reusrath die Qual der Wahl, wobei die Kapellener den Gegner zuletzt zweimal beobachtet haben. Feldberg weiß also, was auf die Seinen zukommt: „Eine unangenehme Mannschaft, die über viel Offensivqualität verfügt.“

Teutonia Kleinenbroich (18.) – VfB Hilden II (6.). So groß die Erleichterung bei den Teutonen auch war, dass es voriges Wochenende beim 0:0 in Rath zum ersten Punktgewinn der Saison gereicht hat, am Sonntag gilt es, den Aufwärtstrend zu bestätigen. „In der Partie haben wir an unsere starke Leistung gegen Viersen angeknüpft und wurden endlich belohnt“, sagt Co-Trainer Björn Linevondeberg, der für den urlaubenden Norbert Müller bei der Partie die alleinige Verantwortung trug. „Diese Leistung in der Defensive muss die Basis sein, um gegen Hilden nachzulegen.“ Am Sonntag ist Müller aber wieder mit von der Partie. Verbesserungspotenzial sieht Linevondeberg in der Offensive, wo jüngst einige Konterchancen nicht gut ausgespielt wurden. Er hofft, dass am Sonntag die zuletzt verletzten Jonas Vincent Königs und Patrick vorn Hüls zurückkehren. Zudem könnte er Pascal Juch und Ilias Hamdani gut gebrauchen, die bei der Abwehrschlacht gegen Rath angeschlagen ausgewechselt werden mussten. Ob es mit den Einsätzen etwas wird, muss das Abschlusstraining zeigen.