Korschenbroich : Pumpvertrag unterzeichnet

Gute Nachrichten für die von zu hohen Grundwasserständen geplagten Bürger: Gestern haben Stadtverwaltung und Erftverband den Vertrag über das Grundwasserkappungsmodell unterzeichnet. Laufzeit: zehn Jahre.

Diese Unterschrift ist ein wichtiger Schritt für Korschenbroich bei der Beseitigung der Grundwasser-Problematik. Gestern unterzeichneten Stadt und Erftverband die Verträge zum Kappungsmodell der Grundwasserspitzen. Für Bürgermeister Heinz Josef Dick (CDU) ist dies zwar ein Grund zur Freude; zugleich stellte er jedoch klar, dass an weiteren Lösungsmöglichkeiten gearbeitet werden müsse. "Mit dem Pumpvertrag helfen wir vielen Bürgern, aber leider noch nicht allen."

Die Stadt hatte bereits Ende vergangenen Jahres die Bürger in Kleinenbroich, Pesch, Raderbroich und Herrenshoff/Herzbroich angeschrieben, sich finanziell am vom Erftverband entwickelten Grundwasserkappungsmodell zu beteiligen. Dies hat zum Ziel, die Grundwassersituation bei hohen Grundwasserständen durch Kappung von Spitzen zu entlasten. Bei Überschreiten der Grenzwerte kann künftig ganzjährig gepumpt werden. Die Betriebskosten werden zu 20 Prozent von der Stadt getragen, 80 Prozent steuern die Bürger durch freiwillige Beteiligung zu. Hierzu haben sie Verträge unterschrieben, in dem Beträge festgehalten werden, die in den kommenden zehn Jahren zu zahlen sind. Da die Stadt mit dem Erftverband einen Festpreis vereinbart hat, gilt: Je mehr Bürger sich pro Stadtteil beteiligen, desto günstiger wird es für jeden einzelnen Haushalt.

Die Beteiligung der Bürger fiel höher aus als von der Stadt kalkuliert. In Pesch wurden 164 Verträge unterschrieben, die Bürger zahlen dort maximal 149 Euro. In Raderbroich sind es 80 Verträge, maximal werden 161 Euro gezahlt. In Herrenshoff beteiligen sich 203 Bürger und zahlen 184 Euro, in Kleinenbroich sind es 687 (80 Euro). Die unterschiedlichen Beträge hängen mit der in den jeweiligen Stadtteilen benötigten Zahl der Brunnen zusammen. Für die Bürger könnte es jedoch noch günstiger werden – wenn sich weitere beteiligen.

Insgesamt wird in der Stadt etwa 45 Prozent der Betroffenen durch das Grundwasserkappungsmodell grundlegend geholfen. Erftverband-Geschäftsführer Bernd Bucher und Vorstandsmitglied Wulf Lindner machten jedoch deutlich, dass viele weitere Bürger davon profitieren. Die entsprechenden Anträge zur Umsetzung des Modells liegen der zuständigen Behörde vor. Mit einer Freigabe wird im Juni gerechnet. Danach geht es ans Eingemachte: Die vier bestehenden Brunnen samt Pumpen werden modernisiert, zudem kommen drei weitere hinzu – eine zum Beispiel in Pesch. Betriebsbereit sollen sie zum 1. Dezember sein. "Dazu haben wir uns im Vertrag verpflichtet", sagt Bernd Bucher.

(NGZ)