Korschenbroich: Grundschule Pesch vor dem Aus

Korschenbroich : Grundschule Pesch vor dem Aus

Spätestens 2014 könnte es zu wenig Schüler geben, um in Pesch eine neue Eingangsklasse zu bilden. Die Politiker wollen die Pescher Schule erhalten. Verwaltung und Schulleiter Wolfgang Grüe sind eher skeptisch.

Seit etlichen Jahren ist es geradezu ein ehernes Gesetz: Wird über die Schullandschaft im Allgemeinen oder Pesch im Besonderen diskutiert, dann spielt die dortige Grundschule eine tragende Rolle. Keine Ausnahme hiervon bildete die jüngste Sitzung des Ausschusses für Bildung, Familie, Jugend und Sport.

Der tagte just in der Andreas-Schule, als deren Dependance die Pescher Grundschule seit einigen Jahren fungiert. In der den Politikern vorgelegten Schulentwicklungsplanung für die kommenden Jahre heißt es klipp und klar: "Ab dem Schuljahr 2014/2015 können aufgrund rückläufiger Schülerzahlen am Hauptstandort der Andreas-Schule die vier Klassen des einzügigen Teilstandorts Pesch untergebracht werden."

Dies gewährleiste dann für die Andreas-Schule eine komplette Dreizügigkeit "bei Aufgabe des Teilstandorts Pesch". "In Pesch wird es wahrscheinlich keine Zukunft geben", erklärte Hans-Peter Walther von der Verwaltung. Bürgermeister Heinz Josef Dick milderte etwas ab: Er rät zum "Abwarten", wie sich die Situation vor Ort entwickelt. Einen gewissen Hoffnungsschimmer sieht er darin, "dass das Land überlegt, kleinere Klassengrößen zuzulassen."

Für die CDU markierte Andreas Heidemann deren Standpunkt: "So lange die Schülerzahlen das hergeben, halten wir am Standort Pesch fest." Ausschussvorsitzender Albert Richter (SPD) pflichtete ihm bei: "Das ist immer die einhellige Meinung des Ausschusses gewesen."

Für Wolfgang Powroslo (SPD) sieht es angesichts der genannten Formulierungen indes "so aus, als warte man nur darauf, dass die Schule übernommen wird." Wolfgang Grüe, der den Verbund der beiden Schulen leitet, betonte im Ausschuss, dass es ihn eher freuen würde, perspektivisch in der Andreas-Schule mehr freie Räume zur Verfügung zu haben.

Gleichwohl machte Grüe im Ausschuss kein Hehl aus seiner Skepsis, was einen Fortbestand der Pescher Schule angeht. "2014 gibt es einen Knick", verweist der Schulleiter auf die Zahlen: "2008 sind in Pesch nur neun oder zehn Kinder geboren worden.

Dies ist eine Zahl mit der man leben muss." Aufgrund der sinkenden Kinderzahl "kann diese Einrichtung nicht gesichert sein", betont Wolfgang Grüe die anhaltende Aktualität des Problems. Seine bisherigen Erfahrungen formuliert er pointiert: "Die Zahl der Pescher Kinder wird nie ausreichen, um eine Klasse zu bilden."

Den am Erhalt der Schule interessierten Pescher Bürgern wird also nichts anderes übrigbleiben, als weiterhin auch außerhalb des Ortes gehörig die Werbetrommel zu rühren — was ja schon bisher nicht ohne Erfolg geblieben ist.

(NGZ/rl)