Korschenbroich: Grundwasser-Forschung startet

Korschenbroich : Grundwasser-Forschung startet

Sie soll einen wichtigen Baustein zur Bewältigung der Grundwasserproblematik liefern, muss aber noch getestet werden: die Forschungsstation, die am Wochenende in Betrieb geht. Zum Start gibt es einen Informationstag.

Andreas Jentzsch geht dieses schwierige Wort völlig problemlos über die Lippen: "Düsensauginfiltration". Aber der Technische Leiter der Unteren Wasserbehörde hat diesen Zungenbrecher in den vergangenen Wochen ja auch unzählige Male ausgesprochen — bei der Vorbereitung für den Startschuss der neuen Forschungsanlage, die am Samstag, 26. November, in Korschenbroich, An der Insel 20, in Betrieb geht. "Ziel ist es, eine neue Methode im Kampf gegen die Grundwasserproblematik zu testen", sagt Andreas Jentzsch.

Da er weiß, dass dieses Thema in Korschenbroich viele Bürger interessiert, verknüpft der 62-Jährige den Startschuss der Anlage mit einem Tag der offenen Tür. Bis 16 Uhr beantworten Experten vor Ort Fragen. "Mit dem neuen Grundwasserkappungsmodell kann ja nicht allen Bürgern geholfen werden", sagt Jentzsch.

Die Forschungsanlage soll eine neue Technik zur energieeffizienten sowie Umwelt und Ressourcen schonenden Grundwasserabsenkung prüfen. Angelegt ist das Projekt zunächst auf drei Jahre. "Wir hoffen, den Bürgern, die nicht durch die Kappungsmaßnahmen erreicht werden, anschließend ein System zur Behebung der Grundwasserproblematik anbieten zu können", sagt Jentzsch. Und da kommt der sperrige Begriff "Düsensauginfiltration" ins Spiel.

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Entwickelt wurde das System vom Brunnenbaumeister Werner Wils. Dabei wird das Wasser durch Saugspannung in tiefere Bereiche des Grundwasserleiters umgeleitet. "Im Baustellenbetrieb hat sich das Verfahren bereits bewährt", sagt Andreas Jentzsch. "Allerdings mangelt es noch an einer Langzeitanalyse. Diese erstellen wir jetzt."

Bürgermeister Heinz Josef Dick hatte bereits bei der Unterzeichnung des Pumpvertrags für das Grundwasserkappungsmodell im Frühjahr betont, dass parallel an weiteren Möglichkeiten zur Beseitigung des Grundwasserproblems gearbeitet werden müsse. Insgesamt wird in der Stadt etwa 45 Prozent der Betroffenen durch das Kappungsmodell grundlegend geholfen. Die jetzt in Betrieb gehende Forschungsstation könnte einen wichtigen Beitrag zu den damals von Heinz Josef Dick angesprochenen weiteren Lösungsmöglichkeiten liefern.

Dies deckt sich mit dem Abschlussbericht der Arbeitsgruppe "Grundwasser" der Kreisgrundwasserkommission von 2005. Um der Situation Herr zu werden, setzt der Rhein-Kreis Neuss auf verschiedene "Bausteine". Einer davon wird in den kommenden drei Jahren ausführlich getestet.

(NGZ/rl)