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Korschenbroich: Wird Jüchener Bach verlegt?

Korschenbroich : Wird Jüchener Bach verlegt?

Würde der Jüchener Bach mit dem Trietbach verbunden, wäre die Hochwassergefahr für Kleinenbroich gebannt. Während die Stadt die Idee des BUND als "charmant" einstuft, sind die Grundwasser-Betroffenen aufgeschreckt.

Die Zukunft des Jüchener Baches ist derzeit noch ungewiss. Laut wird über eine mögliche Verlegung nachgedacht. Bevor der Franzosen-Kaiser Napoleon den Nordkanal anlegen ließ, mündete der Jüchener Bach in den Trietbach.

Ob es in einigen Jahren diese Direktverbindung zur Triet wieder geben wird, damit müssen sich jetzt Experten, Rat und Verwaltung befassen. Während Thomas Kochs als Leiter des Städtischen Abwasserbetriebes die Option als "charmante Bachverbindung" einstuft, sind die Grundwasser-Betroffenen mehr als aufgeschreckt.

"Wir betrachten den Plan mit äußerster Skepsis", stellt Martin Rothe (63) als Sprecher der Grundwasser-Initiative Kleinenbroich gegenüber der NGZ besorgt fest. "Wir haben jetzt endlich mit einem immensen Aufwand das Modell zur Kappung der Grundwasser-Spitzen auf den Weg bringen können", erinnert Rothe an eine nervenaufreibende Phase von über zehn Jahren, immer geprägt von Existenznöten.

Auch wenn der BUND die Idee der neuen Bachverbindung hatte, ist Martin Rothe nicht überzeugt. "Für mich ist die Idee der Bachverlegung mit dem Pumpmodell nicht kompatibel." Ein Hilferuf der Grundwasser-Initiative Herrenshoff habe ihn bereits erreicht. Dort seien neue Probleme programmiert, gibt der 63-Jährige zu bedenken.

Geboren wurde die Idee der Bachverlegung, weil Stadt und andere Akteure wie der BUND darüber nachdenken, wie die Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union in der Region umgesetzt werden kann. Der Vorschlag des Korschenbroicher BUND hat für Thomas Kochs "großen Charme", wie er im Betriebsausschuss betonte.

Würde der Jüchener Bach nördlich von Kleinenbroich wieder mit der Triet vereint, entstünde ein ökologisch wertvolleres Biotop-Netz. Legte man das Bett des aus Jüchen zuströmenden Gewässers zugleich in großem Bogen um den Korschenbroicher Ortsteil Kleinenbroich herum, wäre die Gefahr von Überschwemmungen aus dem gelegentlich kräftig anschwellenden Bach gebannt. Kosten, technische Schwierigkeiten und viele andere Fragen sind nach Auffassung Kochs noch gründlich zu bedenken. Auswirkungen dieser möglichen Bachverknüpfung reichten schließlich bis zum Einzugsgebiet Rhein/Maas.

Zudem müsse über Zuständigkeiten gesprochen werden. Bei dieser Lösung sei nicht mehr der Erftverband, sondern der Niersverband Ansprechpartner. Und so lautete dann auch Kochs Prognose im Betriebsausschuss: "Über die Triet und den Jüchener Bach werden wir uns noch oft unterhalten."

(NGZ)