Korschenbroich : Neue Grundwasser-Pumpen

Ab 1. Dezember sollen bei Bedarf in Raderbroich, Herrenshoff, Kleinenbroich und Pesch die Grundwasserspitzen gekappt werden. Der Erftverband ist zurzeit dabei, drei neue Brunnen zu bohren. Die Wasserrechte sind beantragt.

Das Grundwasser-Kappungsmodell soll zum 1. Dezember in Korschenbroich anlaufen. Der Erftverband als Vertragspartner der Stadt will bis zum Monatsende alle drei neuen Grundwasserbrunnen gebohrt haben.

Foto: Grafik: KLXM.DE/Foto: Lothar Berns

Zurzeit wird der erste Brunnen in Herrenshoff an der Novalisstraße gesetzt. Danach wird die Glehner Firma Wilhelm Lenders in Kleinenbroich und dann in Pesch aktiv. Sind die Bohrungen abgeschlossen, werden schrittweise die Folgearbeiten abgewickelt. "Parallel dazu werden die bereits vorhandenen Brunnen ertüchtigt", beschreibt Holger Diez, zuständiger Ingenieur beim Erftverband, die Vorgehensweise. Wichtig ist ihm: "Wir müssen mit allem bis 30. November fertig sein."

Für Heinz Josef Dick ist der Erftverband "ein verlässlicher Partner". Der Bürgermeister ist mit dem zeitlichen Ablauf zufrieden: "Der Verband hält das, was er prognostiziert hat." Jetzt, nachdem mit Raderbroich, Herrenshoff, Kleinenbroich und Pesch alle vier vom steigenden Grundwasser betroffenen Orte vom Kappungsmodell profitieren sollen, ist Dick guter Dinge, was das Grundwasser-Management betrifft: "Ich bin sicher, dass alle Arbeiten rechtzeitig fertig werden, damit im Bedarfsfall ab 1. Dezember gepumpt werden kann."

Für Holger Diez ist die Vorgabe ein Muss. Bis zum Wochenende will er die Bohrung in Herrenshoff abgeschlossen wissen. Dort wurden bis gestern noch Eisenrohre mit einem Durchmesser von einem Meter bis ins Tertiär gerammt. In das 24 Meter tiefe Loch wurde nun ein Kunststoffrohr eingelassen.

Da der gewählte Durchmesser lediglich bei 40 Zentimetern liegt, wird der verbleibende Hohlraum mit Filterkies aufgefüllt. Diese Brunnenbohrungen werden ab der kommenden Woche in Kleinenbroich fortgesetzt. "Der genaue Termin steht noch nicht fest. Hier müssen wir erst noch mit der Maternusschule und dem Tiefbauamt sprechen", so Holger Diez.

Schließlich muss für die Arbeiten die Straße "Am Hallenbad" in Teilen für rund eine Woche gesperrt werden. Danach wandert die Baustelle nach Pesch in die Ortsmitte. "Bis zum Schützenfest müssen wir dort fertig sein", verspricht Diez. Im Anschluss an die Bohrungen wird dann schrittweise das Equipment vervollständigt: Elektronik, Gehäuse, Fundament, Abdichtung und Pumpeneinsatz.

Der Erftverband, der sich für die Stadt die nächsten zehn Jahre um die Pumpmaßnahmen im Kampf gegen zu hohe Grundwasserstände kümmert, wartet noch auf die Wasserrechte vom Rhein-Kreis als Genehmigungsbehörde. "Der Antrag liegt uns vor", bestätigte gestern Kreisumweltdezernent Karsten Mankowsky. "Wir haben mittlerweile alle beteiligten Kommunen informiert." Das Verfahren läuft noch, dennoch erklärt Mankowsky: "Ich bin zuversichtlich, dass ab 1. Dezember gepumpt werden kann."

(NGZ)