Jüchen : Ausschuss will Sekundarschule

Der Schulausschuss unterstützte am Dienstag die geplante Sekundarschule. Sie könnte – wenn die Bezirksregierung dem Antrag zustimmt – im Schuljahr 2012/13 starten. Dafür muss die Hauptschule teilweise umgebaut werden.

Dienstag Abend sagten alle Schulpolitiker im Fachausschuss "Ja" zur geplanten Sekundarschule und empfahlen dies dem Gemeinderat. Morgen werden die Ratsmitglieder ihr Votum zur neuen Schulform abgeben – breite Zustimmung ist zu erwarten.

Danach kann die Verwaltung bis 31. Dezember den Antrag bei der Bezirksregierung einreichen. Wird er genehmigt, wäre Jüchen die erste Kommune im Rhein-Kreis Neuss mit einer Sekundarschule.

Die Gemeinde Jüchen hatte sich wegen der sinkenden Zahlen von Hauptschülern zunächst für den NRW-Modellversuch "Gemeinschaftsschule" bewerben wollen. Durch den Schulkonsens zwischen SDP und CDU auf Landesebene wurde dieses Projekt Geschichte: Beide Parteien einigten sich auf die Sekundarschule – in Jüchen wurde intensiv neu geplant. Nicht nur die GTHS Hochneukirch wird auslaufen; auch für die Realschule Jüchen wird dieser Antrag gestellt werden.

Einige Eckpunkte des Sekundarschulkonzepts:

Gebäude Die neue Schulform wird langfristig an zwei Standorten geführt: Starten wird sie mit fünf Zügen im Gebäude der Ganztagshauptschule Hochneukirch an der Gartenstraße. "Dort müssen wir einige Umbauten vornehmen; wir rechnen mit Investitionen in Höhe von rund 155 000 Euro", erläutert Bürgermeister Harald Zillikens – Geld, das die Gemeinde aus dem eigenen Etat nehmen muss. Eine Förderung vom Land NRW gibt es nicht. Ab 2014 soll der zweite Jahrgang in der ersten Etage des Hauptgebäudes Mühlenstarße lernen, im Schuljahr 2014/15 wird die Klasse 7 in der Realschule Stadionstraße umziehen.

Größe Die Sekundarschule soll im gebundenen Ganztag mit fünf Zügen starten. Maximal 25 Kinder sollen in einer Klasse unterrichtet werden. Auch Behinderten steht die Sekundarschule offen. Sie sollen durch Fachkräfte in den Schulalltag einbezogen werden (Inklusion).

Lernen Längeres gemeinsames Lernen ist geplant. Die Schüler durchlaufen in sechs Jahren die Sekundarstufe I. Danach besteht für Leistungsstarke die Chance, das Abitur zu machen. Zwischen Gymnasium und Sekundarschule wird deshalb ein Kooperationsvertrag geschlossen.

Sitzenbleiben entfällt: "Die Versetzung in die nächsthöhere Jahrgangsstufe ist grundsätzliches Prinzip, da kein Schüler zurückgelassen wird", steht im pädagogischen Konzept. Für jedes Kind wird zu Schuljahrsbeginn ein individueller Lernplan aufgestellt. Bei Problemen in Deutsch oder Mathematik sollen Lehrer im "Förderbüro" helfen.

(NGZ)