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Handball: A-Jugend des TSV Bayer Dormagen hofft auf Saisonfortsetzung

Nachwuchs-Bundesliga : Auch der Jugendhandball ist noch da

Nachwuchs des TSV Bayer Dormagen hofft immer noch auf die Fortsetzung der Bundesliga-Saison. Trainer David Röhrig: „Für uns wäre das Gold wert.“

Zu Beginn des Monats hatte der Deutsche Handball-Bund (DHB) die Vereine informiert, dass die im Herbst unterbrochene Spielzeit 2020/21 der Jugend-Bundesliga nach den Ostertagen wieder aufgenommen werde. „Wir wollen den Jugendlichen endlich wieder die Möglichkeit geben, zu spielen – das war unser Leitgedanke“, sagte DHB-Vizepräsident Carsten Korte in seiner Funktion als Vorsitzender des Jugendspielausschusses des Deutschen Handballbundes.

Noch am vergangenen Mittwoch erreichte alle beteiligten Vereine eine E-Mail, dass man an dem Plan, die Nachwuchsrunde fortzusetzen, grundsätzlich festhalte, sofern die Pandemie-Lage dies zulasse. Das ist natürlich ganz im Sinne des beim TSV Bayer Dormagen für die in der Eliteklasse spielende A-Jugend zuständigen Trainers David Röhrig. „Der DHB ist sehr bemüht. Dass er dranbleibt, finde ich gut.“ Allein ihm fehlt der Glaube: „Dass wir deutschlandweit mit allen 40 Teams einen Deutschen Meister ermitteln, ist kein realistisches Ziel mehr. Vor einem Monat war ich da noch optimistischer.“ Denn im männlichen Bereich hätten, so Korte, bereits mehrere Vereine deutlich gemacht, dass bei ihnen zurzeit nichts gehe. Hintergrund seien die unterschiedlichen Corona-Bestimmungen. In einigen Bundesländern konnten die Team der Jugend-Bundesliga quasi durchgehend trainieren, andere durften sich seit Oktober nicht mehr gemeinsam treffen. Korte: „Gerade der Norden ist sehr restriktiv, im Süden ist mehr möglich.“

  • TSV-Trainer Dusko Bilanovic.⇥Foto: Salz
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Um die Einfachrunde zu beenden, fehlen zwischen drei und sechs Spiele pro Mannschaft. Anschließend soll die Deutsche Meisterschaft ausgetragen werden. Aber auch ein Modell ähnlich der 3. Liga, wo für die willigen Vereine inzwischen eine Aufstiegs- bzw. eine Pokalrunde angeboten wird, steht im Raum. Röhrig, der in Dormagen ab der kommenden Saison zusätzlich zur U19 in der Nachwuchs-Bundesliga auch die in der Oberliga Mittelrhein spielende U23 übernehmen wird, sich zurzeit aber in Kurzarbeit befindet, könnte sich vorstellen, „die spielfähigen Mannschaften mit dem entsprechenden Hygienekonzept an mehreren Wochenenden an einem Ort zusammenzuziehen.“ Für seine Jungs, „die schon so viel verloren haben“, findet er, „wäre es natürlich Gold wert, noch mal einzusteigen. Im vergangenen Jahr gehörten sie bis zum coronabedingten Abbruch der Saison zu den Top 4 in Deutschland und auch in dieser Saison sind sie auf dem besten Weg, sich für das Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft zu qualifizieren. Würden sie jetzt wieder um alle Chancen gebracht, wäre das schon hart für sie.“

„Einen Kaltstart wird es nicht geben, das ist auf diesem Leistungsniveau nicht machbar“, stellt Korte klar. Er gehe allerdings davon aus, dass die Jugendlichen sich auf diesem Niveau individuell fit gehalten hätten, so dass die athletischen Grundlagen vorhanden seien. „So kann zeitnah ein Einstieg mit Ball erfolgen.“ Eine Einschätzung, die Röhrig für seine Schützlinge nur bestätigen kann: „Was den athletischen Teil anbelangt, gibt es keine Ausfallerscheinungen. So was kann man ja auch gut draußen machen.“ Die 18-jährigen Aron Seesing und Lucas Rehfus sind sogar schon einen Schritt weiter, haben im von Dusko Bilanovic trainierten Zweitliga-Team des TSV gerade ihre ersten Profiverträge unterschrieben.

„Ob wir spielen können, entscheidet auf Grundlage der dann gültigen Schutzverordnung letztlich das Gesundheitsamt“, sagt Röhrig. Und da weiß er sich mit seinen Handballern sehr gut aufgehoben. „Dort hat man immer ein offenes Ohr für uns, da können wir uns überhaupt nicht beschweren.“ Wenn jetzt doch nur das vermaledeite Virus mitspielen würde. Aber danach sieht es im Moment gar nicht aus.