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Spiel des TSV Bayer Dormagen gegen Ferndorf fällt zum vierten Mal aus.

Handball : TSV nimmt Ausfälle längst mit Humor

Das Hinspiel zwischen Bayer Dormagen und dem TuS Ferndorf fiel wegen Corona schon dreimal aus, nun ist auch das Rückspiel abgesagt.

Manche Dinge lassen sich besser mit Humor ertragen. Und darum beschäftigte sich Björn Barthel schon unmittelbar nachdem die Nachricht von der Absage der für Samstag angesetzten Partie beim TuS Ferndorf bei ihm aufgeschlagen war, mit der Gestaltung des nun unverhofft spielfreien Wochenendes. „Was mache ich denn jetzt?“ fragt der Handball-Geschäftsführer des Zweitligisten TSV Bayer Dormagen grinsend. „Vielleicht fahren wir nach Tübingen, holen uns da ein Tagesticket als Nachweis über einen aktuell negativen Corona-Schnelltest und unser Trainer lädt mich auf einen Espresso ein.“

Wie anders sollte er umgehen mit einer Geschichte, die sich allmählich zu einer „Neverending Story“ entwickelt? Das noch aus der Hinrunde stammende Heimspiel des TSV gegen die Kreuztaler fiel wegen Störfeuern der Pandemie bereits drei Mal aus – der bislang letzte Versuch scheiterte am Mittwoch. Damit trat der ungewöhnliche Fall ein, dass am Samstag in Ferndorf das Rück- vor dem Hinspiel stattfinden sollte. Da die Gastgeber, deren Match am vergangenen Wochenende gegen den VfL Lübeck-Schwartau wegen einiger Infektionen mit dem Corona-Virus ebenfalls verschoben worden war, indes wiederum keine spielfähige Mannschaft auf die Beine zu stellen wissen, sagten sie den Dormagenern am Donnerstagmorgen ab. Wirklich überraschend traf das am Höhenberg freilich niemanden. „Oder hat tatsächlich jemand damit gerechnet, dass gespielt wird?“, lautet Barthels rhetorische Frage, die er aber ausdrücklich nicht als Kritik an den Handballern aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein verstanden wissen will. „Ferndorf kann ja nix dafür, das ist höhere Gewalt. Wichtig ist nur, dass alle gesund werden.“

  • TSV-Trainer Dusko Bilanovic.⇥Foto: Salz
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Nervös werden Patrick Hüter, Joshua Reuland & Co. deshalb nicht. „Klar, wir hätten lieber gespielt, auch weil wir uns mittlerweile einfach schon zu oft auf diesen Gegner vorbereitet haben“, sagt Trainer Dusko Bilanovic. Doch sein Plan B steht: Am Donnerstag absolvierten seine Jungs zwei Trainingseinheiten, Samstag und Sonntag ist frei und ab Montag geht es in die heiße Phase der Vorbereitung auf das Gastspiel am Mittwochabend beim bärenstarken TuS N-Lübbecke. Den Schalter habe er allerdings schon am Donnerstag umgelegt, sagt Bilanovic. „Der Fokus liegt auf Nettelstedt.“

Mit den Unbillen der von Covid-19 zerrupften Spielzeit 2020/21 hat sich Barthel längst arrangiert. „Ferndorf ist ja nicht so weit weg, da werden wir schon irgendwann einen Termin finden“, beruhigt er, „von mir aus auch unter der Woche mit zwei Spielen hintereinander.“ Wichtiger als der hektische Blick auf im Vergleich zum jeweiligen Gegner vielleicht ungerecht verteilte Regenerationszeiten findet er inzwischen, „dass wir überhaupt spielen. Dies ist viel entscheidender.“ Und in dieser Hinsicht sieht er den TSV sogar besser aufgestellt als personell möglicherweise hochwertiger besetzte Mitbewerber. Er nennt das weiche, also nicht in betriebswirtschaftlichen Kennzahlen wie Kosten, Kapitalumschlag oder Durchlaufszeiten auszudrückende Faktoren. „Und die können schon zehn bis 15 Prozent des Erfolges ausmachen.“ Konkret: der TSV kann Krise!

Und in der steckt der TuS Ferndorf mit Haut und Haaren. Schon vor mehr als zwei Wochen hatte der Klub neun Corona-Fälle gemeldet. Mittlerweile sind die Testungen bei allen Betroffenen, die überwiegend auch mit Symptomen zu kämpfen hatten, negativ verlaufen. Dennoch sieht das Konzept des DOSB vor, dass ein Einstieg in den Sport („Return to Sport“) nur nach vorangegangener medizinischer Begutachtung erfolgen darf. „Diese Untersuchungen, die in besonderem Maße der Lunge sowie dem Herz-Kreislauf-System gelten, sollten frühestens circa 14 Tage nach Abklingen der Symptome stattfinden, so dass die Rückkehr der infizierten Spieler noch etwas dauern kann“, heißt es auf der Facebook-Seite des Kellerkindes. Fortsetzung folgt ...