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NGZ-Serie Außergwöhnliche Sportarten: Flag Football in Weckhoven

Außergewöhnliche Sportarten: Flag Football : Kontaktlos, aber nicht weniger spannend

Die aus dem American Football entstandene Ballsportart erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Seit 2018 nehmen die Neuss Legions am Ligabetrieb in NRW teil.

Das Interesse am American Football steigt in Deutschland seit einigen Jahren stetig an – das lässt sich nicht nur anhand der immer höheren TV-Einschaltquoten beim „Super Bowl“, dem millionenschweren Endspiel der NFL-Profis, belegen. Trotzdem zählt die amerikanische Nationalsportart hier noch als Randsportart. Als Randsportart hat sie aber quasi noch eine eigene Randsportart, die seit 1997 auch in Deutschland immer populärer wird: Flag Football.

Flag Football wird zum großen Teil nach denselben Regeln gespielt, mit einem wichtigen Unterschied: das Tackling ist nicht erlaubt – es ist ein körperloser Sport. Um einen Spieler zu stoppen, muss ihm eine „Flag“, gezogen werden. Diese Flaggen sind an beiden Seiten und manchmal zusätzlich hinten an einem Gürtel um die Hüfte befestigt. „Dadurch ist das Verletzungsrisiko deutlich geringer, aber das Footballerlebnis bleibt“, sagt Moni Spies, Abteilungsleiterin der Neuss Legions. Die „Legionäre“ sind eins von gleich zwei Flag-Football-Teams im Rhein-Kreis. Seit 2015 ist die Mannschaft offiziell gemeldet und dem BV Weckhoven angeschlossen, seit 2018 nimmt sie am Ligabetrieb in NRW teil. Moni Spies ist seit der Gründung mit dabei: „Meine Söhne spielen Football und ich finde die Sportart super. Ich war auch ein paarmal beim Tackle-Training – es war mir aber zu gefährlich und mir wurde gesagt, ich solle es doch mal mit Flag Football versuchen.“

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Gesagt, getan: Mit wenigen Eltern ging es im Neusser Südpark los, mittlerweile gehören 20 Leute zum Team. Zwei- bis dreimal pro Woche treffen sich die Legions – aktuell findet Theorie- und Krafttraining online statt, irgendwann aber (hoffentlich) wieder auf dem Platz. Die Ligaspiele werden in Turnierform ausgetragen: Einmal im Monat stehen drei Spiele an einem Tag an. Jedes Duell dauert 2x20-Minuten, gespielt wird meist in Fünfer-Teams – seltener auch zu siebt oder zu neunt, dann ist etwas Körperkontakt wiederum erlaubt. Das Spielfeld ist dementsprechend auch kleiner – ungefähr ein halbes Fußballfeld. Das Ziel ist dasselbe wie beim Football: Den Ball in die gegnerische Endzone zu bringen. Das angreifende Team hat vier Versuche, um die Mittellinie zu erreichen und bei Erfolg vier weitere, um in die Endzone zu kommen. Touchdown, Fieldgoal, Safety, Quarterback – all das gibt es auch beim Flag Football. „Es ist ein sehr strategisches Spiel mit kurzen, sehr vielseitigen Spielzügen“, so Moni Spies.

Die Vielfalt ist auch ein Resultat der verschiedenen Spieler und ihren individuellen Fähigkeiten: Flag Football wird in Deutschland meist in gemischten Teams ab 15 Jahren gespielt, nach oben gibt es keine Grenze – Football für die ganze Familie. „Viele haben früher mal Kontaktfootball gespielt und jetzt ist ihnen das Verletzungsrisiko zu hoch“, weiß die Abteilungsleiterin. Aber auch Neueinsteiger sind willkommen. Im Gegensatz zum Football braucht man hier keine teure Ausrüstung – ein Paar Fußballschuhe genügt schon. „Es ist ein schöner und fairer Teamsport, auch mit den anderen Mannschaften stehen wir in regem Austausch und trainieren auch mal gemeinsam“, sagt Moni Spies.

In der NRW-Liga spielen mittlerweile 16 Teams, einige treten zusätzlich auch in der überregionalen DFFL an. „Das ist uns noch zu aufwendig, da die Turniertage oft mit weiten Anreisen verbunden sind, aber sicher wachsen wir da noch rein“, sagt die Abteilungsleiterin lachend. Auch Europa- und Weltmeisterschaften werden seit 2005 ausgetragen. Der Fokus liegt aktuell auf dem Nachwuchsbereich, ein Juniorteam ab dem Grundschulalter gibt es bereits seit 2017, durch AGs an verschiedenen Schulen soll eine Schulmannschaft aufgebaut werden. Denn ein Hauptziel von Flag Football ist es, Kinder an die Sportart heranzuführen – ohne große Verletzungsgefahr, aber mit taktischen Spielzügen und dem Teamgefühl. Interessenten sind beim offenen Training der Legions immer willkommen. Los geht es bereits ab vier Jahren.

Info Weiteres zu den Teams unter www.neuss-legions.de und www.neussgladiators.de.