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Handball: Voß trainiert ab Donnerstag den TVK

Handball : Voß trainiert ab Donnerstag den TVK

Handball-Zweitligist TV Korschenbroich ist eine Woche nach der Entlassung von Jörn Ilper bei der Suche nach einem neuen Übungsleiter fündig geworden: Christian Voß, der unter anderem VfL Bad Schwartau und ATSV Stockelsdorf betreute, leitet morgen sein erstes Training beim TVK.

Ausgerechnet ein Anästhesist soll den TV Korschenbroich aus seinem Dornröschenschlaf in der Zweiten Handball-Bundesliga aufwecken: Morgen Abend wird Christian Voß, Mediziner am Universitätsklinikum der Hansestadt Lübeck, sein erstes Training in der Waldsporthalle leiten. Am Samstag (19.30 Uhr), wenn der TVK dort die TSG Friesenheim empfängt, gibt der 41-Jährige sein Debüt auf der Trainerbank.

Kann sich ab Donnerstag wieder ganz auf seine Rolle als Regisseur und Mannschaftskapitän konzentrieren: Bis dahin übernimmt Simon Breuer gemeinsam mit Mathias Deppisch die Aufgabe des Interimstrainers. Foto: L. Berns

Damit ist dem TVK eine Woche nach der Entlassung von Jörn Ilper ein echter Überraschungscoup gelungen: Voß, der schon als DHB-Stützpunkttrainer arbeitete, in der Regionalliga Nord den aktuellen TVK-Konkurrenten (und nächsten Auswärtsgegner) VfL Bad Schwartau und den ATSV Stockelsdorf betreute, ist zumindest im Handball-Westen ein unbeschriebenes Blatt.

"Wir kennen uns schon viele Jahre", sagt TVK-Geschäftsführer Dr. Peter Irmen, wie sein neuer Trainer im "Zivilberuf" Mediziner, "er hatte schon mal bei uns angeklopft, aber da hat es nicht gepasst."

Jetzt, hofft der nach dem Rücktritt von Klaus Hintzen alleinige starke Mann in der TVK-Geschäftsführung, soll es passen: "Ich bin überzeugt, dass er der Mannschaft helfen kann", sagt Irmen. "Für Voß spricht neben seiner fachlichen Qualifikation, dass er das nötige hundertprozentige Engagement und die absolute Leidenschaft für diese zugegeben schwierige Aufgabe mitbringt. In Gesprächen mit der Mannschaft waren das ganz entscheidende Kriterien für den neuen Trainer", ergänzt der neue Sportliche Leiter Kai Faltin und lässt damit durchblicken, woran es Ilper bei der Ausübung seines ersten Traineramtes offenbar mangelte.

Vertraglich haben sich Christian Voß und der TV Korschenbroich zunächst einmal bis zum 30. Juni 2012 aneinander gebunden. "Aber wir streben eine längere Zusammenarbeit an", sagt Irmen. Kein Wunder, schließlich verlegt Voß mit sofortiger Wirkung Wohnsitz und Arbeitsstelle von Lübeck an den Niederrhein: "Natürlich sind damit für mich gravierende berufliche und private Konsequenzen verbunden", sagt der 41-Jährige, "aber die nehme ich auf mich, weil mich die Aufgabe beim TVK extrem reizt und ich mit einer hohen Motivation an sie herangehen werde." Voß ist sich jedoch auch "im Klaren, dass die Ausgangsposition schwer ist" — den Tabellenletzten (5:19 Punkte) trennen im Moment vier Zähler vom ersten Nicht-Abstiegsplatz.

Seine neuen Schützlinge nahm Voß am Samstag in Bietigheim in Augenschein — wobei ihn die 34:37-Niederlage offenbar nicht von einem Engagement abschreckte. Seither steht er in Telefonkontakt mit Mannschaftskapitän Simon Breuer, der gemeinsam mit dem verletzten Mathias Deppisch als Interimscoach fungiert. "Die Vorbereitung auf das Samstagspiel erfolgt in enger Abstimmung zwischen ihnen", sagt Irmen. Praktisch: Auch Deppisch stammt aus Lübeck.

(NGZ/jco)